Gute Trainer und ein Ex-Profi

Kasseler Sportplätze: In Waldau waren Wolfgang Zientek, Siggi Gail und andere tätig

Das Waldauer Team in der Saison 1999/2000: (hinten von links) Thomas Keppel, Jan Moritz, Sven Dams, Tuncay Kazan, Oliver Schierock, Peter Brodka, Simon Schwert, Rolf Prager, A. Wokoma, Sascha Dams, Trainer Wolfgang Zientek sowie (davor) Lars Prager, Dirk Noll, Amaniel Zeray, Oral Duygu, Christian Meyer, Peter Fojcik, Osman Duygu, Takeo Akimoto und Taner Ezgü. Foto: privat

Kassel. Ein ehemaliger Zweitliga-Stürmer in Waldauer Diensten? Nicht möglich? Doch. Es war im November 1985, als der TuSpo kurzfristig den 33-jährigen Uwe Pallaks verpflichtete.

Der frühere Angreifer des KSV Hessen sagte damals zu seinem Engagement in der Fußball-Kreisliga A: „Ich habe meine erfolgreiche sportliche Laufbahn in der A-Klasse beim SC Halle begonnen, jetzt werde ich sie auch dort beenden.“

Zu seinem Einstand auf dem Platz an der Nürnberger Straße gelangen Pallaks beim 5:1-Sieg gegen Rommerode zwei Treffer. „Mit Geld“, so sagte der Stürmer seinerzeit, habe das neue Engagement nichts zu tun: „Ich kriege in Waldau keinen Pfennig. Schließlich habe ich mit dem Fußball genug Geld verdient.“

Das macht den Platz aus: Also die Nähe zum Kasseler Buga-Gelände ist nicht der einzige Pluspunkt. Bemerkenswert vor allem: Die Anlage in Waldau, die seit 1962 besteht, hat ein Beachhandball-Feld – was auch schon mal von den Kickern des TuSpo zweckentfremdet wird. „Wir haben dort Beachfußballturniere ausgerichtet“, erinnert sich der frühere Abteilungsleiter Sascha Dams. Und in das Trainingsprogramm wurde der sandige Untergrund auch schon mal integriert. Neben dem TuSpo trainiert ansonsten nur die Regionalauswahl der B-Mädchen im Rhythmus von zwei Wochen in Waldau.

Anlage mit Klubhaus: der Sportplatz an der Nürnberger Straße in Waldau. Foto: Fischer

Das bleibt in Erinnerung: Die Fußballer des TuSpo Waldau ließen regional eher selten aufhorchen. Mal spielte das Team in der Kreisliga A, mal in der Kreisliga B. 2007 sorgte der TuSpo allerdings bundesweit für Schlagzeilen. Als der Hessische Fußball-Verband (HFV) für sämtliche hessischen A-Ligisten einen Vertrag mit dem koreanischen Autohersteller Kia abschloss, organisierte der Verein aus dem Kasseler Stadtteil den Widerstand. Ihr Vorwurf: Die eigenen Sponsoren wollen nicht, dass auch ein Logo des Autoherstellers auf den Trikots zu sehen ist. Das entschlosse Vorgehen der Waldauer sowie einiger Unterstützer hatte Erfolg. Schon nach wenigen Wochen war es für die Klubs keine Pflicht mehr, mit einem Kia-Logo auf den Trikots aufzulaufen.

Sie hinterließen Spuren: Bis in die 90er-Jahre hinein hatten die meisten Spieler ihre Wurzeln in Waldau. Die Torjäger in dieser Zeit waren Herbert und Peter Ahlborn. Später bekamen die Brüder Unterstützung durch Olaf Danz. In der Saison 1990/91 holte der Klub die Kreismeisterschaft. Der TuSpo stand zwar zumeist im Schatten des Nachbarn FSV Kassel, verpflichtete während seiner Vereinsgeschichte aber durchaus bekannte Trainer. So waren Siggi Gail, Reinhold Chorbacz, Wolfgang Zientek und Yusuf Barak hier tätig.

Das gibt es für die Besucher am Spieltag: In der vergangenen Saison konnt es nichts geben, weil der TuSpo seine Mannschaft 2016 zurückgezogen hatte. Wenn der Klub nun wieder im Seniorenbereich an den Start geht, können sich die Zuschauer laut dem Abteilungsleiter Steve Tentrop wieder mit kalten Getränken und Bratwürstchen stärken.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.