Verbände erarbeiten Szenarien

Lage im Amateursport: Hessische Handballer pausieren bis 25. Februar

Der Ball ruht: Der Vellmarer Handballer Jan-Magnus Berninger, hier im Trikot der HSG Körle/Guxhagen, hält einen Handball in Händen.  
Archivfoto: dieter schachtschneider
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Der Ball ruht: Der Vellmarer Handballer Jan-Magnus Berninger, hier im Trikot der HSG Körle/Guxhagen, hält einen Handball in Händen. Archivfoto: dieter schachtschneider

Corona und kein Ende: Im Amateursport bringt auch der Beginn des neuen Jahres kaum Aussicht auf Veränderungen.

Kassel - Die Rückkehr zu einem halbwegs normalen Trainings- und Spielbetrieb? Die bleibt angesichts des Lockdowns und weiterhin hoher Infektionszahlen vielerorts nicht mehr als ein wager Traum. Wir blicken auf die fünf großen Sportarten und die aktuelle Lage.

Handball

Parallel zur Entscheidung des Deutschen Handball-Bundes, der die Pause bereits für die Dritte Liga bis Ende Februar verlängert hat, zieht nun auch der Hessische HandballVerband (HHV) nach. Die Aussetzung des Spielbetriebs wird bis zum 25. Februar verlängert. Weiteres Eckdatum in den Planungen: der 15. März. Sollte es bis zu diesem Tag nicht möglich sein, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, „dann wird die Runde nicht gewertet“, teilt der HHV mit. In diesem Fall werde der Spielbetrieb nach den Spielplänen fortgesetzt – Auf- und Absteiger allerdings gäbe es dann nicht, die Klassenzusammensetzungen sollen soweit wie möglich in die Saison 2021/22 übernommen werden. Noch weitereichender sind die Entscheidungen für den Jugendbereich: Der Spielbetrieb werde bis zum letzten geplanten Spieltag am 8. März ausgesetzt, Meister gibt es in dieser Saison keine. Nach den Osterferien soll aber, sofern möglich, die Qualifikation für die nächste Saison organisiert werden.

Fußball

„Wir haben die Spielpläne für den Tag x in der Schublade“, sagt der nordhessische Regionalbeauftragte Matthias Schmelz. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hat bereits ausgeschlossen, auf einen anderen Spielmodus wie beispielsweise Playoffs umzustellen. Wenn der Amateursport wieder erlaubt ist, sollen daher so viele Spieltage wie möglich absolviert werden. Um die Saison werten zu können, muss mindestens die Hinrunde abgeschlossen sein. Und das habe zunächst Priorität. „Es wird in einer Spielklasse keine Partie der Rückrunde angepfiffen, bevor nicht alle Spiele der Hinrunde absolviert sind“, sagt Schmelz.

Vor dem Restart des Spielbetriebs wird den Vereinen drei Wochen Zeit für Training eingeräumt. Der HFV hat für die Spielklassen von der Verbandsliga abwärts folgende drei Szenarien aufgestellt. Erstens: Bei Trainingsstart am 1. Februar ist es möglich, die Saison komplett zu Ende zu spielen. Zweitens: Bei Trainingsstart am 1. März ist es möglich, die Hinrunde plus acht Spieltage der Rückrunde zu spielen. Drittens: Bei Trainingsstart am 1. April ist es möglich, die Hinrunde plus zwei Spieltage der Rückrunde zu spielen. In allen Szenarien gibt es Puffer für weitere Nachholspiele und nur zwei Englische Wochen für Verbands- und Gruppenliga.

Eine Sonderrolle nimmt die Hessenliga ein, hier gibt es in der gesamten Saison vier Spieltage mehr als in den Verbands- und Gruppenligen. Außerdem muss hier wegen den Aufstiegsspielen zur Regionalliga die Saison bis zum 13. Juni beendet sein. Die anderen Ligen haben hinten heraus einen Puffer. Generell wird hessenweit ein gemeinsames Vorgehen angestrebt. Aber: „Es kann sich von Klasse zu Klasse unterscheiden“, sagt Schmelz. Das heißt: Es wäre möglich, dass am Ende in der Hessenliga nur eine halbe Saison, in der Kasseler Kreisliga A aber eine gesamte Spielzeit absolviert wird.

Volleyball

Eine Entscheidung, ob die Volleyballer ihre Saison fortsetzen, wird heute bekannt gegeben. Gestern Abend fand die entscheidende Videoschalte statt, wie der Hessische Volleyball-Verband (HVV) mitteilte. Die hessischen Volleyballer sind als einige der wenigen deutschlandweit in die Saison gestartet mit einem bereits modifizierten Spielplan (Einfachrunde statt Doppelrunde). Doch die Zeit drängt: „Eigentlich müsste die Saison bis Ende März abgeschlossen sein“, sagt Timo Geppert, Vorsitzender der Landesspielkommission. Denn danach geht es für die Beachvolleyballer weiter. Hinzu kommt: Vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs sollen die Mannschaften mindestens zwei Wochen trainieren können. Sollte die Saison abgebrochen werden, könnten andere Formate zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr ins Leben gerufen werden – zum Beispiel Turniere. Außerdem ist der HVV mit einer neuen Fragestellung konfrontiert: „Mindestens zwei Oberliga-Vereine haben gar keine Trainingsmöglichkeit mehr, weil in ihren Hallen Impfzentren eingerichtet worden sind“, sagt Geppert.

Basketball

Der Hessische Basketball-Verband hat vergangene Woche die Saisonpause verlängert bis zum 31. Januar. Viel entscheidender war aber die Verlängerung der Saison. Diese darf nun bis zum 30. Juni dauern. Schon im Sommer hatte der Verband festgelegt, dass es keine Auf- und Absteiger geben wird. Neu ist, dass bei den Jugendlichen keine Qualifikationen für die Ober- und Landesligen ausgetragen werden. „Alle, die sich für eine Klasse anmelden, dürfen dort auch spielen“, erklärt die Bezirksvorsitzende Ilse Kühn. Wie es mit den Jugend-Bundesligen weitergeht, ist noch offen. Das U-16-Team der ACT darf als Bundesligist trainieren, ob und wie die Spielzeit fortgesetzt wird, will der Deutsche Basketball-Bund in Kürze entscheiden.

Tischtennis

Keinen Handlungsbedarf gibt es im hessischen Tischtennis. Bereits im Dezember hatte der Verband die Zwangspause bis Ende Februar verlängert. Wenn es wieder losgeht, wird nur eine Einfachrunde gespielt. Das ist auch in den Bundesspielklassen der Fall. Von den Ober- bis 3. Bundesligen hat der Deutsche Tischtennis-Bund die Saison bis zum 31. Januar ausgesetzt. (Manuel Kopp und Michaela Streuff)

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