TV Jahn Kassel gegen TG Wehlheiden

Heiß auf das Kasseler Volleyball-Derby

Mit Biss ins Derby: Elena Kah (links) von der TG Wehlheiden und Anna-Lena Stark vom TV Jahn erleben am Sonntag ihr erstes Derby. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein: Am Sonntag treffen im Derby der Volleyball-Regionalliga Südwest der Drittplatzierte TV Jahn Kassel und Schlusslicht TG Wehlheiden aufeinander.

Spielbeginn in der Aueparkhalle ist um 15 Uhr. Im Interview sprechen die Zuspielerinnen Anna-Lena Stark (TV Jahn) und Elena Kah (TGW) übers Derby.

Warum sollten die Zuschauer zum Derby kommen?

Anna-Lena Stark: Unsere Heimspiele sind immer etwas Besonderes. Unser Motto lautet dieses Mal Blockbuster. Es gibt eine Verlosung und viel Drumherum. Es ist spannend, wenn zwei Mannschaften aus dem gleichen Kreis ihre Kräfte messen. Ich glaube, es wird ein spannendes Spiel, auch wenn der Unterschied in der Tabelle zu sehen ist. Die meisten Spielerinnen kennen sich, das ist etwas anderes, als wenn ein neuer Gegner vor einem steht.

Elena Kah: Der TV Jahn sorgt immer für super Stimmung. Das Motto „Blockbuster“ und James Bond hat bei vielen Interesse geweckt, zu kommen. Für mich ist es das erste Derby. Wir merken in der Vorbereitung, dass noch mehr Motivation im Training da ist.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die Partie? 

Stark: Ich bin gespannt, denn ich habe das Derbyfeeling ja noch nicht erlebt. Ich kenne wenige TGW-Spielerinnen. Für mich ist es deshalb erst mal ein Heimspiel wie jedes andere.

Wovor haben Sie beim TV Jahn am meisten Respekt?

Kah: Jahn hat ein starkes Aufschlagspiel. Der Angriff ist variabel. Deshalb stehen sie so weit oben. Darauf bereiten wir uns gezielt vor.

Könnte der Tabellenstand dazu verleiten, dass der TV Jahn das Derby auf die leichte Schulter nimmt?

Stark: Nein. Wir gucken nicht auf die Tabelle und sagen, die TGW ist Vorletzter, das wird ein Klacks.

Sie haben in „James-Bond-Verkleidung“ die Werbetrommel für das Derby gerührt. Woher kommt die Idee?

Stark: Mit einem Motto kann man ein Heimspiel besser verkaufen. Es wird interessanter für die Zuschauer. „Blockbuster“ passt super zum Derby, weil es etwas Aufregendes wird, das sich die Leute anschauen sollten.

Muss Ihr Trainer Florian Margraf im Anzug auflaufen? 

Stark: Nein. Für ihn ist es ja auch aufregend. Da wird er sich am Spielfeldrand für was Bequemes entscheiden. Aber auch ohne Anzug ist er gewissermaßen unser James Bond. Sein Training ist spitze. Und in den Spielen bringt er Ruhe rein, wenn es mal hektisch wird oder nicht so gut läuft.

Warum läuft es beim TV Jahn denn überhaupt gerade so gut? 

Stark: Im Moment sind die meisten fit. Das ist anders als im vergangenen Jahr. Wir sind gut aufeinander eingestimmt und das Training ist sehr effektiv.

Träumen Sie schon wieder von der Dritten Liga?

Stark: Die Dritte Liga ist ein Thema für sich. Es wäre viel mehr Geld, das beschafft werden müsste. Es wäre zeitintensiver. Wir müssten uns als Mannschaft erst mal zusammensetzen, wollen wir das überhaupt noch mal? Aber darüber haben wir noch nicht gesprochen.

Frau Kah, welche Chance rechnet sich die TGW aus? 

Kah: Wir versuchen, die Plätze in der Tabelle auszublenden und uns nur auf dieses Spiel zu konzentrieren. Wir haben bisher auch gute Spiele abgeliefert, allerdings sieht man es im Ergebnis nicht. Wenn wir die Leistung aus dem Training bringen, haben wir auch gute Chancen, das Spiel zu gewinnen.

Sie sind in der Oberliga von Sieg zu Sieg geeilt, warum tun Sie sich jetzt so schwer? 

Kah: Wir sind ratlos. Wir trainieren und spielen gut. In der Videoanalyse sieht es besser aus, als es das Ergebnis zeigt. Uns fehlte wohl die Konsequenz, unser Spiel bis zum Ende durchzuziehen.

Ist die Angst im Hinterkopf, wieder abzusteigen? 

Kah: Nein, diese Befürchtung hat noch niemand. Wir sehen ja, dass wir es können. Wir gehen die Spiele weiterhin positiv an.

Kann das Derby eine Initialzündung sein? 

Kah: Es wäre schon wichtig, dass endlich mal ein Sieg kommt. Wir sind die Außenseiter, aber das sehen wir gerade auch als Motivation, um aus dem Tabellenkeller rauszukommen.

Wie können im Volleyball die Zuspielerinnen den Unterschied machen? 

Stark: Wenn wir unsere Angreiferinnen nicht richtig einsetzen, kann es auch nichts werden. Wir leiten quasi das Spiel und können es den Angreiferinnen einfach machen.

Kah: Die Stellerposition ist wichtig. Wenn die Annahme passt, und die Bälle gut gestellt sind, hat man schon mal viel gewonnen.

Fällt am Netz eigentlich auch mal ein provokanter Spruch?

Stark: Ich wüsste gar nicht, dass ich mit dem Gegner überhaupt mal ein böses Wort gewechselt habe.

Kah: Ich kenne es auch nicht. Wenn guckt man sich mal böse an. Das Netz bleibt die Grenze.

Ihr Tipp fürs Derby? 

Stark: Wir wollen den fünften Sieg.

Kah: Wir müssen langsam mal gewinnen. Deshalb bin ich optimistisch.

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