Treue Seelen: Jonny Klink hat Spaß an Ämtern bei den ACT-Basketballern

„Irgendeiner muss es ja machen“

Zwischen Korb und Ball: Jonny Klink steht in der Basketball Halle der ACT Kassel
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Zwischen Korb und Ball: Jonny Klink steht neben seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten für die Basketballer der ACT Kassel auch weiterhin gern selbst auf dem Spielfeld.

Jonny Klink ist ein engagierter Mensch. Nicht nur im Sport. „Man wächst mit den Aufgaben, und irgendeiner muss es ja machen“, sagt er schmunzelnd. Die naheliegende Frage, „warum ausgerechnet ich?“, hat er sich noch nicht gestellt. „Nein, man profitiert viel davon und bekommt viel zurück, ohne Ehrenamt wäre das Leben langweiliger“, betont er.

Kassel - Zum Basketball und zur ACT Kassel fand der 29-Jährige 2002 durch seinen damaligen Lehrer Nestor Katzagiorgis, einem der Korbjäger des Klubs. Klink, der John heißt aber nur Jonny genannt wird, fand Gefallen daran und blieb. Zur Saison 2005/06 suchte Marion Kühn, früher wie heute eine der Hauptverantwortlichen der ACT, einen Trainer für die U 10 und fragte ihn, ob er das Amt übernehmen könne. Er konnte.

Aus dem anfänglich überschaubaren Engagement wurde ein vielfältiges. Klink machte den Trainerschein sowie den Schiedsrichterschein. 2012 absolvierte er bei der ACT ein Freiwilliges Soziales Jahr, trainierte Jugendmannschaften und auch die Zweiten Herren. Abseits des Spielfelds wirkt der Kasseler in Abteilungsleitung sowie Vorstand des Gesamtvereins und als Kassenwart, Mitglieder-Verwalter und ist Vorsitzender des Fördervereins ACT-Basketball. Und als ob das alles noch nicht reichte, übernahm er von Initiator Jonas Borschel auch die Betreuung der Grundschulliga.

Klink baut derzeit den Master in Politik-Wissenschaften. Beruflich sieht er sich danach eher in einem anderen Bereich. „Ich bin ein Vereinsmensch und will eher auf die soziale Schiene“, sagt er. Muss er sich selbst charakterisieren, schreibt er sich die Eigenschaften „zuverlässig, treu, empathisch und vielseitig“ zu. Im Ortsbeirat Wesertor bringt er sich für die SPD ein sowie als Kassierer im Kleingartenverein Schützenplatz.

Reizvoll findet es Klink zu sehen, wie bei der ACT die sportliche und, für ihn noch wichtiger, persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sowie der Ausbau der Infrastruktur vorangeht. „Vor fünf Jahren hätte hier doch niemand gedacht, dass die ACT ein Jugend-Bundesligateam auf die Beine stellen könnte.“

Auf der Strecke blieb zu Klinks Bedauern aus Zeitknappheit das eigene Spiel. Das ändert er nun. „Momentan baue ich mal wieder bei den Kleinen was auf und trainiere daher mit Damiel Eckhardt die U 12. Und ich will mich wieder als Spieler bei den Zweiten Herren beweisen“, erklärt er.

Als schönste Erlebnisse seiner Zeit bei der ACT wertet er neben der Bundesliga-Teilnahme Starts bei den Hessenmeisterschaften. „Toll ist es auch, dass wir es selbst in der schweren Zeit der Pandemie schaffen, unsere Mitglieder zu halten und sogar neue zu gewinnen“, betont er. Was bei der Ausübung der vielen Ämter vor allem braucht? „Geduld. Oft geht es um lange Prozesse. Dabei muss man auch mal einen Schritt zurückgehen, um ein paar nach vorn machen zu können. Und man benötigt Empathie. Ich mache ja keinen stillen Bürojob, sondern arbeite mit höchst unterschiedlichen Menschen.“

Am schwersten zu ertragen findet Klink derzeit das Ungewisse. „Man muss immer versuchen, was zu bieten, auch wenn kein Ende der Pandemie in Sicht ist. Wir pflegen die Mannschaftsgefüge auch abseits des Sports, selbst wenn das Vereinsleben fehlt“, sagt er. Sieht er sich eher als Einzelkämpfer? „Ja, aber nur so weit, dass ich alles auch allein erledigen können sollte. Letztlich muss mit Verein und Vorstand immer ein gemeinsamer Nenner gefunden werden.“

Anerkennung für seine Arbeit benötigt Klink nicht. „Aber manchmal vielleicht ein bisschen mehr Verständnis. Viele halten den Verein einfach für einen Dienstleister. Aber er lebt schließlich vom Ehrenamt. Und das muss, genau wie das Spiel, Spaß machen.“

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