„Freue mich immer noch auf jedes Spiel“

Interview: Russlands Star Maxim Afinogenov 

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Zu Gast in Kassel: Eishockeystar Maxim Afinogenov (rechts) lauscht mit Vityaz-Teamkollege Alexander Nikulin der russischen Nationalhymne.

Kassel. Beim Wingas-Cup ist er der Star der Stars. Und Reporterpraktikantin Irina Nizovkina aus Moskau weiß: „Bei uns in Russland ist Maxim Afinogenov bekannt wie ein Popstar.“ Also suchten wir gemeinsam das Gespräch mit dem Topstürmer des HC Vityaz Podolsk aus Russland.

Maxim Sergejewitsch Afinogonow, Sie haben in den größten Eishockeytempeln der Welt gespielt. Nun also sind sie in Kassel. Was ist ihr erster, auffälligster Eindruck? 

Afinogenov: Alles ist gut, die Spiele waren gute Tests, das Turnier gut organisiert. Schade war, dass fast alle Fans nur die Huskies angefeuert haben.

Hatten Sie je zuvor von diesem Ort gehört oder gelesen? 

Afinogenov: Ehrlich gesagt nein. Bei uns dreht sich alles um die NHL und die KHL. Aber ich habe erfahren, dass die Kasseler 2016 Champion in der zweiten Liga waren.

Was würde in ihrem Leben fehlen, wenn Sie niemals in Kassel gewesen wären? 

Afinogenov: Ich hätte einen interessanten Ort und viele nette Menschen weniger kennengelernt. Ich bin gern unterwegs und sehe etwas von der Welt.

Was sagen Sie zum Spiel gegen die Huskies? 

Afinogenov: Das ist keine schlechte Mannschaft. Es war überraschend und interessant, wie lange sie das Spiel gegen uns beim Stand von 1:2 eng gehalten haben.

Wie motivieren Sie sich noch nach 21 Profijahren und wie gerade für solche Spiele hier? 

Afinogenov: Ich liebe Eishockey. Und ich freue mich auch heute immer noch auf jedes Spiel. Und ich weiß, dass auch jedes Vorbereitungsspiel für mich und für unsere Mannschaft wichtig ist.

Bleibt in ihrem Beruf überhaupt noch Zeit, die Gegenspieler (!) auch als Sportkameraden und Freunde kennen zu lernen, vielleicht hier im gemeinsamen Hotel? 

Afinogenov: Die Zeit ist rar, natürlich. Aber Smalltalk geht immer. Ich kenne viele, viele Leute im Eishockey. Und da gibt es natürlich auch immer etwas zu bereden.

Was vermissen Sie jetzt als Profisportler im Leben, wofür hätten Sie gern mehr Zeit? 

Afinogenov: Natürlich würde ich gern mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Aber wie andere Menschen zur Arbeit gehen ist eben Eishockey mein Beruf.

Sie sind jetzt 37. Wie lange wollen Sie noch spielen, was kommt danach? 

Afinogenov: Ich möchte spielen, so lange es geht, ich Kraft habe und der Körper es zulässt. Und nach der Zeit als Spieler möchte ich natürlich gern im Eishockey bleiben, vielleicht als Trainer. Es wäre schön, wenn ich mein Wissen und Können weitergeben kann.

Wo wird das sein? In ihrer Heimstadt Moskau, in Podolsk, in Nordamerika? 

Afinogenov: Keine Ahnung, das ist auch egal. Hauptsache es geht weiter im Eishockey.

Welche Rangliste würden Sie erstellen für die besten Ligen der Welt? 

Afinogenov: Die NHL ist das Größte, dann kommt die KHL. Aber darunter? Schweden? Tschechien? Ich habe keine Ahnung.

Und wer sind die drei besten Spieler der Welt? 

Afinogenov: Wayne Gretzky, Mario Lemieux und Pavel Bure, das sind meine top Drei, absolut. Und bei den jetzt noch aktiven Spielern Sid Crosby, Connor McDavid und Pavel Datsyuk.

Zur Person

Maxim Afinogenov, 37, geboren am 4. September 1979 in Moskau, debütierte mit 17 bei Dynamo Moskau im Profiteam und mit 20 bei einer WM. Schon 1999 kam er als Drittrundendraft nach Buffalo in die NHL. Für die Sabres (bis 2009) und Atlanta bestritt der Rechtsaußen genau 700 NHL-Spiele mit 418 Scorerpunkten. Via St. Petersburg (2010) kam er 2013 zu Vityaz Podolsk. Afinogenov war Junioren-Weltmeister U18 und U20, holte mit der Sbornaja Olympia-Bronze 2002 sowie einen kompletten WM-Medaillensatz: Gold 2008, Silber 2002 und 2010, Bronze 2005. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter.

Von Gerald Schaumburg und Irina Nizovkina

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