Kasseler Sportwissenschaftlers Hottenrott präsentiert Ergebnisse

Studie belegt: Intervallfasten bewirkt mehr Effekte beim Training

Gegen die Pfunde: Fasten parallel zum Training ruft zusätzliche positive Wirkungen hervor. Foto:  dpa

Kassel. Eine Studie des Kasseler Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Kuno Hottenrott belegt: Ausdauertraining mit kurzzeitigem Nahrungsverzicht bringt mehr Verbesserungen.

Im Februar hat der Kasseler Sportwissenschaftler Prof. Dr. Kuno Hottenrott eine Studie gestartet. Die Fragestellung lautete: Bewirkt Ausdauertraining mit Fasten mehr als Ausdauertraining ohne Fasten? Mehr als 1000 Hobbysportler bewarben sich auf unseren Aufruf, 84 wurden ausgewählt und nahmen zwölf Wochen lang an der Studie teil. Nun präsentierte Hottenrott die Ergebnisse.

„Unser Programm mit Laufen und Intervallfasten war ein voller Erfolg“, sagt der Kasseler Sportwissenschaftler. Zwölf Wochen trainierte eine Untersuchungsgruppe und fastete parallel. Eine zweite Gruppe erhielt ebenfalls ein Trainingsprogramm und einen leistungsfördernden Ernährungsplan - aber ohne zu fasten. Das Fazit: Die Teilnehmer der Fastengruppe haben sich deutlicher verbessert als die Probanden, die nur gelaufen sind.

Der Leiter des Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung der Universität Halle-Wittenberg hatte Neuland betreten. „Unsere Grundannahme, dass Fasten parallel zum Training zusätzliche positive Wirkungen hervorruft, hat sich bestätigt.“ Der 56-Jährige betont überdies, dass beide Gruppen ihre Ziele erreicht haben: Die Leistungsfähigkeit wurde erhöht, das Körperfett beachtlich abgebaut und Parameter wie Ruhepuls, Blutdruck und Bauchfett deutlich verbessert. Hier sind Fakten zur Studie:

Die Ergebnisse 

Im Schnitt haben die Teilnehmer aus beiden Gruppen sechs Kilogramm abgenommen, sie haben nach zwölf Wochen 3,9 Prozent weniger Körperfett, der Ruhepuls hat sich im Mittel um elf Schläge pro Minute verlangsamt, und die maximale Laufgeschwindigkeit ging um 12,5 Prozent nach oben. „Das sind wirklich tolle Ergebnisse“, schwärmt Hottenrott.

Kuno Hottenrott

Vor allem die Verbesserungen in der Lauf- und Fastengruppe können sich sehen lassen. Da liegt die Gewichtsabnahme im Schnitt bei 7,5 Kilogramm. Ein Mann bringt heute 18 Kilo weniger auf die Waage. In der Fastengruppe hat sich der Bauchumfang um acht Zentimeter im Mittel reduziert, der Ruhepuls ist um 13 Schläge pro Minute heruntergegangen, und die Teilnehmer haben im Schnitt ihre maximale Laufgeschwindigkeit um 14 Prozent verbessert.

Das Intervallfasten 

Intervallfasten meint den kurzzeitigen Nahrungsverzicht. Die Teilnehmer der Fastengruppe nahmen an maximal zwei Tagen pro Woche weniger Nahrung auf. Die Energiezufuhr betrug dann nur 400 bis 600 Kalorien.

Die Teilnehmer 

Alle Probanden waren zwischen 20 und 60 Jahre alt. Als wichtige Kriterien hatte Hottenrott festgelegt: Die Teilnehmer sollten keine Sportneulinge sein, aber auch keine Leistungssportler. Und sie durften keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Stoffwechselstörungen aufweisen. Was den Studienleiter besonders gefreut hat, waren „die positiven Rückmeldungen. Die Teilnehmer waren unglaublich engagiert. Die meisten wollen weitermachen“, sagt Hottenrott.

Für mehr als 20 Hobbysportler hat der Sportwissenschaftler bereits neue Trainings- und Ernährungspläne geschrieben. Damit hat sich ein weiterer erhoffter Effekt eingestellt: Die Probanden haben das erfahrene Konzept - gesunde Ernährung plus Intervallfasten plus körperliche Aktivität - als neuen Lebensstil verinnerlicht.

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