Reaktionen heimischer Spieler

Im Badminton ruht der Spielbetrieb bis zum 15. Januar: „Es schmerzt überall“

Nichts ist im Badminton im Moment so, wie es sein sollte: Unser Symbolbild entstand 2017 bei einem Ranglistenturnier.
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Nichts ist im Badminton im Moment so, wie es sein sollte: Unser Symbolbild entstand 2017 bei einem Ranglistenturnier.

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen in Hessen hat das Präsidium des Hessischen Badminton-Verbandes (HBV) in Abstimmung mit den Bezirken am vergangenen Wochenende entschieden, den Spielbetrieb in allen hessischen Spielklassen bis zum 15. Januar 2021 zu unterbrechen.

Wir sprachen mit den Betroffenen.

Der Bezirksjugendwart

Frank Mosenhauer hat am vergangenen Wochenende an der Videokonferenz teilgenommen, bei der über die hessenweite Aussetzung des Spielbetriebes entschieden wurde. Der 55-jährige Bezirksjugendwart sieht die Entwicklung mit Sorge: „Es schmerzt überall. Auch aus nordhessischer Sicht ist diese Maßnahme ein herber Rückschlag. Dabei startete die Saison nach der langen Zwangspause, verbunden mit dem Abbruch der vergangenen Saison sowie der Absage diverser regionaler und überregionaler Turniere sowohl im Schüler-, Jugend- als auch im Erwachsenenbereich, Anfang September in allen Ligen recht optimistisch.“

Viele Badmintonspieler hätten sich trotz der Trainingspausen durch Laufen oder im Fitnessstudio recht fit gehalten und sich intensiv auf die neue Saison vorbereitet. Für die sei die Absage auch mit Frust verbunden, meint Mosenhauer. Dennoch mache die Entscheidung Sinn: „Zum gesundheitlichen Risiko kommt auch die Wettbewerbsverzerrung durch einzelne Spielabsagen.“

Die Spieler

Bis gestern war noch offen, ob die erste Mannschaft des BC Kassel noch weiterspielen könnte. Das Team spielt in der Oberliga Mitte, und dazu gehören auch Mannschaften aus Thüringen, die nicht von der hessischen Entscheidung betroffen sind. Aber nach dem Verbot für den Amateursport gestern, gibt es auch hier eine Zwangspause. Damit hatte Kapitän Marc Götze schon vor der Entscheidung der Politik gerechnet. „Der Spielplan war bereits durcheinander“, sagt Götze.

Hart getroffen hat es erneut die jugendlichen Nachwuchsspieler. Beim TSV Vellmar nahmen im Schüler- und Jugendbereich viele Badminton-Talente recht erfolgreich an den Spielen der Südwestdeutschen Rangliste und den Hessischen Meisterschaften teil. Eine gute Rolle spielte dort auch Lia Mosenhauer. Die 16-Jährige, die für den TSV Vellmar spielt, steht zudem mit ihrer Hessenliga-Mannschaft auf Platz zwei.

„Das ist ein Aufstiegsplatz. Gerade hatte alles wieder so gut angefangen. Wir haben gute Chancen. Wenn jetzt der Aufstieg für uns nicht möglich ist, fände ich das sehr schade“, sagt die Elftklässlerin der Kasseler Herderschule, die schon vor der gestrigen Entscheidung der Politik eine erneute Hallenschließung und den damit verbundenen Trainingsausfall befürchtete.

Der Trainer

Danny Pohl trainiert beim TSV Vellmar mehrere Jugendmannschaften und findet es nachvollziehbar, dass der Serienbetrieb am vergangenen Wochenende eingestellt wurde, auch wenn er höherklassige Ranglistenturniere gern von der Entscheidung ausgenommen gesehen hätte. „Die von uns entwickelten Hygeniekonzepte sind gut. Man darf auch nicht vergessen, dass Badminton ein kontaktloser Sport ist.“

Fakt ist: Auf Bundesebene wurden alle Meisterschaften der Gruppenverbände abgesagt, welche der direkten Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft dienen sollten. Ob die DM in diesem Jahr in Mülheim ausgetragen werden kann, ist unsicher. (Martin Scholz)

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