Bandowski-Verletzung überschattet Pokalsieg

KSV Baunatal plagen Personalsorgen vor Partien in Stadtallendorf

Lieferten sich packende Zweikämpfe: Baunatals Emin Dag (links), der an alter Wirkungsstätte beim 3:1 im Hessenpokal traf, und Waberns Niklas Müller.
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Lieferten sich packende Zweikämpfe: Baunatals Emin Dag (links), der an alter Wirkungsstätte beim 3:1 im Hessenpokal traf, und Waberns Niklas Müller.

„Generell war es eine sehr schlechte Woche für uns. Es war schon unheimlich“, sagt Tobias Nebe. Damit meint der Trainer des KSV Baunatal nicht den 3:1-Erfolg beim TSV Wabern in der ersten Runde des Hessenpokals am Mittwoch, sondern die vielen Hiobsbotschaften, die er erhielt: Sieben Spieler des Fußball-Hessenligisten verletzten sich in den vergangenen Tagen.

Der Tiefpunkt war die Knieverletzung von Malte Bandowski bei der Partie in Wabern. Und so gehen die Nordhessen mit Personalsorgen in die Hessenliga-Partie morgen (14 Uhr) bei Eintracht Stadtallendorf.

Der Rückblick

84 Minuten lang war das Spiel im Hessenpokal zwischen Wabern und Baunatal packend. Doch dann verletzte sich Bandowski schwer – so schwer, dass anschließend niemand mehr spielen wollte. Dabei schien die Szene auf den ersten Blick unspektakulär. Kein böses Foul, einfach nur Pech. Der Innenverteidiger bekam einen Schlag von hinten beim Spielaufbau. Dann kam er unglücklich auf. Das Bein verdrehte sich und die Kniescheibe sprang heraus. Als die Kicker beider Teams das Ausmaß registrierten, halfen alle mit. Sie holten Jacken und Decken, um den 25-Jährigen am späten Abend bei einsetzender Kälte zu wärmen. Und noch ehe der Rettungswagen eintraf, trugen ihn vier Mann – darunter Baunatals Felix Schäfer und Torwart Kim Sippel – vom Platz.

„Gerade unsere jüngeren Spieler standen unter Schock. Wir konnten nicht wie vorher in Zweikämpfe gehen und wollten nicht mehr weitermachen“, betonte Sippel. Also baten die Gäste den TSV trotz noch sechs Minuten auf der Uhr plus Nachspielzeit um einen Nicht-Angriffspakt. Darauf ließen sie sich ein. „Das fand ich super. Es war sehr fair von Wabern“, sagt Nebe. Wie schwer die Verletzung von Bandowski ist, stand gestern noch nicht fest.

Fair-Play des TSV, anstatt die Chance auf eine Sensation zu suchen. Die nicht unmöglich war, weil der Gruppenligist speziell gegen den Ball geschickt arbeitete und Leidenschaft an den Tag legte. Allerdings hatte der KSV – angeführt von Schäfer und Niklas Künzel – körperliche Vorteile. Zudem waren die Gäste effizient. Fatih Üstün veredelte einen Vorstoß von Justin Wieczorek über den linken Flügel zum 1:0 (13.). Emin Dag traf an alter Wirkungsstätte zum 2:0 (27.). Nur sechs Minuten später schlug Wabern mit dem 1:2 durch Patrick Herpe mit einem Freistoß zurück – ebenfalls gegen seinen Ex-Verein. Mit einem ansatzlosen Kracher aus 25 Metern in den Winkel sorgte Üstün für die Entscheidung (81.).

Freuen konnten sich die Baunataler über den Einzug in die zweite Runde des Hessenpokals nach der Verletzung von Bandowski aber nicht. „Das hat alles in den Schatten gestellt“, sagte Nebe.

Der Ausblick

Neben Bandowski verletzten sich in dieser Woche gleich mehrere Baunataler. Dazu zählen die Offensivspieler Sebastian Schmeer (Muskelfaserriss), Dag (muskuläre Probleme), Justin Wieczorek und Mounir Boukhoutta (beide Knieprobleme). Außerdem fehlen in Stadtallendorf wohl ebenfalls Dominik Schneider (Zerrung) und Berke Durak (Adduktorenprobleme). Schäfer durfte nach seiner Gelb-Roten Karte am vergangenen Wochenende zwar im Pokal spielen, ist aber morgen in der Liga gesperrt.

Bei der Eintracht erwartet Nebe ein ganz anderes Spiel als beim 2:2 vor einer Woche gegen den SV Neuhof, der sich vor allem auf die Defensive konzentrierte. „Es wird schwierig. Stadtallendorf hat eine gute Mentalität und hohe spielerische Qualität. Sie werden uns früh pressen und stressen. Wir müssen von Anfang an wach sein“, sagt der KSV-Trainer. (Sebastian Schmidt und Manuel Kopp)

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