Olympia-Startplätze werden vergeben

Leichtathletik-DM 2016: Kassel ist das Sprungbrett nach Rio

Stippvisite im Auestadion: Diskuswerferin Nadine Müller hat eine Armspannweite von 2,07 Metern. Foto:  Fischer

Kassel. Der Weg zu den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) führt für die heimischen Leichtathleten über Kassel: Nur wer sich im Aue-stadion am 18./19. Juni einen deutschen Meistertitel holt, der kann beim Erreichen der Norm auch für den Trip nach Brasilien planen.

Mit den nationalen Titelkämpfen, der Europameisterschaft in Amsterdam (6. bis 10. Juli) und Olympia beschert die nächste Saison den Athleten gleich drei Höhepunkte. Was die Formsteuerung nicht eben erleichtert. Nadine Müller indes hat ihre Prioritäten längst gesetzt: „Die EM ist allenfalls eine Zwischenstation, für mich hat Kassel die erste Priorität auf dem Weg nach Rio“, erklärte die WM-Dritte im Diskuswerfen gestern bei einer Stippvisite im Auestadion.

Schon 2011 hat sie hier den nationalen Titel geholt - „und diese positiven Erinnerungen geben mir ein gutes Gefühl für das nächste Jahr“, erklärte die 30-Jährige aus Roitzsch bei Halle an der Saale. „Die Atmosphäre damals war super, das fachkundige Publikum hat uns sehr unterstützt. Seine Begeisterung trägt uns Athleten, bringt sicher einen oder zwei Meter mehr bei der Weite“, sagt die Sächsin. Sie ist sicher, dass auch 2016 wieder Leichtathletik zum Anfassen in Kassel zu erleben sein wird („für Sportler und Zuschauer“), hat aber dennoch einen Wunsch: „2011 war es so kalt hier, dass ich zeitweise Handschuhe getragen habe. Das Wetter sollte diesmal also besser sein.“

Eine Hoffnung, die auch einige Verantwortliche teilen. Dr. Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, „weil in Kassel Weichen gestellt werden und außergewöhnliche Wettkämpfe zu erwarten sind“. Cheftrainer Cheick-Idriss Gonschinska, „weil die Wettkämpfe im Auestadion Grundlage sein werden für die Nominierungen zu EM und Olympia“. Die Hessische Leichtathletik-Chefin Anja Wolf-Blanke, „weil wir auf einen kräftigen und notwendigen Schub für unseren Sport in Nordhessen setzen“. Und Stadtkämmerer Christian Geselle, „weil wir hier in Kassel bei der Kultur mit der documenta schon Weltspitze sind und nun wie schon 2011 erneut beweisen wollen, dass wir im Sport auf dem Weg sind in die nationale Spitze“.

Rund 95 000 Euro werde die Stadt „in diese herausragende Veranstaltung“ investieren. Gut angelegtes Geld, erläutert der einstige Nachwuchs-Bezirksmeister im Weitsprung. Denn einerseits werden mehr als 1000 Aktive plus Betreuer, Trainer und Fans zur Wertschöpfung in Nordhessen beitragen, andererseits „blicken auch durch die TV-Übertragungen zwei Tage lang die deutschen Sportfans auf unsere Stadt“.

Keine Frage, alle Gesprächspartner freuen sich auf ein erneutes Leichtathletik-Familientreffen in Kassel, ein Spektakel mit Wohlfühl-Atmosphäre. „Es macht einfach Spaß, auch mal wieder in der Heimat vor alten Bekannten, Freunden und der Familie einen großen Wettkampf zu bestreiten“, erklärte Carolin Schäfer. Die Waldecker Siebenkämpferin war der Pressekonferenz wie Prokop und Gonschinska aus Stellenbosch in Südafrika zugeschaltet, wo die Nationalmannschaft derzeit ein Trainingslager abhält. Sie werde im Juni kurzfristig entscheiden, ob sie im Auestadion im Hürdensprint, über 200 Meter oder im Hochsprung antrete. Die Mehrkämpfe stehen ebenso wie die 10 000-Meter-Läufe in Kassel nicht auf dem Programm.

Fakten zur Leichtathletik-WM

Treffen der Stars

Höher als in einem Olympiajahr ist die Wertigkeit einer Deutschen Meisterschaft nie. Wer nach Rio will, der muss in Kassel antreten. Da muss sich nicht nur Nadine Müller mit vier bis sechs Herausforderinnen um einen Olympia-Startplatz messen. Robert Harting will im Duell mit seinem Bruder Christoph den Diskus fliegen lassen. Ebenfalls im Fokus sind: Hindernislauf-Star Gesa-Felicitas Krause (WM-3.), Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz und Vize David Storl, Stabartist Raphael Holzdeppe (WM-2.) und Hürdensprinterin Cindy Roleder (WM-2.).

Kartenverkauf läuft

Jeweils 15.000 Zuschauer kamen 2011 an beiden Tagen ins Auestadion. Diesmal soll es noch voller werden. Der Kartenverkauf ist gut angelaufen, eine 2-für-1-Aktion vom 7. bis 23. Dezember soll einen weiteren großen Schub geben. Tickets gibt’s über die Hot-line 01806 - 999 00 00, in allen HNA-Geschäftsstellen und im Internet bei mehreren Anbietern wie www.kassel-marketing.de

Fünf Euro nur kostet ein Stehplatz-Ticket.

Vielleicht auch Freitag

Ob im Auestadion auch schon am Freitagabend ein Titel vergeben wird, soll erst entschieden werden, wenn der Spielplan der Fußball-EM ausgelost ist.

Tickets gibt es hier. 

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