Neuer Kurs  Ende März

Leichtathletik-Kreis Kassel sucht Kampfrichter wie Esther Ndongala

Engagiert sich als Kampfrichterin: Esther Ndongala vom KSV Baunatal. Sie ist selbst unter anderem aktive Kugelstoßerin. Foto: dieter schachtschneider

Sie ist eine Ausnahmeerscheinung. Nicht, weil Esther Ndongala vom KSV Baunatal Leichtathletin aus Leidenschaft ist. Sondern weil sie gerade einmal 20 Jahre alt ist, sich als Kampfrichterin engagiert und sich damit quasi einer aktuellen Entwicklung widersetzt. Denn im Kreis Kassel gilt: Kampfrichter dringend gesucht – vor allem jüngere Menschen wie die gebürtige Kasselerin.

Kreiskampfrichterwart Rolf Kornherr bringt das Problem auf den Punkt: „Wir brauchen unbedingt neue Leute. Es wäre toll, wenn wir Jüngere dazubekommen würden, weil viele Ältere in den nächsten Jahren aufhören.“ Dabei ist die Zahl derer, die als Kampfrichter Leichtathletik-Veranstaltungen rund um Kassel begleiten und somit überhaupt erst ermöglichen, ohnehin schon knapp. „Wir haben 47 Kampfrichter. Das Durchschnittsalter liegt bei 49 Jahren, zwei Drittel sind älter als 50“, erklärt Kornherr. „Unsere drei Jüngsten sind um die 20, der Älteste schon 80.“

Das Problem: Wenn für einen Wettkampf nicht ausreichend Fachleute zur Verfügung stehen, springen Auswärtige ein. „Dann müssen wir Unterstützung von außerhalb anfordern sowie Personal- und Fahrtkosten übernehmen. Das Geld fehlt uns dann für andere Anschaffungen“, erklärt der 66-Jährige. Toll wären 15 bis 20 neue Kampfrichter – „der Idealfall wären 70“, nennt Kornherr eine konkrete Zahl.

Dabei ist Kampfrichter werden gar nicht schwer. „Voraussetzungen sind Spaß an der Leichtathletik, die Bereitschaft, sich am Wochenende mal einzubringen. Pro Jahr sind es sechs, sieben Veranstaltungen im Kreis“, erklärt der Fachmann. Für die Teilnahme an der Grundausbildung, die einen, maximal zwei Tage dauert, beträgt das Mindestalter 16 Jahre. „Wer jünger ist und trotzdem mitmachen will, der kann schon mal als Helfer reinschnuppern.“ Kornherr weiß: „Bis zum 30. Lebensjahr werden die Lücken immer größer. Viele jüngere Menschen stehen uns nicht mehr zur Verfügung, weil sie im Berufsleben durchstarten oder wegen der Arbeit wegziehen.“

Nicht so Ndongala. Seit Kindertagen gehört ihr Herz der Leichtathletik. Der Sport hält sie quasi auch in der Region: Beim KSV Baunatal absolviert sie derzeit eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau, betreut als Kindertrainerin die Leichtathleten der U8 und U10, ist als Kugelstoßerin aktiv – und seit 2017 eben auch Kampfrichterin. Unlängst erst war sie beispielsweise bei der Kreismeisterschaft im Einsatz. Wie alle Kampfrichter sorgt sie für den ordnungsgemäßen Ablauf von Wettkämpfen. Dazu gehören Aufgaben wie beispielsweise den Absprung beim Weitsprung notieren und, und, und.

Ndongalas schönstes Kampfrichter-Erlebnis? „Ich war beim Hochsprung im Einsatz. Ich konnte einer unserer kleinen Athletinnen sagen, dass ihr Versuch gültig war, und dass sie Bestleistung gesprungen ist. Sie hat sich so gefreut“, erklärt die 20-Jährige. Ihre Entscheidung, die Kampfrichterschulung zu machen, war einfach. „Du bekommst eine ganz andere Sicht auf den Sport, eine andere Perspektive. Ich habe noch einmal ganz andere Eindrücke bekommen und kann nun auch den Kindern und Eltern vieles besser klären. Den Schein kann jeder machen, der Sport mag. Und es dauert überhaupt nicht lange.“

Anmeldung

Die nächsten Termine der Kampfrichter-Grundausbildung sind Sonntag, 29. März, und Samstag, 4. April, jeweils von 10 bis ca. 17 Uhr – und zwar auf dem Sportplatz „Am Park“, Karl-Marx-Str. 32, in Niesetal. (Vereinsheim des TSV Heiligenrode). Referenten sind Peter Grunwald und Friedrich Bangert. Anmeldungen bis 21. März an Peter Grunwald, Tel. 0561/283086, E-Mail: peter.grunwald@hlv.de oder über die Homepage des Leichtathletik-Kreises Kassel: zu.hna.de/kampfrichter0403

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