Interview: Kasseler Skaterhockey-Team um Coach Bierschenk und Kapitän Mecke vor Erstliga-Debüt

1. Skaterhockey-Bundesliga: Klassenerhalt und Kirmes

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Heiß auf die 1. Liga: Trainer Christoph Bierschenk (links) und Kapitän Sven Mecke.

Kassel. Auf ins Abenteuer 1. Skaterhockey-Bundesliga: Die Kassel Wizards der TG Wehlheiden feiern nach dem Aufstieg heute ab 18.30 Uhr bei den Crash Eagles Kaarst ihren Einstand im Oberhaus.

Im Vorfeld sprachen wir mit Wizards-Spielertrainer Christoph Bierschenk sowie Kapitän Sven Mecke über Ziele, den Etat und die Einnahmen aus dem Stand bei der Wehlheider Kirmes. 

Was ist schwerer, einen Kirmesstand oder den Spielbetrieb in der 1. Liga zu organisieren?

Christoph Bierschenk: Eindeutig die Planung einer Erstliga-Saison. An die Teams werden hohe Anforderungen gestellt. Es ist ein größerer Kader vonnöten.

Sven Mecke: Der finanzielle Aufwand ist höher. Unser Budget in der 2. Liga lag bei 45 000 bis 50 000 Euro, jetzt sind es noch mal 20 Prozent mehr. Dabei ist festzuhalten, dass bei uns kein Spieler Geld verdient, es werden lediglich Aufwandsentschädigungen gezahlt.

Welche Bedeutung haben die Einnahmen bei der Wehlheider Kirmes für den Saisonetat?

Bierschenk: Sind fest im Budget drin. Zwei sonnige Tage brauchen wir schon. Wir sind allerdings auch ein Teil der TG Wehlheiden und sehen es als unsere Pflicht an, da was zu machen.

Mecke: Es ist eine Riesenhilfe, aber wir machen das letztlich nicht wegen der Finanzen. Dieses Jahr werden wir zum fünften Mal dabei sein. Keiner wird gezwungen, alle machen das freiwillig und gern.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in Ihre erste Saison?

Mecke: Unabhängig vom Sportlichen wollen wir den Zuschauern einiges bieten. Die Leute sollen sich wohlfühlen, auch die Gäste-Fans. Wir wollen ein Ausrufezeichen setzen.

Und sportlich?

Bierschenk: Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt schaffen. Zwei steigen ab, also gilt es, rasch Platz zehn zu sichern. Der Kampf wird aber schon schwer genug.

Mecke: Wir sind ein Aufsteiger und haben nicht das Recht zu sagen, dass wir um die Playoff-Plätze mitspielen wollen. Wir müssen uns erst mal an das Tempo gewöhnen.

Auch an die Hallen, oder?

Mecke: Ja, jede Halle ist anders.

Bierschenk: Es gibt große Unterschiede. Bei den einen ist die Fläche 60 mal 30 Meter, bei den anderen ist es die Mindestgröße von 40 mal 20 Metern. Dazu gibt es unterschiedliche Bodenbeläge. Wir haben eine Umrandung aus Plexiglas, bei anderen ist es eine Turnhallenwand. Bis man sich auf die Platzverhältnisse einigermaßen eingestellt hat, kann das Spiel schon verloren sein.

Dazu taucht das eine oder andere neue Gesicht im Kader auf.

Bierschenk: Das Aufgebot wurde qualitativ aufgewertet. Wir haben insgesamt vier Neuzugänge, drei kamen vom Erstliga-Absteiger Assenheim, den Rhein-Main Patriots. Darunter ist etwa Marcel Patejdl, ehemaliger Nationalspieler und Europameister von 2011.

Wie sehr leiden Sie in den nächsten Wochen mit den Kassel Huskies?

Bierschenk: Wir wünschen ihnen den größtmöglichen Erfolg. Es ist kein Problem, dass die vier Jungs - Alex Heinrich, Manuel Klinge, Sven Valenti und Michi Christ - aus dem Team erst später zu uns stoßen werden. Unser Kader ist groß genug, drei, vier Verletzte könnten wir gut verkraften.

Mecke: Letztes Jahr liefen wir auf der letzten Rille. Diesmal ist das besser, wir haben allerdings auch 22 Spiele in der Hauptrunde, 2015 waren es in der 2. Liga nur zwölf. Wir drücken auf jeden Fall den Huskies die Daumen. Wenn sie Meister werden, haben wir ja was zu feiern.

Der erste Erstliga-Auftritt findet in Kaarst statt. Wie groß ist die Anspannung?

Bierschenk: Bei mir steigt sie von Minute zu Minute. Wir haben viereinhalb Wochen Vorbereitung hinter uns.

Mecke: Wir waren durch einige Grippefälle arg gebeutelt. Dennoch bin ich froh, wenn es los geht. Ich bin gespannt, wie Christoph die Reihen zusammenstellt.

Wie wird die Einstimmung auf den Premiereneinsatz aussehen?

Bierschenk: Wir müssen andere Reizpunkte setzen. In der 2. Liga waren wir zumindest in der Vorrunde immer klarer Favorit, jetzt sind wir meistens Außenseiter. Das muss in die Köpfe rein. Wir müssen kompakter verteidigen, starke Individualisten reichen nicht mehr. Das Quäntchen Glück brauchen wir aber auch.

Mecke: Auf jeden Fall dröhnt bei uns in der Kabine wieder laute Musik vor den Spielen aus der Musikanlage. Wir haben von Helene Fischer bis AC/DC alles dabei.

Zu den Personen

Christoph Bierschenk (35), ist Spielertrainer bei den Kassel Wizards. Er gehörte wie Sven Mecke zum Team der Kaufunger Sharks, das in der 1. Liga der Inline Hockey Deutschland sechs Titel gewann. Er war Kapitän der Inline-Hockey-Nationalmannschaft. Früher spielte er auch Eishockey, in der Jugend bei den damaligen Young Huskies, später unter anderem in Hamm. Bierschenk arbeitet als Speditionskaufmann. Er ist verlobt.

Sven Mecke (33) ist Stürmer bei den Wizards. Er ist ein Gründungsmitglied des Teams. Eishockey spielte er für Lauterbach. Der Kaufmännische Angestellte ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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