Jonas Spengler (23, FSV Bergshausen) besiegt Reinhold Chorbacz (67, SG Dennhausen/Dörnhagen)

Generationenduell der Trainer in der Kasseler Kreisliga A

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Die Chemie stimmt: Die Trainer Reinhold Chorbacz (links) und Jonas Spengler vor dem Duell ihrer Mannschaften. 

Fuldabrück. Der eine verschwendet mit 67 Jahren keinen Gedanken ans Aufhören, der andere ist 23 und hat seine Laufbahn gerade erst begonnen.

In der Fußball-Kreisliga A1 trafen der vermutlich älteste und jüngste Trainer der Region nun aufeinander. Reinhold Chorbacz und die SG Dennhausen/Dörnhagen empfingen Jonas Spengler und die FSV Bergshausen.

Einen entspannten Abend verbrachte Spengler. Seine Elf hatte meist alles im Griff und gewann 5:0 (2:0). Chorbacz hingegen musste nicht nur die Niederlage hinnehmen, sondern auch die Rote Karte von Schiedsrichter Darko Pfeifer gegen Torhüter René Borges (42.) sowie das verletzungsbedingte Ausscheiden seines Kapitäns Christoph Blümel nach einem Foul (20.). Zudem widerfuhr ihm, was er nie zuvor erlebt hatte: Der Unparteiische schickte ihn hinter die Bande, weil er bei der Behandlungspause für Blümel auf dem Feld gestanden hatte.

Trotz allem blieb Chorbacz gelassen. Obwohl er nach all den Trainerjahren noch ehrgeizig ist: „Ich stecke meine Ziele und die für die Jungs sehr hoch. Und ich will an sie weitergeben, was ich weiß und kann. Die Spielklasse ist egal.“ Anders sieht es bei Spengler aus. „Klar will man als Trainer alles schnell schaffen und weiterkommen. Es soll ja irgendwann in den Leistungsbereich gehen“, sagt er. Was einen kollegialen Rat des Älteren provoziert: „Lass dir Zeit, die brauchst du.“

Chorbacz selbst startet seine Laufbahn 1980 als Spielertrainer – und zwar bei der FSV Bergshausen, damals Oberligist. „Bei mir war es somit andersrum. Ich habe gleich oben angefangen“, sagt er.

Was einen guten Trainer auszeichnet? „Er muss eine Idee vom Fußball haben und die Taktik an den Fähigkeiten der Spieler ausrichten“, erklärt Chorbacz. Spengler gibt sich zurückhaltend: „Es wäre vermessen zu sagen, dass ich das nach acht Wochen im Amt schon wüsste.“ Und äußert sich dann doch: „Ich muss mit den Jungs kommunizieren, sie in alles einweihen und im Training stets Neues bieten.“

Während des Spiels bleiben beide zurückhaltend. Etwas häufiger als Chorbacz versucht Spengler, Einfluss auf seine Elf zu nehmen. Wie interpretieren sie ihre Aufgabe? „Ich bin immer gut zu meinen Jungs und versuche, ihnen Spielfreude zu vermitteln“, sagt Chorbacz. Ähnlich sieht es Spengler: „Die Menschlichkeit spielt eine große Rolle. Man könnte aber auch sagen“, fügt er halb im Scherz hinzu, „dass ich die Jungs benutze, um selber zu lernen.“

44 Lebensjahre trennen Chorbacz und Spengler. Enkel und Großvater könnten sie sein. Respektiert der Ältere den Jüngeren und der Jüngere den Älteren daher eine Spur weniger? „Respekt ist immer da. Da gibt es kein Mehr oder Weniger“, betont Spengler und Chorbacz sieht es genauso: „Man respektiert jeden Trainer und nimmt ihn ernst. Aber man beobachtet deren Mannschaften, um Schwächen zu entdecken.“ Sollte er solche bei der FSV entdeckt haben, konnte er sie diesmal nicht nutzen.

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