Lokale Fußballvereine froh über alternative Spiel- und Trainingsstätten – Vorteile für Techniker

Kunstrasen bleibt unverzichtbar

Kunstrasenfeld: Platzwart Wissam Awada aus Kassel hält das Granulat in den beiden Händen, das auf dem Platz im Nordstadtstadion verlegt ist. Dort spielt unter anderem der FC Bosporus. Foto: Brauner

kassel. Was wäre der Fußball ohne Kunstrasen? Er wäre wohl um einen Aufreger ärmer. Während im Moment die weltbesten Frauen bei ber Weltmeisterschaft auf diesem Belag um den Titel spielen, gibt es immer wieder Diskussionen rund um den Belag. Wir haben uns mal im heimischen Fußball umgehört, welchen Stellenwert der Kunstrasen bei uns zu Hause hat. • Cengiz Aksu (46, sportlicher Leiter FC Bosporus):

„Wir sind auf der einen Seite sehr glücklich, dass wir die Kunstrasenplätze im Nordstadtstadion haben. Sie sind gerade für die Jugendarbeit sehr wichtig und mit geschätzten 50 Trainingsstunden in der Woche auch voll ausgelastet. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass unsere Kunstrasenplätze schon älter sind und deswegen nicht so gut sind wie die in Kaufungen oder Heiligenrode. Gerade auf dem Granulatplatz gibt es einige Stellen, da ist der Platz sehr kaputt. Dort ist die Verletzungsgefahr erhöht. Denn man kann sehr leicht hängen bleiben. Und die Dämpfung auf den Plätzen ist nicht mehr so gut, dass geht gerade bei älteren Spielern ganz schön auf die Gelenke. Deswegen wären wir schon froh, wenn die Stadt die Plätze bald erneuern könnte.“ • Otmar Velte (50, Trainer FSC Lohfelden:

Alle Fußballplätze haben Vor- und Nachteile. Für Kunstrasen gilt, dass die Spieler mehr Beschleunigungs- und Abstoppbewegungen ausführen müssen. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Muskulatur und die Knochen. Vorteile auf Kunstrasenplätzen haben vor allem die technisch versierteren Spieler, weil der Ball schneller rollt und nicht so leicht verspringt. Solche Spieler müssen dann entsprechend durch Überzahlspiel gebremst werden. Im Kampf um den Ball sollte das Grätschen immer das letzte Mittel sein. Dabei können sich die Spieler natürlich verbrennungsartige Verletzungen zufügen, wenn sie über den künstlichen Belag rutschen. Insgesamt will ich nicht sagen, dass der eine Belag besser ist als der andere. Wir sind in Lohfelden auf alle froh, dass wir unseren Kunstrasenplatz haben und haben ihn bei entsprechender Witterung auch recht oft für das Training und die Punktspiele genutzt. • Mario Deppe (46, Trainer OSC Vellmar):

Richtiger Fußball wird natürlich auf richtigem Rasen gespielt. Bei uns in Vellmar bevorzugen wir schon aus logistischen Gründen ganz klar den wirklichen Rasen. Rund um das neue Vereinsheim ist die Situation für den Stadionsprecher aber auch für die Zuschauer wegen unserer Verkaufsstellen und wegen der Toiletten günstiger. Für das Training ist der Kunstrasen bei entsprechender Witterung natürlich ein Vorteil. Vor allem, wenn ich an die alten Hartplätze denke. Und im Schlamm will natürlich nach langen Regenfällen auch keiner spielen. Die Diskussion über den Kunstrasen bei der Frauen-WM kann ich allerdings gut nachvollziehen, da Kunstrasen im Sommer noch eine zusätzliche Hitze entwickelt. Fotos: nh/Fischer (2)

Von Martin Scholz und Frank Brauner

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