Spieler und Trainer helfen Hessenligisten

KSV Baunatal: Fußballer verzichten auf Gehalt

Verzichten wie das gesamte Team auf Geld: Maximilian Blahout (links) und Kapitän Daniel Borgardt.
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Verzichten wie das gesamte Team auf Geld: Maximilian Blahout (links) und Kapitän Daniel Borgardt.

Der zweite Lockdown hat auch finanzielle Auswirkungen auf den KSV Baunatal. Die Spieler und Trainer unterstützen daher den Fußball-Hessenligisten mit dem Verzicht auf eineinhalb Monatsgehälter.

Seit Anfang November rollt der Ball nicht mehr. Auch nicht in der Hessenliga. Im Amateursport ist Mannschaftstraining nicht erlaubt, so müssen sich die Fußballer des KSV Baunatal individuell fithalten. Mit ihrem Gehaltsverzicht hilft das Team nun dem Verein. Im November bekamen Spieler und Trainer auf freiwilliger Basis nur 50 Prozent ihres Gehalts und im Dezember gar kein Geld ausgezahlt.

„Wir spielen alle gern Fußball. Wenn es weitergeht, dann soll die Fußball-Abteilung nicht geschädigt sein“, sagt der stellvertretende Kapitän Manuel Pforr. In zwei Videokonferenzen mit Spielern und Trainern hatten die Verantwortlichen die finanzielle Situation erläutert. Gemeinsam wurde nach einer Lösung gesucht.

In einer internen Besprechung habe das Team dann einstimmig für den Verzicht von eineinhalb Monatsgehältern gestimmt. „Das zeigt den Zusammenhalt in der Mannschaft und die Verbundenheit zum Verein“, sagt Pforr. Schließlich teilte der Mannschaftsrat, dem neben Kapitän Daniel Borgardt und Pforr auch Felix Schäfer, Maximilian Blahout und Pascal Bielert angehören, der Abteilungsleitung in einem weiteren Gespräch per Videokonferenz die Entscheidung mit. „Es war uns schon klar, dass es finanzielle Engpässe geben wird. Wir hatten seit Anfang November kein Spiel mehr, da kann ja niemand mit gesundem Menschenverstand 100 Prozent Gehalt fordern“, sagt Pforr. Seitdem Lockdown trainieren die Spieler für sich allein. Im November mussten sie viermal in der Woche nach ihren Läufen die Daten an Trainer Tobias Nebe weiterleiten, seit Dezember noch zweimal in der Woche.

Allerdings gebe es den ein oder anderen Spieler, der auf das Gehalt angewiesen ist. „Wir haben nicht nur arbeitende Spieler, sondern beispielsweise auch Studenten im Team“, sagt Pforr. Diese Akteure erhalten weiter Geld, das dann am Ende der Saison verrechnet wird.

„Wir sind der Mannschaft dankbar, dass ist für uns sehr hilfreich“, sagt KSV-Abteilungsleiter German Jaeschke und fügt hinzu: „Wir wissen ja auch nicht, wie und wann die Saison weitergeht. Aber wir hoffen, dass wir durch den Verzicht sauber durch die Spielzeit kommen.“

Durch die Saisonunterbrechung habe der Verein geringere Einnahmen. Zum einen fallen die Eintrittsgelder und weitere Erlöse wie vom Essens- und Getränkeverkauf bei den Heimspielen weg. Zum anderen gebe es in den Sponsoren-Verträgen seit Sommer Klauseln – im Hinblick auf die Erfahrungen der Pandemie. Wenn die Spielzeit unter- oder gar abgebrochen wird, dann kann die finanzielle Unterstützung angepasst werden. „Das heißt, dass zwar nicht alle Sponsoren weniger zahlen, aber manche“, sagt Jaeschke. „Dadurch haben wir Einbußen, allerdings sind sie nicht existenzbedrohend.“ Und mit wie viel Geld unterstützen die Fußballer den Verein durch ihren Verzicht? Auf Nachfrage nennt der Abteilungsleiter keinen genauen Betrag, aber es handele sich um eine „fünfstellige Summe“.

Ob der Verzicht ein einmaliger Vorgang bleibt, ist noch offen. Und hängt von der Lage in den kommenden Wochen ab. „Für Januar müssen wir abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Das hängt beispielsweise davon ab, ob wir in Baunatal wieder mehrmals in der Woche trainieren“, sagt Pforr. (Manuel Kopp)

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