Huhndorf macht Rennen

Homberger Triathlet gewinnt Wahl zum Nordhessen-Sportler

Sein größter Erfolg: Martin Huhndorf im Ziel von Hawaii, wo er am 10. Oktober 2015 beim Ironman-Triathlon Platz drei in seiner Altersklasse und insgesamt Rang 36 belegt hat. Archivfoto:  zkv/nh

Kassel. Selbst der Gewinner war von den Socken: „Das ist ja unglaublich, einfach Wahnsinn“, rief Martin Huhndorf am Freitag begeistert ins Telefon, als er aus der HNA-Redaktion die gute Nachricht erfuhr: Der Triathlet aus Homberg ist unser, ihr Nordhessen-Sportler des Jahres 2015.

522 Leserinnen und Leser haben sich an unserer Abstimmung beteiligt – und sie sorgten für ein nicht nur unerwartetes, sondern auch für ein unerwartet deutliches Ergebnis. Denn der für den SC Neukirchen startende Huhndorf setzte sich mit 854 Punkten klar durch vor Leichtathletik-Siebenkämpferin Carolin Schäfer vom Bad Wildunger TV Friedrichstein (545) und Skispringer Stephan Leyhe vom SC Willingen (487).

Die vermeintlich favorisierten Teamsportler hatten in Handballer Michael Müller (440) von der MT Melsungen auf Rang fünf ihren Besten. Eishockey-Ass Alexander Heinrich (236) von den Huskies und Fußball-Torwart Kevin Rauhut (137) vom KSV Hessen auf den Plätzen neun und elf waren ebenso chancenlos wie auf Rang acht der Titelverteidiger, Fußball-Weltmeister Shkodran Mustafi (250) aus Bebra.

Auf Platz 2: Carolin Schäfer.

„Diese Wahl ist ein Knüller, eine schöne Überraschung“, urteilte auch Harald Hüther von Fan Point Kassel, der diese Aktion kräftig unterstützt. Für ihn war der Mainzer Fußballer Yunus Malli der Favorit, Sieger Huhndorf indes hatte Leichtathletik-Mittelstreckler Florian Orth aus der Schwalm ganz oben auf dem Zettel. „Er hätte es absolut verdient mit seinen tollen Leistungen wie bei der Deutschen Meisterschaft und dem Pech, dennoch nicht für die WM nominiert zu werden“, sagt Huhndorf nach einigen Augenblicken des Sammelns.

Auf Platz 3: Stephan Leyhe.

Aber natürlich überwiegt bei ihm die Freude über seinen Coup. „Schon meine Nominierung in den Kreis der zwölf Kandidaten war eine Riesenüberraschung. Aber den Sieg hätte ich nie für möglich gehalten“, sagt Huhndorf spürbar gerührt. Er hatte schon im Laufe der Woche mitbekommen, „dass in der Triathlonszene im Hintergrund etwas läuft“. Die Schule vom Christlichen Jugenddorf Oberurff beispielsweise sei aktiv gewesen „und insgesamt ist die nordhessische Triathlon-Familie etwas ganz Besonderes, weil sie fest zusammenhält“, erläutert der Sportler des Jahres 2015.

Fünf Minuten nur hatten dem Dreikämpfer am 10. Oktober bei der WM auf Hawaii zum Weltmeistertitel in der Altersklasse M 35 gefehlt. Doch Rang drei in seiner Klasse und vor allem Platz 36 in der Gesamtwertung mit der Weltelite der Profis waren ein herausragender Erfolg. Bis zu 30 Stunden pro Woche trainiert der ledige, aber vergebene Schwimmer, Radfahrer und Läufer in den Wochen vor einem Wettkampf – parallel zu einem Vollzeitjob als Ingenieur für Qualitätsanalyse im Baunataler VW-Werk.

Erst 2000 hatte der ehemalige Kampfsportler und Handballer der Homberger TS und der MT Melsungen (A-Jugend, zweite Mannschaft) mit dem Triathlon begonnen. Aber nun will er noch einmal nach Hawaii, am 8. Oktober 2016. „Vielleicht reichen dann fünf Minuten weniger zum Titel.“ 

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