„Schlag ihm auf die Hand“

HNA-Volontär beim Probetraining der Kasseler Lacrosser

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Gar nicht so einfach: HNA-Volontär Maximilian Bülau (vorn) mit dem Lacrosseball im Schläger. Philipp Vaupel vom HC Kassel Raccoons gibt Hilfestellung. Schutzausrüstung ist beim Lacrosse wichtig. Helm, Handschuhe, Schulter- und Ellenbogenschützer bewahren die Spieler vor Verletzungen.

Kassel. Bei jedem Schritt wippt der Helm. Mit dicken Handschuhen, Ellenbogenschützern und einem Schläger in der Hand fühlt es sich an, als würde ein Krieger in die Schlacht joggen.

Nach ein paar Schritten fällt ein kleiner Hartgummiball aus dem Schläger. Die kurze Pause gibt Zeit zum Durchatmen – sie frustriert aber auch. Wie schaffen es die Spieler, den Ball im Sprint über den Rasen zu tragen, ohne sich auch nur einmal nach dem Ball bücken zu müssen? Für Lacrosse ist viel Technik notwendig. Der lästige Körperschutz erweist sich noch als sinnvoll.

Trainer Fabian Sondermann begrüßt die Neulinge beim Probetraining. Sechs Männer haben das erste Mal einen Lacrosseschläger in der Hand, zwei andere waren schon ein paar Mal da, ordnen sich aber dennoch bei den Übungen für die Unerfahrenen ein. Lacrosse ist eine Mischung aus Fußball mit einem Schläger und einem Tennisball.

Zunächst wird das Passen trainiert. Der Ball muss in das Netz des einen Meter langen Schlägers, die eine Hand an das untere Ende, die andere schulterbreit entfernt in die Mitte. Dann den Schläger über die Schulter schwingen und gerade auf den Mitspieler zeigen lassen. „Die Kraft muss man nach Gefühl einschätzen“, erklärt Sondermann. Die Bälle landen viel zu kurz vor dem Übungspartner oder verlieren sich im Dunkeln neben dem Sportplatz.

Der 28-jährige Trainer hat vor acht Jahren das erste Mal Lacrosse gespielt. Wie lange er gebraucht hat, um die Technik zu beherrschen, weiß er nicht mehr. Von heute auf morgen gehe es aber definitiv nicht. Nach dem Passen geht es in die Zweikampfübung. Lacrosse ist ein harter Sport, bei dem es zur Sache geht.

Passübung: Trainer Fabian Sondermann (vorn) erklärt Maximilian Bülau die Technik.

Paare bilden sich. Der Trainer wirft den Ball – sobald er aufgekommen ist, dürfen dieTestspieler lossprinten und versuchen, den Ball mit dem Schläger aufzunehmen, mit dem Ball im Netz an ihrem Gegner vorbeizulaufen und diesen zurück zum Trainer zu passen. Unmöglich. Von den gestandenen Lacrossespielern kommen Anfeuerungsrufe an denjenigen, der gerade nicht in Ballbesitz ist: „Schlag ihm auf die Hand!“ Das ist erlaubt. Auch der Schläger des Gegenspielers darf mit dem eigenen gestoßen und malträtiert werden.

Dann befindet Trainer Sondermann, dass genug probiert wurde. Er bindet die Neuen nach und nach in ein Trainingsspiel der erfahrenen Lacrosser ein. Die Angreifer sollen Tore erzielen. Die Abwehr versucht, den Ball zu bekommen und diesen im Schläger über die Mittellinie zu befördern. Verteidigt wird Mann gegen Mann. Die gestandenen Spieler zu decken, ist schwierig. „Vor dem Mann stehen! Nicht so früh rausrücken!“ Der Abwehrchef gibt klare Anweisungen. Trotzdem gelingt es dem Gegenspieler immer wieder zu entwischen.

Kurz vor Schluss: Ein Angreifer verpasst ein Zuspiel. Der Ball liegt frei auf dem Boden, kurz vor der Mittellinie. Es gelingt, ihn mit dem Schläger aufzunehmen und sicher ins Ziel zu tragen. Lacrosse ist hart. Lacrosse ist anstrengend. Lacrosse macht Spaß.

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