Vellmar kassiert trotz guter Ansätze 1:7-Packung gegen starkes Watzenborn-Steinberg

Kraft reicht nur 60 Minuten

Frust hier, Jubel da: Während die Spieler von Watzenborn-Steinberg einen weiteren Treffer feiern (Hintergrund), wenden sich die Vellmarer (vorn von links) Enes Glogic und Christian Brinkmann enttäuscht ab. Foto: Schachtschneider

Vellmar. Eine Stunde lang war der OSC Vellmar im Heimspiel der Fußball-Hessenliga ein nahezu ebenbürtiger Gegner. Eine Stunde lang bereitete das Team von Trainer Mario Deppe dem Regionalliga-Absteiger Teutonia Watzenborn-Steinberg einiges Kopfzerbrechen und lag lediglich 1:2 zurück. Eine Stunde lang machten die Vellmarer vieles richtig, weshalb Deppe später auch so Sätze sagte wie: „Es waren gute Ansätze da.“ Nur: Das Niveau hielt seine Mannschaft diesmal nicht über 90 Minuten – und kassierte so noch eine empfindliche 1:7 (1:2)-Packung.

„Wir konnten nicht an die Defensivleistung gegen Dreieich anknüpfen“, sagte der Coach. Vier Tage nach der 0:1-Niederlage gegen die Topmannschaft aus Südhessen hatte Vellmars Rumpfteam in der letzten halben Stunde nicht mehr viel entgegenzusetzen und geriet noch arg unter die Räder.

„Wir haben 60, 70 Minuten geackert“, stellte Robin Wissemann fest. Der OSC-Stürmer trauerte vor allem zwei hervorragenden Chancen hinterher: „Ich muss das 2:2 machen.“ In der 50. Minute hatte er aus zentraler Position abgezogen, doch Teutonen-Schlussmann Tolga Sahin lenkte das Leder mit den Fingerkuppen ins Toraus. Die zweite Großtat des Keepers an diesem Nachmittag, denn Mitte des ersten Abschnitts holte Sahin einen Wissemann-Kopfball nach weitem Einwurf von Christian Wollenhaupt aus dem Tordreieck (25.). Kurz zuvor erst hatten die Vellmarer das 1:1 markiert: Toller Steilpass von Enes Glogic auf Sinan Üstün, dessen Ball wehrt Sahin noch ab, gegen Wissemanns Nachschuss ist die Nummer eins der Gäste machtlos (22.).

Watzenborn zeigte schon in der Anfangsphase seine große läuferische sowie spielerische Klasse und ging durch einen Elfmeter von Timo Cecen früh in Führung (5.) - Marc Bautista Angel hatte Damjan Marceta im Strafraum gefoult. OSC-Torwart Tobias Schlöffel brauchte sich über mangelnde Arbeit nicht zu beklagen. Bei Versuchen von Abdenour Amachaibou (3., 19.) war er zur Stelle, beim 2:1 der Gäste durch Markus Müller nach Cecens Freistoßflanke war Schlöffel machtlos (41.). Ebenso beim 3:1, das ein Beitrag aus dem Kuriositätenkabinett war (61.): Amaichabou trifft erst den Pfosten, dann die Latte und schließlich die Eckfahne. Die Situation scheint bereinigt, doch das Leder findet noch mal den Weg zurück – und diesmal ist der Angreifer cleverer.

„Mit dem 3:1 im Rücken haben wir richtig gut gespielt“, lobte Daniyel Cimen seine Elf. Der Teutonia-Trainer war schon einmal vor ein paar Wochen in Vellmar zu Gast, damals noch als Verantwortlicher von RW Frankfurt. Mit den Rot-Weißen hatte er 3:1 im Stadion am Schwimmbad gewonnen. Mit seiner neuen Elf gelang ein Kantersieg: Cecen (74.), Luis Goncales (76.), Amachaibou (85.) und Vaclav Koutny (88.) mit einem Kunstschuss schraubten gegen einen nachlassenden OSC das Resultat in die Höhe.

Bitter zudem: Vellmars Kapitän Wollenhaupt verdrehte sich kurz vor Ende in einem Zweikampf das Knie und humpelte Richtung Kabine. Eine Diagnose steht noch aus.

Von Björn Mahr

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