Showdown im Juni in Paris

Kasseler Karateka David Kuhn will zu Olympia: „Es ist eine historische Chance“

Zuversichtlich: Der Kasseler Karateka David Kuhn will sich beim internationalen Turnier am 11. Juni in Paris ein Olympia-Ticket sichern.
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Zuversichtlich: Der Kasseler Karateka David Kuhn will sich beim internationalen Turnier am 11. Juni in Paris ein Olympia-Ticket sichern.

Karateka David Kuhn hat einen Traum: Im Sommer in Tokio bei Olympia dabei sein. Die Chance, sich dafür zu qualifizieren, hat er im Juni in Paris.

Kassel – Es ist der Traum wohl eines jeden Sportlers: Einmal an den Olympischen Spielen teilnehmen. Meistens haben Spitzensportler in der Karriere mehrere Anläufe, um sich dafür zu qualifizieren. Für David Kuhn gibt es vielleicht nur eine Möglichkeit. Karate wurde in das olympische Programm von Tokio 2021 aufgenommen, da das Gastgeberland Sportarten für dieses benennen durfte.

Die Kampfsportart hat seinen Ursprung in Japan und ist dort sehr beliebt. Ob diese auch bei den nächsten Sommerspielen 2024 in Paris dabei sein wird, ist unwahrscheinlich. „Die Tendenz geht Richtung nein“, sagt Kuhn, der für den SV Herkules kämpft, und fügt hinzu: „Daher ist es eine historische Chance und ein kleiner Traum von mir.“

Für den Kasseler Karateka gibt es zwei Wege, um sich eines von zehn Olympia-Tickets in seiner Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm zu sichern. Da ist zum einen die Olympia-Rangliste. Bei verschiedenen internationalen Wettkämpfen wie der Premier-League-Serie oder den anstehenden Europameisterschaften bekommen die Sportler je nach Abschneiden Punkte. Die besten vier dieser Liste sichern sich Startplätze bei Olympia. Hier hat Kuhn allerdings keine Chance mehr. „Ich habe nicht an allen Turnieren teilgenommen und bei allen anderen nicht immer so erfolgreich abgeschnitten“, erklärt der 23-Jährige.

Daher konzentriert er sich nun voll und ganz auf den zweiten Weg. Und das wird ein richtiger Showdown: Am 11. Juni findet in Paris ein Olympia-Qualifikations-Turnier statt. Es ist die letzte Chance, um auf den Olympia-Zug aufzuspringen. In seiner Gewichtsklasse werden hier noch einmal drei Tickets für Tokio vergeben. Mut machen Kuhn seine Leistungen bei den internationalen Turnieren in diesem Jahr in Frankreich und der Türkei. Da schlug er Kontrahenten, die auch am 11. Juni seine Gegner sein werden. „Ich weiß, dass ich in Paris oben mitkämpfen kann und eine echte Chance habe, mich zu qualifizieren. Ich bin zuversichtlich“, sagt Kuhn.

Dennoch fielen in der Corona-Pandemie immer wieder nationale und internationale Wettkämpfe aus oder wurden verschoben. So wie die Deutsche Meisterschaft, die erst im März, dann Ende April und nun im September stattfinden soll. Dort hat Kuhn dann die Möglichkeit, den DM-Titel in der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm zum dritten Mal zu holen. In den beiden letzten Jahren hatte er sich in dieser Kategorie die Goldmedaille erkämpft, in anderen Gewichtsklassen war er schon zuvor mehrfacher Titelträger geworden.

Für seinen Traum trainiert er ein- bis zweimal am Tag. Als Kaderathlet darf er bei seinem Verein SV Herkules zusammen mit anderen Sportlern aus Bundes- oder Landeskadern die Übungseinheiten absolvieren. Bei Lehrgängen mit der Nationalmannschaft stehen im Bundesstützpunkt in Duisburg sogar bis zu drei Einheiten pro Tag auf dem Programm. Zwischen vier bis sieben Tage im Monat ist er dort mindestens zu Trainingslagern mit dem Nationalteam zu Gast. Hinzu kommen Lehrgänge im Vorfeld von großen Turnieren. So wie vor der EM, die am 19. Mai im kroatischen Porec stattfindet. Und natürlich dem Olympia-Quali-Turnier. Ein ganz schön großer Aufwand, oder? „Es schadet nicht, mit den besten deutschen Kämpfern zu trainieren“, sagt er schmunzelnd und fügt hinzu: „Ich kann mir von den erfahrenen Teamkollegen viel abschauen.“

Na klar, in seinen Planungen spielt erst einmal der Wettkampf in Paris im Juni die größte Rolle. „Ich fokussiere mich natürlich auch auf die EM. Dort habe ich gute Chancen, weil ich die Besten schon geschlagen habe. Aber ich will dort vor allem ein gutes Gefühl für das Olympia-Qualifikations-Turnier mitnehmen“, sagt Kuhn. Denn: „Das ist mein Hauptziel.“ Schließlich kann er sich in Paris nicht nur einen Traum erfüllen, sondern auch eine historische Chance nutzen. (Manuel Kopp)

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