Reform im Jugendfußball: Im Sommer wird für A-, B- und C-Junioren die Verbandsliga eingeführt

Die Hürde wird jetzt kleiner

Kommen als Teilnehmer für die A-Junioren-Verbandsliga in Frage: Die Hessenliga-Teams des KSV Baunatal und des KSV Hessen sind beide abstiegsgefährdet. Im Bild von links: Baunatals Hakan Demirbas und Kassels Fabian Winter. Archivfoto: Fischer

Kassel. Bisher gab es für die ambitioniertesten Jugend-Mannschaften in der Region Kassel nur zwei Optionen: trotz errungener Meisterschaft weiter in der Fußball-Gruppenliga spielen oder bei entsprechender Qualifikation in der Aufstiegsrunde das Glück in der Hessenliga versuchen. Ab der kommenden Saison eröffnet sich den stärksten Teams im A-, B- und C-Juniorenbereich eine weitere Möglichkeit. Denn der Hessische Fußball-Verband (HFV) führt eine zweigleisige Verbandsliga ein.

Die Staffel Nord, zu der Klubs aus den Regionen Kassel, Fulda und Gießen/Marburg gehören werden, soll in der höchsten Altersstufe aus 14 Mannschaften bestehen. Bei B- und C-Nachwuchs sind es jeweils zwölf.

„Das kann für die Qualität nur gut sein“, sagt der Regionalbeauftragte Ulrich Gerke. In der Vergangenheit zahlten die Vertreter aus Nordhessen doch teilweise kräftig Lehrgeld, wenn sie sich für den Schritt in die höchste hessische Liga entschieden.

Ähnlich wie Gerke sieht es Dirk Schützenmeister, der Jugendleiter des SV Kaufungen 07. Dessen A-Junioren-Team kann sich als aktueller Gruppenliga-Tabellenzweiter Hoffnungen auf eine Teilnahme in der Premieren-Saison machen. „Die Einführung ist sinnvoll. Dadurch ist die Hürde für die Klubs nicht ganz so hoch“, sagt Schützenmeister, der allerdings auch die finanziellen Voraussetzungen im Blick hat. Da die Fahrten nur bis nach Mittel- und Osthessen führen, werden die Kosten nicht so hoch sein wie in der Hessenliga, wo es theoretisch bis nach Darmstadt oder Alzenau gehen könnte.

Die Verbandsliga-Klassen werden sich zur nächsten Serie wie folgt zusammensetzen: • der oder die möglichen Absteiger aus der Hessenliga • der Gruppenliga-Meister, sofern er nicht für die Aufstiegsrunde gemeldet hat • die Nächstplatzierten der Gruppenliga (die exakte Zahl

hängt von der Zahl der Auf- und Absteiger ab)

Die jeweiligen Verbandsliga-Meister der Saison 2015/2016 aus den Gruppen Nord und Süd steigen direkt in die Hessenliga auf. Aus der Gruppenliga qualifizieren sich dann die jeweiligen Gruppenliga-Titelträger direkt für die Verbandsliga. Anders als in der Hessenliga dürfen in der Klasse darunter auch Jugendspielgemeinschaften mitmischen.

Kleinere Vereine aus der Region äußerten sich gegenüber Gerke jedoch besorgt. Ihre Befürchtung: Die vermeintlich Großen könnten ihnen wegen der interessanten Spielklasse noch früher die Talente wegschnappen. Die vorherrschende Meinung ist aber eine andere: Nämlich, dass gute Spieler so oder so bei den besten Vereinen landen werden. Foto: Archiv

Von Björn Mahr

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