Eishockey: Frankfurt scheitert im sechsten Spiel an Titelverteidiger Bremerhaven

Löwen-K.o. gegen „Heulsusen“

Kassel/Frankfurt. „Hut ab vor den Frankfurtern, die Löwen waren ein noch besserer Aufsteiger als wir.“ Einen Tag nach dem Ausscheiden des südhessischen Rivalen, der im sechsten Playoff-Halbfinalspiel mit 3:4 und somit 2:4 in der Serie an Titelverteidiger Bremerhaven gescheitert war, zollte Rico Rossi dem Kasseler Lieblingsgegner Respekt. „Wir Hessen haben dieser Liga und ihren Fans gutgetan“, bilanzierte der Huskies-Trainer.

„Die Saison war ein Riesenerfolg“, wird Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer in der Frankfurter Rundschau zitiert. Und: „Wir hatten den Meister am Rand einer Niederlage.“ Aber eben nur am Rand. Denn wie einige Male zuvor auch gegen die Huskies waren die Südhessen gegen einen Gegner gescheitert, den sie vor dem ersten Bully noch verhöhnt hatten. Mit weißen Taschentüchern winkend, hatten Fans die Fischtown Pinguins als „Heulsusen“ begrüßt. Weil die sich – wie früher schon andere, auch die Kasseler – über das bisweilen rüde Auftreten der Frankfurter beschwert hatten.

Einige große Strafen mit folgenden Sperren auf beiden Seiten hatten das Halbfinale zu einem Abnutzungsduell gemacht, in dem die Bremerhavener auch noch 9000 Euro an die Liga zahlen mussten, weil sie dreimal vergeblich Ermittlungsverfahren gegen Löwen-Spieler beantragt hatten.

Im sechsten, schließlich entscheidenden Duell aber setzte sich Bremerhaven durch – obwohl Torwart Meisner wegen einer Gehirnerschütterung nach einem Foul Niels Liesegangs durch den unsicheren Jonas Langmann ersetzt werden musste. Bei Björn Bombis’ 0:1 (11.) aber patzte Löwen-Torwart Antti Ore, bei Martinellis 0:2 wurden die Gastgeber ausgekontert, und das 1:3 schob ihnen Miller gar in Unterzahl rein.

Sommerpause nun also auch in Frankfurt. Und in der Liga gibt es – wie in der DEL – das Traumfinale: Vorrundenprimus Bietigheim, der Kassel-Bezwinger Landshut 4:0 ausgeschaltet hatte, fordert Titelverteidiger Bremerhaven heraus. „Das geht absolut in Ordnung, die beiden besten Teams dieser Saison ermitteln auch den Meister“, erklärt Rico Rossi. Und da es erneut keinen Aufsteiger in die DEL geben wird, bleiben beide auch der DEL2 als Zugpferde erhalten.

Im Gegensatz zu den Heilbronner Falken, die nach einer 2:1-Führung nach Spiel drei noch drei Niederlage in Folge gegen den ESV Kaufbeuren kassierten (4:5, 0:4, 0:2) und nun absteigen müssen. „Das ist ganz bitter für die Falken und sehr schade“, sagt Rossi, der neuneinhalb Jahre lang als Trainer und/oder Manager in Heilbronn tätig war. „Aber unser Ausscheiden mit den Huskies schon im Viertelfinale, das schmerzt mich noch heute viel mehr.“

Von Gerald Schaumburg

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