Der ehemalige Zwehrener Erik Ullrich holt mit den Füchsen Berlin deutschen Titel

Ein Jahr und schon Meister

Er macht die Bude dicht: Erik Ullrich, hier in einer Spielszene im Tor der Füchse Berlin, blickt auf ein erfolgreiches erstes Jahr in der B-Jugend zurück. Vor einem Jahr war er von der HSG Zwehren/Kassel in die Bundeshauptstadt gewechselt. Foto: Voigt

Kaufungen. Knapp ein Jahr ist es her, seit er wegging. Handball spielt er nicht mehr für die HSG Zwehren/Kassel, sondern die Füchse Berlin. Wohnt, anders als zuhause in Kaufungen, im Internat des Hauptstadtklubs und geht dort zur Schule, anstatt wie zuvor auf das Kasseler Goethegymnasium. Seit dem 11. Juni ist er deutscher Meister. Wie aber hat Erik Ullrich das Jahr privat und sportlich erlebt? Das Sportliche

Klar, wer deutscher Meister wird, ist mit sich und der Welt im Reinen. Zumal wenn er am Titelgewinn mit der B-Jugend der Füchse beträchtlichen Anteil hat. „Das erste Finalspiel gegen die SG Kronau/Östringen endete 20:20. Im Rückspiel stand es 21:21, und ich habe in den Schlusssekunden noch einen gehalten“, berichtet Ullrich. Bei einem Gegentor wäre der Titel an die Löwen gegangen. „Ich musste den aber auch halten, weil der Werfer durch die Deckung schon viel Kontakt bekommen hatte“, will der 16-Jährige seine Tat nicht überbewerten.

Schon während der Saison kam Ullrich regelmäßig zum Einsatz und erhielt ab dem Viertelfinale zur deutschen Meisterschaft noch mehr Spielzeit, weil sich Kollege Tim Folkmann verletzt hatte. Ob er noch wie früher eine kleine Schwäche mit dem kurzen Eck hat? „Na ja, ich habe schon einen Schritt nach vorn getan. Kleinigkeiten gibt es aber immer zu verbessern.“ Das Private

Ein bisschen Heimweh hatte Ullrich anfangs schon. Inzwischen ist es längst verflogen. Vor dem Weggang vermutete er, im Internat sei es auch ein wenig wie in der Familie. Hat sich das im Stadtteil Hohenschönhausen bestätigt? „Ja schon, ich habe mich sehr gut eingelebt und in den Teamkameraden echte Freunde gefunden. Und es ist gut, dass man selbstständiger werden muss. Inzwischen geht es auch ohne Eltern.“

Ins heimatliche Kaufungen kommt Ullrich nicht oft. „Einmal, in der Vorbereitung zur deutschen Meisterschaft, war ich zehn oder elf Wochen lang nicht hier“, sagt er. Schlimm hätte er das wohl nur anfangs gefunden. Kontakt zu den alten Kumpels hält er trotz der Distanz. Mit dem Leichtathleten Jonathan Pflüger vom LAV Kassel verbrachte er ein paar erholsame Tage an der Ostsee.

Den Wechsel zu den Füchsen bereute Ullrich nie. Zumal er sich in Berlin wohlfühlt. „Das ist eine tolle Stadt mit vielen Möglichkeiten. Die Anderen verraten mir immer mal die Hotspots“, erklärt er. Zum echten Hauptstädter wandelte er sich nicht: „Sagen wir mal, ich bleibe schon noch ein Kasseler in Berlin.“

Das Ziel

Die Füchse waren Meister 2016 und sind es mit Ullrich nun auch 2017. „In der nächsten Saison will ich als einer der Älteren die Mannschaft führen und den Titel verteidigen“, gibt er sich ehrgeizig und nennt einen weiteren Anreiz: „Mit der Berlin-Auswahl haben wir bei Jugend trainiert gewonnen und vertreten Deutschland 2018 bei der Schul-WM in Qatar. Da wollen wir natürlich auch gut abschneiden.“

Von Wolfgang Bauscher

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