Interview mit Michael Aufenanger

Im September soll wieder ein Marathon in Kassel stattfinden

Familienarbeiter: Michael Aufenanger und Tochter Paula beim EAM Kassel Marathon 2019.
+
Familienarbeiter: Michael Aufenanger und Tochter Paula beim EAM Kassel Marathon 2019.

Zwischen dem 17. und dem 19. September soll der EAM Kassel Marathon wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden.

Kassel – Das zumindest ist der Wunsch von Michael Aufenanger, der aktuell das Marathon-Team um seinen Vater Winfried verstärkt. Wir sprachen mit dem 44-Jährigen über Möglichkeiten und Probleme.

Der Kasseler Marathon ist nichts Neues für Sie. Aber jetzt engagieren Sie sich mehr. Was ist der Grund?
Bereits während der Anfänge 2007 war ich bei der Vorbereitungen dabei. Während meiner zwölf Jahre als Ahnataler Bürgermeister war ich dort stark eingebunden, aber aktuell gibt es Freiräume, die ich nutze, um meinen Vater und das Marathon-Team zu unterstützen.
2020 musste alles virtuell stattfinden. Wie kann es in diesem Jahr weitergehen?
Wir brennen dafür, einen Präsenz-Marathon durchzuführen. Das entnehmen wir auch den Rückmeldungen der Läuferinnen und Läufer. Unsere Planungen gehen also in diese Richtung, obwohl wir aufgrund der Pandemie-Situation flexibel bleiben müssen. Darüber werden Gespräche mit der Stadt Kassel und unseren Sponsoren stattfinden. Unsere Alternative wäre erneut ein virtueller Lauf, verknüpft mit Aktionen, soweit das die Corona-Lage zulässt.
Für die Läufer geht es allein um das Marathon-Wochenende. Dabei ist solch eine Großveranstaltung ein Ganzjahresprojekt. Wollen Sie das dauerhaft machen?
Aktuell kann ich mich zeitlich stärker einbringen. Meine Kandidatur für den Bundestag hat allerdings noch Vorrang. Nach der Bundestagswahl am 26. September werden die Karten neu gemischt.
Wie ist der aktuelle Stand bei den Anmeldungen?
Derzeit sind es 420.
10.000 Sportler waren früher durchaus am Start. Eine hohe Messlatte, oder?
Klar. Auf solche Zahlen schielt man natürlich immer. Und natürlich sucht man nach Wegen, die Teilnehmerzahl zu steigern. Daher bieten wir für alle Altersgruppen Strecken an und haben zuletzt auch den Bambinilauf ins Leben gerufen. Dieses Jahr wird es sicher schwierig, an frühere Zahlen anzuknüpfen. Wir werden uns nach den gesetzlichen Vorgaben richten. Das ist aber alles eine dynamische Situation. Immer mehr Menschen werden geimpft. Im Moment wissen wir nicht, wo wir Ende September stehen werden.
Welche Maßnahmen könnten helfen?
Coronatests oder Impfnachweise könnten eine Rolle spielen, aber auch Startblöcke mit zeitversetzten Starts sind angedacht. Vielleicht müssen wir auch die Streckenführung überdenken. Und wir haben aktuell noch keine Gewissheit über die Messe als Standort für die Marathonmesse und die Startunterlagenausgabe, da ja die Auesporthalle als Impfzentrum belegt ist. Wir sind ständig mit wechselnden Rahmenbedingungen konfrontiert.
Der Mini-Marathon ist immer eine emotionale Angelegenheit. Wie sieht es damit aus?
Die Schulen haben natürlich im Moment andere Probleme, und so können wir nicht wie gewohnt in Kontakt treten und uns gegenseitig unterstützen. Wenn der Lauf stattfindet, werden wir mit geringeren Teilnehmerzahlen rechnen müssen.
Welche Zukunft sehen Sie für den Marathon mit all seinen Wettbewerben?
Der EAM Kassel Marathon ist eine Marke, die auch für Kassel wichtig ist. Und wir haben ein starkes Team von Angestellten, Ehrenamtlichen und Sponsoren. Der Marathon wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln, aber aus meiner Sicht hat er eine Zukunft. (Martin Scholz)

Zur Person

Michael Aufenanger (44) engagiert sich seit den Anfängen des Kasseler Marathons 2007 an der Seite seines Vaters Winfried Aufenanger für den Lauf. Michael Aufenanger lebt in Ahnatal, ist verheiratet und hat drei Töchter (16, 14 und 11 Jahre). Bis April war der frühere Polizei-Oberkommissar zwölf Jahre Bürgermeister in Ahnatal. Der Verwaltungsfachwirt hat zudem ein Studium „Master of public Administration“ abgeschlossen. In seiner Freizeit treibt er selbst gern Sport: er läuft und spielt Fußball. (sol)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.