Saisonende im heimischen Fußball

Klassenleiter Riemenschneider kann endlich aufatmen

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Alles im Blick: Horst Riemenschneider, hier als Gast bei einem Fußballspiel, brachte die Serie in Verbands- und Gruppenligen trotz 110 Spielabsagen rechtzeitig über die Bühne.

Kassel. 110 Spielabsagen - so viele wie noch nie. Horst Riemenschneider, Klassenleiter der Fußball-Verbandsliga und der Gruppenligen, blickt auf eine stressige Saison zurück.

Gott sei Dank, dass es endlich geschafft ist? „Das können Sie laut sagen. Es nervt gewaltig, an jedem Samstag und Sonntag vormittags am Telefon zu sitzen und auf die Hiobsbotschaften zu warten“, sagt Horst Riemenschneider. Hiobsbotschaften, das sind Spielabsagen für den Klassenleiter der Fußball-Verbandsliga sowie der Kasseler Gruppenligen. Und davon erhielt er in dieser Runde mehr als je zuvor. Nachholtermine wurden zur Mangelware. Erst jetzt, eine Woche nach dem Saisonausklang, kann sich Riemenschneider allmählich etwas zurücklehnen. Einige Auf- und Abstiegsspiele sind da keine Belastung mehr.

Beansprucht wurde der 69-Jährige während der Serie dafür umso mehr. 110 Partien wurden in seinem Zuständigkeitsbereich abgesagt. „So etwas habe ich in über 20 Jahren noch nie erlebt“, sagt Riemenschneider. In erster Linie war der lange Winter daran schuld. „Aber beim CSC 03 ist ja schon im August ein Spiel ausgefallen. Ab November ging dann gar nichts mehr“, erinnert er sich.

Immer schwerer wurde es, zu Hause am Computer in der Excel-Tabelle Termine für die Neuansetzungen zu finden. „Ich kann mir schließlich keine Sonntage mehr backen“, sagt Riemenschneider. Viele Vereine sahen sich vor allem durch die Wochentagsspiele vor enorme Herausforderungen gestellt.

Böse Worte wegen der Nachholtermine erntete Riemenschneider nicht. „Im Großen und Ganzen sehen es die Klubs ein“, sagt er. Auch Eschwege oder Weidenhausen, die von ihm aufgefordert wurden, im benachbarten Reichensachsen auf Kunstrasen zu spielen. Oder der CSC 03, der auf die Waldauer Wiesen umzog. Andere suchten selbst nach Ausweichspielorten. Wie der TSV Rothwesten, der einmal in Vellmar antrat.

Graust es Riemenschneider trotzdem schon vor dem nächsten Winter und Frühjahr? „Nein, es kann ja nicht immer so schlimm sein“, erklärt er und plant Änderungen: „Es wird zu Saisonbeginn schon mal zwei Mittwochspieltage geben. Und ich werde die im Winter ausgefallenen Partien nicht einzeln neu ansetzen, sondern blockweise erst nach der Umstellung auf die Sommerzeit.“

Eine Ideallösung kann es jedoch kaum geben. „Wenn alle Stricke reißen, müssen wir eben die Saison um zwei Wochen verlängern“, betont Riemenschneider. Zumindest in dieser Serie blieb ihm und allen Beteiligten diese Notlösung erspart. Ans Aufhören verschwendete er angesichts der Belastung keinen Gedanken: „Dazu mache ich das zu gern und will alles in meinen beiden letzten Jahren in Ruhe über die Bühne bringen.“ 2020 soll dann Schluss sein.

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