Stephan Meyer längst nicht nur TGW-Handballminis engagiert

Stephan Meyer im Einsatz für die Handball-Minis

In seinem Element: Stephan „Fossi“ Meyer durfte vor einer Woche endlich wieder mit den Wehlheider Handballminis trainieren.
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In seinem Element: Stephan „Fossi“ Meyer durfte vor einer Woche endlich wieder mit den Wehlheider Handballminis trainieren.

Dass Sporttreibende unter Corona leiden, ist bekannt. Aber auch Trainer und Verantwortliche durchleben eine harte Zeit. Dies gilt in besonderem Maße für Stephan Meyer. Und so verwundert es nicht, dass dieser überglücklich war, als er in der vorigen Woche erstmals wieder mit dem jüngsten Handballnachwuchs der TG Wehlheiden auf dem Platz stehen durfte.

Ein Training wie gewohnt zog Meyer nicht durch. Vielmehr ging es darum, überhaupt wieder in Bewegung zu kommen und sich wieder an den Handball zu gewöhnen. „Aber das war heute schon so toll, sich endlich mal zu sehen und zusammen zu trainieren. Da war der anstrengende Arbeitstag schnell vergessen“, sagt er nach der Einheit mit den Minis auf der Buchenau-Kampfbahn. Das Leuchten in den Augen hatten dabei nicht nur die Kinder, sondern auch der 55-Jährige selbst. Schließlich ist die Arbeit mit den Kleinsten für ihn eine Herzensangelegenheit. Und das spüren auch seine Schützlinge. „Die Kinder lieben ihn, sie fühlen sich wohl und geborgen bei ihm. Er ist wie ein zweiter Vater für sie“, sagt der Papa eines von Meyer betreuten Minis.

„Das Schöne ist, man bekommt immer was zurück. Auch wenn der Fossi mal böse wird“, sagt Meyer. Fossi? „Viele wissen meinen richtigen Namen gar nicht. Den Spitznamen habe ich von den Handball-Kindern. Wegen des roten Bartes wie bei Fossi-Bär aus der Muppet-Show.

Und wenn die Kinder einmal nicht zu ihm kommen können, wie so oft in den letzten zwölf Monaten, kommt er eben zu den Kindern. Wie zuletzt an Weihnachten. Als Weihnachtsmann. „Mit Mütze und Kostüm. Einen Bart habe ich ja sowieso. Fünf Stunden lang war ich unterwegs, und habe den Kindern kleine Geschenke gebracht“, berichtet er.

Nachdem er selbst früher bei Olympia Kassel Fußball gespielt hatte, zog es ihn zum Handball und zum GSV Eintracht Baunatal. Dort begann er mit der Jugendarbeit und intensivierte diese nach seinem Wechsel zur TG Wehlheiden. „Ich bin überall der Aufbauer, mache den Grundaufbau und gebe die Sache dann in andere Hände, die das Weitere besser können als ich“, sagt der verheiratete Vater von zwei Kindern. „In die Nationalmannschaft“, sagt er weiter, „habe ich noch keinen gebracht. Aber darum geht es auch gar nicht.“

Für Meyer stehen Spaß und Freude der Kinder im Mittelpunkt. Und das Ehrenamt. Davon bekleidet der Angestellte im Vertriebssystem der KVG eine ganze Reihe. Die nicht beim Sport enden, wo er neben dem Traineramt als Sekretär, Zeitnehmer und Hallensprecher waltet. Meyer ist zudem Betriebssanitäter, Vertrauensmann der Gewerkschaft, ehrenamtlicher Rettungssanitäter beim ASB, leistet Sanitäterdienst bei den Heimspielen des KSV Hessen Kassel und engagiert sich in der Niederzwehrener Matthäuskirche als Prädikant sowie Kirchenältester.

„Die Selbstlosigkeit ist mir in die Wiege gelegt worden. Schon meine Eltern und Geschwister haben sich nicht versteckt, sondern engagiert und waren aktiv“, betont Meyer. Die Betätigungen seien für ihn „ein Lebens- und Glaubensstil, Nächstenliebe live. Wobei man sich selbst auch nicht vergessen darf.“

Über die Jahre hat er gelernt, auch mal Nein zu sagen. „Das klappt nicht immer. Manchmal habe ich da noch einen kleinen Sprachfehler und sage Ja“, berichtet er. Bestätigung von Eltern und Kindern erfährt Meyer gern, an mehr liegt ihm nichts. „Auszeichnungen habe ich schon genug bekommen, auch wenn das Bundesverdienstkreuz natürlich noch fehlt“, scherzt er, „ich brauche auch keine Bauchpinselei, wie es euer Artikel bestimmt wird.“ Warum er dennoch offen dafür war? „Ich sehe das als Werbung fürs Ehrenamt.“ (Wolfgang Bauscher)

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