Ärger über naives Verteidigen

KSV Baunatal verspielt beim 2:2 gegen Neuhof zwei Führungen

Die Freude über das 1:0: Torschütze Hüseyin Cakmak (links) feiert seinen Treffer zusammen mit Sturmpartner Sebastian Schmeer.
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Die Freude über das 1:0: Torschütze Hüseyin Cakmak (links) feiert seinen Treffer zusammen mit Sturmpartner Sebastian Schmeer.

1:1 plus 1:1 macht 2:2. Beim KSV Baunatal verursachte diese einfache Rechnung aber in erster Linie das Gefühl, einen Sieg aus der Hand gegeben zu haben. „Wir haben zwei Punkte verschenkt“, sagten Trainer Tobias Nebe und Verteidiger Patrick Krengel nach dem Abpfiff unisono.

In zwei grundverschiedenen Halbzeiten war der Fußball-Hessenligist gegen den SV Neuhof zweimal in Führung gegangen. Zweimal aber, auch da waren sich Nebe und Krengel einig, „haben wir zu naiv verteidigt.“

Doch der Reihe nach: Die Gastgeber hatten die Partie in der ersten Hälfte meist unter Kontrolle, waren häufig in Ballbesitz, aber vor beiden Toren tat sich nicht viel. Die erste Chance hatten die Gäste bei einem Konter durch David Costa Sabata, der den Ball direkt nahm, aber nicht richtig traf (8.). Das erste Tor aber, das machte Baunatal. Und dieses 1:0 in der 34. Minute war sehenswert. Neuzugang Hüseyin Cakmak nahm rechts im Strafraum ein langes Zuspiel an, drehte sich und lupfte den Ball über Torhüter Zapico Lopez hinweg zur Führung ins Tor. Richtig schön gemacht war das. Und es hätte schnell noch schöner werden können. Wieder war es Cakmak, der bei einem Konter in den Strafraum eindrang, diesmal über die linke Seite. Sein Zuspiel in die Mitte war zu ungenau, doch der abgewehrte Ball landete bei Schmeer, dessen Schuss vor der Linie abgeblockt wurde.

Trotzdem: Die Baunataler Führung war verdient. Aber sie hielt nicht bis zur Pause. In der Nachspielzeit wehrten die Gäste Krengels Freistoß ab, konterten über den pfeilschnellen Sasha Diakiese auf dem linken Flügel nicht zu stoppen. Über Sosa Perez kam der Ball ins Zentrum zu Costa Sabete, der Jonas Labonte keine Abwehrchance ließ. „Da verteidigen wir ungeschickt, müssen vielleicht auch mal ein taktisches Foul ziehen“, sagt Krengel, der auch in der zweiten Hälfte an fast allen entscheidenden Situationen beteiligt war. Nach dem Wechsel nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Plötzlich gab es Chancen im Überfluss. Gleichzeitig wurde es auch hektisch und ruppig mit vielen Gelben Karten, einem Platzverweis – und einem weiteren, der nicht auf dem Platz stattfand (Artikel rechts).

Ab der 50. Minute spielte Neuhof in Unterzahl. Außenverteidiger Krengel zog Richtung Strafraum, wurde von Marko Turan, der schon verwarnt war, von den Beinen geholt. Mit einem Mann mehr schien Baunatal dann bald auf der Siegerstraße. In der 59. Minute erzielte Okan Gül das 2:1. Die Vorarbeit kam – natürlich – von Krengel, dessen Flanke von rechts durch den Strafraum rauschte, dann aber von Gül trocken verwertet wurde.

„Danach hätten wir alles klar machen müssen“, ärgerte sich Nebe. Machten sie nicht. Weil ein Kopfballtor von Felix Schäfer höchst umstritten nicht gegeben wurde. Cakmak allein vor dem Tor scheiterte. Weil es einen möglichen Elfmeter für den KSV nicht gab, der aber eben seine Angriffe auch nicht konsequent zu Ende spielte. Die Strafe gab es in der 89. Minute, als Akif Kovac den Ausgleich erzielte. Baunatals Defensive hatte dabei komplett auf Tiefschlaf geschaltet. Kein Wunder also, dass Nebe sich ärgerte: „Das darf uns einfach nicht passieren. Ich bin bitter enttäuscht.“ (Frank Ziemke)

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