Von der Hessenliga bis zu den Kreisligen

Kälte stoppt Fußballer: Verbot für alle Spiele bis Donnerstag

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Zwangspause: Bis Donnerstag dürfen auf hessischer Ebene keine Pflicht- und Testspiele im Fußball stattfinden. Alles wird abgesagt.

Kassel. Die Kältewelle stoppt die heimischen Fußballer. Wegen der Temperaturen hat der Hessische Fußball-Verband ein Verbot für Test- und Pflichtspiele bis einschließlich Donnerstag ausgesprochen.

Das betrifft die Vereine von der Hessenliga bis zu den Kreisligen. Wir haben uns beim Verband, einem Arzt, Spielern und Trainern umgehört.

Verband will Fußballspieler schützen

„Das Verbot betrifft alle Abendspiele ab 18 Uhr“, erklärt Matthias Gast, Pressesprecher des Hessischen Fußball-Verbands (HFV). Allerdings finden zu dieser Zeit im Amateursport unter der Woche ausschließlich die Spiele statt. Der Grund für das Spielverbot liegt auf der Hand. „Es geht darum, die Gesundheit der Spieler zu schützen“, sagt Gast. Damit sollen die Fußballer sowohl vor Verletzungen bewahrt werden, die auf gefrorenen Böden schneller auftreten können, als auch vor Problemen mit der Muskulatur und den Atemwegen aufgrund der eisigen Luft.

Arzt befürchtet Verletzungen bei Fußball in der Kälte

Aus ärztlicher Sicht bestehen einige Bedenken gegenüber dem Leistungssport bei eisigen Temperaturen. Die Belastung für Herz und Kreislauf ist dann höher als sonst, die Infarktgefahr steigt“, sagt der Kasseler Internist Rolf Breidenstein und ergänzt: „Auch die Muskulatur verhärtet schneller.“

Spieler: Man spürt ein bisschen was an den Lungen

Wenig Sinn macht das HFV-Verbot nach Ansicht von Christian Krug. „Das hat früher auch ohne Spielverbot gut funktioniert“, sagt der Verteidiger des KSV Hessen Kassel II. Am Sonntag beim 3:2-Sieg in der Verbandsliga über Willingen hatte Krug mit den Minusgraden kein Problem: „Wenn du mit dem Aufwärmen anfängst, frierst du dir schon was weg. Aber wenn du einmal warm bist, merkst du die Kälte nicht mehr.“ Eines immerhin räumt der 21-Jährige ein: „Man spürt ein bisschen was an den Lungen. Aber das hat man beim Joggen oder Spazieren gehen auch.“ Arm dran seien allerdings die Ersatzspieler auf der Bank.

Keine Schwierigkeiten mit der Kälte hatte Maximilian Igel. Beim 1:0-Sieg von Verbandsligist TSV Rothwesten über Mengsberg machte eher der hart gefrorene Platz Probleme. „Das war wie im Sommer, wenn er ausgetrocknet ist“, sagte der Abwehrspieler. Das Atmen ging leicht. „Wir sind ja nicht in Sibirien. Aber als wir mal bei minus zehn Grad trainiert haben, kam schon ein leichter Blutgeschmack.“

Allerdings habe der Gegner seine Mannschaft „auch kaum gefordert. Die Belastung war also niedrig“. Nur die Knie fühlten sich zum Ende hin kalt an. Die Anordnung des HFV findet Igel gleichwohl in Ordnung. Und sei es nur wegen der schlechten Plätze. „Ich bin vorbelastet, weil ich mir schon mal auf vereistem Platz den Knöchel gebrochen habe“, sagt der 22-Jährige.

Trainer begrüßt das Spielverbot

Lothar Alexi begrüßt das Verbot des Verbandes. „Die Lungen können bei Kälte die Belastung nicht immer gut verkraften. Im Training kann man sie dosieren, im Spiel gehst du Tempo und Wege, die schädlich sein könnten“, erklärt der Trainer von Verbandsligist CSC 03 Kassel. Spieler gerieten aufgrund intensiver Atmung in eine Sauerstoffschuld und müssten eigentlich durch die Nase atmen. „Aber wie soll das auf dem Platz gehen?“

Leicht fiel Alexi das Atemholen gestern selbst nicht. Er weilt zum Skiurlaub im österreichischen Kaprun. „Auf dem Gletscher hatten wir minus 27,7 Grad.“

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