Serie Treue Seelen

Leichtathletik: Hannelore Herrmanns Welt sind die Ergebnisse

Auch abseits der Laufbahn aktiv: Hannelore Herrmann war früher eine erfolgreiche Leichtathletin und betreut heute noch Meisterschaften im Kasseler Auestadion.
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Auch abseits der Laufbahn aktiv: Hannelore Herrmann war früher eine erfolgreiche Leichtathletin und betreut heute noch Meisterschaften im Kasseler Auestadion.

Der Mehrkampf bleibt ihre Leidenschaft. Wenn Hannelore Herrmann an ihre aktive Zeit als Leichtathletin zurückdenkt, ist es vor allem die Vielfalt ihrer Sportart, die es der 71-jährigen Welleröderin angetan hat.

Kassel/Wellerode – „Früher war ich Turnerin, aber während meiner Ausbildung gab es dann erst eine kurze Pause, bis ich meiner Schwester zum KSV Hessen in die Leichtathletikabteilung folgte“, erinnert sich die frühere Verwaltungsangestellte der Stadt Kassel.

Der Vier- bis Achtkampf oder der Werfer-Fünfkampf waren ab 1965 ihre sportlichen Betätigungsfelder. Aber nicht nur das: „Bereits ab 1966 habe ich bei Veranstaltungen als Kampfrichterin mitgeholfen“, erinnert sich Herrmann an die Anfänge ihre anderen Leichtathletik-Karriere. Ihr sei es immer wichtig gewesen, auch als Aktive etwas zurückzugeben an ihre Sportart. So begann sie bereits 1970 ihre Tätigkeit als Statistikerin für den Bezirk, und noch heute verwaltet Herrmann die Seniorenstatistiken des Hessischen Leichtathletikverbandes. „Ergebnisse und Zahlen sind eben auch ein Teil meiner Welt“, beschreibt Herrmann ihr Engagement für den Verband, das ihr bereits zahlreiche Ehrungen des Hessischen und Deutschen Leichtathletik-Verbandes eingebracht hat. Nachdenklich stimmt es sie, dass es zunehmend schwerer geworden sei, junge Sportler für Ehrenämter und Kampfrichtertätigkeiten zu gewinnen: „Die Gesellschaft ist egoistischer geworden.“

Herrmann selbst hat trotz ihrer Funktionärstätigkeit immer noch ihren Startpass des GSV Eintracht Baunatal, sieht aber Senioren-Wettkämpfe eher als Möglichkeit des sozialen Miteinanders: „Ich habe meine Titel, und heute geht es mir nicht mehr in erster Linie um eine bestimmte Leistung. Wenn ich noch mal zu einem Wettkampf fahre, freue ich mich darauf, Bekannte wiederzutreffen.“

Das dies im vergangenen Jahr kaum möglich war, hat Herrmann nachdenklich gestimmt. Allerdings nicht ausgebremst. „Es gibt immer noch die Familie um meinen Sohn und die drei Enkelkinder“, sagt Herrmann, die zudem in den vergangenen Wochen wieder viel Zeit zusammen mit ihrem Mann Ekkehardt im gemeinsamen Ferienhaus auf der niederländischen Insel Texel verbracht hat. „Das ist unser persönliches Rückzugsgebiet, und zum Glück konnten wir uns auch während Pandemie dort aufhalten“, blickt Herrmann auf die letzten Wochen zurück.

Aktuell geht ihr Blick nach vorn. „Die Sportfeste des KSV Hessen in den 60er-Jahren und auch die 14 Askina-Sportfeste waren wichtige Bestandteile der Leichtathletik vor Ort.“ So wie sie selbst sich damals im Wettkampf mit Hochspringerin Heide Rosendahl gemessen hat, seien solche Sportfeste wichtig für junge Talente. Sie selbst denkt dabei gern an die regelmäßigen Begegnungen mit dem Stabhochspringer Tim Lobinger zurück, der zu den Stars der Askina-Sportfeste zählte.

„Man sah sich eben immer in der Meldestelle, und hat auch persönliche Kontakte geknüpft.“ Noch heute gäbe es Kontakte zu Ariane Friedrich, Pamela Dutkiewicz oder Carolin Schäfer. Auch bei den beiden Deutschen Meisterschaften im Auestadion sei sie aktiv gewesen und hofft darauf, 2022 wieder in Sachen Organisation und Marketing dabei zu sein, wenn die nationalen Titel erneut in Kassel vergeben werden.

In diesem Jahr stehen allerdings erst einmal andere sportliche Höhepunkte auf dem Programm: die deutsche Meisterschaft im Senioren-Mehrkampf im Baunataler Parkstadion am 14. und 15. August und zuvor die hessischen Meisterschaften im Mai. „Da liegt noch viel Arbeit vor uns“, sagt Hannelore Herrmann und bleibt optimistisch: „Wir wollen einiges auf die Beine stellen.“ (Martin Scholz)

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