Drittligist steckt in sportlicher Misere

Interview mit Niestetaler Tischtennis-Spielerin Janina Ciepluch: „Wir hängen uns weiter rein“

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Geben trotz des anhaltenden Misserfolgs immer alles: Janina Ciepluch (beim Aufschlag) und Sarah Rau vom SC Niestetal, hier bei einem Doppeleinsatz. 

Die Bilanz ist ernüchternd. 0:14 Punkte und ein Spielverhältnis von 4:42 sprechen eine deutliche Sprache. Zu beneiden sind die Tischtennisspielerinnen des SC Niestetal als Schlusslicht der 3. Bundesliga Nord nicht. Vor den Heimspielen in der Mehrzweckhalle Niestetal gegen DJK GW Annen (Samstag, 18 Uhr) und SC Poppenbüttel (Sonntag, 12 Uhr) sprachen wir mit Spielerin Janina Ciepluch über Situation und Perspektive der Mannschaft.

Woran liegt es, dass die Erfolge ausbleiben?

Mit Emina Hadziahmetovic und Tetyana Maksimenko fallen unsere Nummer eins und zwei verletzt aus. Das ist die Hälfte des Teams. Auch eine Fußballmannschaft könnte so etwas nicht verkraften. Das Problem hatte sich schon vor Saisonbeginn angedeutet, wurde aber langfristiger als befürchtet.

Ist eine baldige Rückkehr der beiden denkbar?

Bei Emina müssen wir eher davon ausgehen, dass sie nicht mehr spielt. Bei Tetyana könnte es noch klappen.

Wie groß ist unter diesen Umständen die Hoffnung auf den Klassenerhalt?

Es scheint, als könnten wir die 3. Bundesliga abhaken. Außer es gibt eine Blitzheilung. Aber dann bitte bei beiden Verletzten, denn eine wäre auch noch nicht genug.

Welche Bedeutung hätte der drohende Abstieg für Mannschaft und Verein?

Er wäre keine Katastrophe, aber sehr schade. Wir sind immerhin die am höchsten spielende nordhessische Mannschaft und das Aushängeschild des Vereins. Und irgendjemand muss ja absteigen. Es wäre dann auch schwerer, Spielerinnen von außerhalb zu holen. Aber auf Biegen und Brechen macht der Klub das sowieso nicht.

Welche Stimmung herrscht im Team angesichts der fehlenden Erfolge?

Wir sind etwas deprimiert, das ist doch klar. So wie am Wochenende bei den glatten Niederlagen nahe Hamburg. Wir wussten vorher, dass es nicht mal eine Chance auf ein 5:5 gibt.

Spaß hat man dabei nicht mehr, oder?

Doch, den hatten wir. Wir waren nur zu viert unterwegs, weil auch Trainer Eike Oliv verhindert war. So ist man ein bisschen lockerer. Wir haben in Hamburg übernachtet, waren essen und auf dem Weihnachtsmarkt. Man kämpft gemeinsam gegen die Umstände.

Wie hoch ist der sportliche Ehrgeiz noch?

Wir hängen uns auf jeden Fall weiter rein und haben für unsere Verhältnisse immer gut gespielt. Aber es ist schwer, weil unser Nachwuchstalent Sarah Rau und ich als Drei und Vier nach oben gerutscht sind, dort haben wir zu starke Gegnerinnen. Komischerweise habe ich da mein bestes Tischtennis gespielt, auch wenn es kaum zu Siegen reicht. Es tut aber gut, wenn man immer gefordert ist, 100 Prozent zu bringen.

Halten Sie persönlich auch deshalb durch, weil Sie dem Verein eng verbunden sind und aus der Region stammen?

Klar, man macht das alles so eher mit. Ich sehe mich in der Verantwortung und ziehe mich nicht einfach raus.

Mit welchem Motto gehen Sie in die weiteren Spiele?

Es ist ein bisschen wie ,Augen zu und durch’. Andererseits spielen wir alle ja auch sehr gern und können lernen und Erfahrungen sammeln. Das gilt besonders für Sarah Rau, die viel Lehrgeld zahlt, aber viele Erkenntnisse gewinnt.

Wie sind die Perspektiven für die Heimpartien am Wochenende?

Das kommt darauf an, wer spielt. Beide Gegner sind ja nicht so weit von uns weg. Wenn es gut läuft, ist ein Unentschieden drin. Ein Sieg wäre eine Überraschung.

Zur Person

Janina Ciepluch (22) wurde am 25. März 1997 in Kassel geboren und wohnt in Lohfelden. Sie spielt seit 2015 für den SC Niestetal und ging zuvor für den thüringischen TTC Schwarza und den GSV Eintracht Baunatal an die Tische. Ciepluch studiert Lehramt an der Universität Kassel.

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