Vor Ort beim Spezial „Yoga trifft Tennis“ – 120 Teilnehmer beim TC 31

HNA-Yogasommer: Wohlfühloase unterm Hallendach

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Schön strecken: Lehrer Lars Tabert (rechts) leitet die Yogis bei Aufwärmübungen an. 

Kassel. Normalerweise jagen auf dieser Fläche Tennisspieler dem gelben Filzball hinterher. Dieses Mal nicht. In der Halle des TC 31 Kassel dreht sich heute alles um den herabschauenden Hund, Krieger, Brücke und wie Klassiker sonst heißen.

Es ist HNA-Yogasommer. Und ein Spezial: Yoga trifft Tennis. Und dafür haben 120 Yogis ihre Matten in der Halle an der Menzelstraße zwischen Seitenlinie und Netz ausgebreitet. „Mir gefällt die Atmosphäre sehr gut“, sagt Klaus Hagen, der Vorsitzende des TC 31.

Die Sportstätte des Kasseler Tennisklubs dient eigentlich mittwochs und freitags als Ausweichmöglichkeit, falls die HNA-Sommeraktion wegen schlechten Wetters nicht im Freien stattfinden kann. Von daher passt es an diesem Freitagabend doppelt gut. Kurz vor Beginn der Yogastunde hat es aus Strömen gegossen – und vermutlich wäre die Einheit ohnehin in die Halle verlegt worden.

Der kurze und heftige Schauer hat die Luft weiter aufgeheizt. Es ist drückend. In der Halle erst recht. Neben Yogamatten sind Handtücher dringend nötig. „Schön kalt ist es hier“, sagt Yogalehrer Lars Tabert vom Barfußtempel augenzwinkernd: „Eine richtige Wohlfühloase.“ Tatsächlich tropft der Schweiß unaufhörlich von der Stirn. Egal.

Schnell wird klar, dass Tennis und Yoga hervorragend zusammen passen. So sieht es auch Birgit Arndt-Rinke. Der 61 Jahre alten Kasselerin machen die Übungen sichtlich Spaß, „und sie tun gut“. Sie spielt regelmäßig Tennis und geht mehrmals in der Woche joggen. Dass Tabert beim Spezial besonderen Wert auf die Öffnung des Brustraums und die Beweglichkeit im Hüftbereich legt, findet Arndt-Rinke „richtig klasse“.

Für sie ist die Aktion unterm Hallendach die dritte Teilnahme am HNA-Yogasommer – und die Hobbysportlerin hat Blut geleckt. „Sonst habe ich Yoga nur sporadisch gemacht. Ich habe mir fest vorgenommen, es nun regelmäßig anzugehen.“ Auch wenn die eine oder andere Asana richtig wehtun kann. Da zittert der Oberschenkel, da brennt die Leiste. Yoga fördert nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Stabilität – beide Fähigkeiten werden beim Tennis gebraucht.

Klaus Hagen spürt das genau. Der TC-31-Vorsitzende drückt es so: „Ich habe meine Defizite deutlich gemerkt.“ Und die beträfen die Rücken-Beweglichkeit sowie die Flexibilität der Adduktoren und Abduktoren im Oberschenkel. Dass so viele Yogis trotz des schwülen Wetters den Weg in die Halle gefunden haben, freut Hagen. Allerdings hat er insgeheim gehofft, dass mehr Tennisspieler aus dem eigenen Verein die Matte ausgerollt hätten.

Wie Birgit Arndt-Rinke hat auch Klaus Hagen das Yogafieber gepackt. „Ich bin angefixt“, sagt er. Selbst als Tabert kurz vor Schluss die Bauchmuskeln anspannen lässt. Beine nach oben. Oberkörper nach oben. Noch ein Stück. Halten. Lächeln nicht vergessen. „Noch acht Atmungen“, sagt der Yogalehrer. Es klingt wie ein Versprechen. Doch dann ergänzt er: „Ich zähle yogisch – gaaanz langsam.“ Nun brennt die Bauchmuskulatur. Und der Schweiß rinnt und tropft auf die Yogamatte. Doch dann, endlich, folgt die Abschlussentspannung. Zwei Minuten bewusst atmen. Kopf abstellen. Herrlich.

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