Langstrecklerin Laura Hottenrott hat Ausflug in den Triathlon hinter sich

Laura Hottenrott hat nun die Halbmarathon-WM im Blick

In der Bergidylle: Laura Hottenrott lehnt am Rennrad vor der Schweizer Bergkulisse in Davos.
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In der Bergidylle: Laura Hottenrott mit Rennrad vor der Kulisse im schweizerischen Davos.

Eigentlich hätte sie am 29. August in Davos ihren ersten Triathlon absolvieren wollen. Eigentlich hätte am 20. September die Deutsche Straßenlauf-Meisterschaft über zehn Kilometer in Uelzen auf dem Programm gestanden. Aus beidem aber wurde nichts – aus unterschiedlichen Gründen.

Zumindest, was das nächste sportliche Großereignis aber angeht, ist die Kasseler Langstrecklerin Laura Hottenrott zuversichtlich: „Stand jetzt sieht es gut aus für die Halbmarathon-Weltmeisterschaft“, sagt sie. Es wäre der sportliche Höhepunkt in einem Jahr voller Absagen und Kuriositäten – sofern das Rennen im polnischen Gdynia am 17. Oktober auch wirklich stattfinden wird.

Die Qualifikation hatte sie im Frühjahr geschafft, damals, als die Welt noch die alte war: „Das war der schnellste Halbmarathon, den ich je gelaufen bin“, blickt sie zurück. Nach 21 Kilometern war die Uhr bei 1:11:55 Stunden stehen geblieben. Eine starke Empfehlung für Polen. „Aktuell ist das Signal positiv. Meine Hoffnungen und Planungen sind darauf ausgerichtet“, sagt die 28-Jährige, die für den TV Wattenscheid startet. Nicht zuletzt, weil dort am vergangenen Wochenende auch ein Triathlon ausgerichtet worden ist.

Apropos Triathlon: Davos hätte eigentlich ein Höhepunkt werden sollen. Es wäre der erste Wettkampf nach dem „Absagenregen im März und April“ gewesen, wie sie sagt. Der Triathlon aus der Challenger-Serie war angesetzt für das Wochenende, an dem eigentlich die Leichtathletik-Europameisterschaft hätte stattfinden sollen. Noch so ein eigentlich im verrückten Corona-Jahr 2020. Für die EM wäre sie auch qualifiziert gewesen. Weil aber Leichtathletik-Wettbewerbe reihenweise abgesagt werden, hielt sie die Augen offen nach einer Alternative. „Ich hatte richtig Bock, mal etwas Neues auszuprobieren, wollte wissen, was ich auf dem Rad kann und habe eine Herausforderung gesucht“, erklärt sie. „Und wenn nicht dieses Jahr, wann dann?“ Da kam die Challenge Davos also gerade recht.

„Ich hätte Anfang des Jahres nicht gedacht, dass ich mal im Profifeld eines Triathlons starten würde“, sagt Hottenrott und lacht. Als der Startschuss fürs Schwimmen erfolgte, lief noch alles wie geplant. „Doch dann komme ich aus dem Wasser, will die Schwimmbrille absetzen – und plötzlich wird das Rennen abgebrochen. Das musst du dir mal vorstellen – der Wettkampf fällt nicht wegen Corona ins Wasser, sondern wegen eines Gewitters.“ Eine besondere Note im verrückten Pandemie-Jahr.

Und dann ist da noch die Absage der Straßen-DM. „Andere Sportarten schaffen es ja auch, Veranstaltungen auszurichten. Und auf der Straße wäre ein Wettkampf leichter auszurichten gewesen als beispielsweise auf der Bahn“, sagt Hottenrott. Ihre Kritik ist ausführlich: „Ich finde es schade, dass es keine weiteren Informationen zur Absage vom Deutschen Leichtathletik-Verband gegeben hat. Haben sie als Veranstalter kein Interesse daran? Das wäre ein schlechtes Signal. Der Fußball spielt, die Tour de France rollt – diese Verantwortlichen und Sportler machen sich stark für ihre Sportart. Das ist schon enttäuschend. So gibt es in diesem Jahr keine Deutschen Meister über zehn Kilometer, im Halbmarathon und Marathon. Vereine und Athleten können sich nicht zeigen. Dabei ist gerade das wichtig für das System Leichtathletik“, bemängelt sie.

Doch der Blick geht nun eben auf die Halbmarathon-WM. „Ich möchte meinen besten Lauf an diesem Tag abliefern.“ Und deshalb liegt der Fokus nun auch nicht länger auf dem Triathlon, sondern auf dem Laufen.

Denn die 28-Jährige sagt: „Meine große Liebe ist das Laufen.“

(Von Michaela Streuff)

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