Mit Spaß und richtig Schmackes

Kassel Raccoons: Beim Lacrosse-Turnier wird für Hallenliga geworben

Auf sie mit Gebrüll: Die Spielerinnen der Kassel Raccoons, (von links) Christin Mandel, Paulina Rinne, Sarah Kaiser und Nadine Kuhn, bereiten sich auf das Spiel vor. Fotos:  Koch

Kassel. Zum ersten Mal hat in der Aueparkhalle ein Lacrosse-Turnier der Damen stattgefunden. Topteams aus ganz Deutschland waren zu Gast bei den Raccoons aus Kassel. 

Stuttgart, Dresden, Berlin und Frankfurt belegten die Plätze eins bis vier und qualifizierten sich für die Finalrunde am 12. Februar. Die Gastgeberinnen verloren alle drei Begegnungen.

Doch das Ergebnis stand ohnehin nicht im Vordergrund. Die Veranstaltung diente als Werbung in eigener Sache. Die jungen Lacrosserinnen hoffen, dass der Verband eine eigene Hallenliga ins Leben ruft. Dafür ging es nun in Kassel mit viel Spaß und richtig Schmackes zur Sache. Wir haben uns vor Ort umgesehen.

Auf der Tribüne

Wem Lacrosse bislang nur in der US-Komödie „American Pie“ begegnet ist, hat erst einmal Mühe, dem Treiben zu folgen. Die Tore ähneln denen beim Eishockey, das Spielfeld entspricht in etwa der Fläche beim Handball, nur dass noch zusätzliche Linien auf den Boden geklebt sind, und das Spielgerät könnte, aus der Ferne betrachtet, als Tennisball durchgehen. Die Akteurinnen halten Schläger, an denen ist ein Netz befestigt, manche tragen Schutzbrillen, und irgendwie hat es den Anschein, als laufen alle durcheinander.

Schläger mit Netz, Ball und Schutzbrille: Sarah Kaiser präsentiert die Ausrüstung.

Das liegt in der Natur der Dinge. „In der Halle spielen wir nur sechs gegen sechs, das Spielfeld ist kleiner, es gibt keine richtigen Positionen, also geht es ganz schön zur Sache“, erklärt Sarah Kaiser, eine der Trainerinnen von den Kassel Raccoons. Weil die Sportart so intensiv ist, ist die 27 Jahre alte Referendarin von Lacrosse fasziniert. Die Aktiven brauchen Kondition, es geht um schnelles Umschalten, und es fallen Tore – „ein 0:0 kommt nie vor“, sagt Kaiser. An diesem Tag gab’s vor allem viele Gegentore für die Nordhessinnen – 3:9 gegen Regensburg und 0:6 gegen Stuttgart. Eine Partie steht noch aus.

In der Nebenhalle

Im vom Spielfeld abgetrennten Hallenteil machen sich die Raccoons warm. Ein bisschen Laufen, Dehnen, Passübungen. Ganz locker. Das gegnerische Team ist auch da. Eigens für dieses Turnier bilden Spielerinnen aus Paderborn und Rostock eine Spielgemeinschaft. Lächelnd läuft Sarah Kaiser auf die Traube zu. Es wird sich geherzt, gedrückt, man kennt sich. „Lacrosse ist wie eine große Familie“, sagt die Kasselerin.

In der Wechselbox

Unmittelbar vor der Begegnung bringen die Lacrosserinnen ihre Klamotten und Getränke in die Wechselbox, das ist ein Geräteräum in der Aueparkhalle. Für Torfrau Lena Ackermann beginnt der mühselige Teil: Sie muss sich in die Schutzmontur zwängen. Erst die Beinschoner, dann der Rumpfpanzer, schließlich der Helm – gar nicht so einfach. Zwei Teamkolleginnen helfen ihr dabei. Ein Eishockeygoalie ist nicht besser geschützt.

Sehr mühselig: Torhüterin Lena Ackermann bekommt Hilfe bei ihrer Schutzkleidung.

Kapitänin Paulina Rinne hält noch eine Ansprache. „Lasst uns Spaß haben“, ruft sie. Und los geht’s. Spätestens jetzt wird klar, was Kaiser mit intensiv meinte. Es geht hin und her. Kaum Pausen. Die Spielerinnen wechseln fliegend. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, gegen die ein Bienenschwarm wie ein ruhiger Kaffeeklatsch bei Tante Erna daherkommt. Dazu die Lautstärke. Die jungen Frauen feuern sich an, das kann dann schon mal in Gekreische übergehen. Sie schwitzen, sind außer Atem – am Ende verlieren die Raccoons 0:2.

Aber wie gesagt: Das reine Ergebnis steht an diesem Tag nicht im Vordergrund.

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