Er assistiert Sandro Schwarz 

Der gebürtige Baunataler Jan-Moritz Lichte ist das neue Gehirn von Mainz 05

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Eher ein ruhiger Vertreter seiner Zunft: Jan-Moritz Lichte trägt das Mainzer Wappen. 

Kassel/Mainz. Ihm werden strategische Fähigkeiten als Fußball-Lehrer nachgesagt – und in Nordhessen ist er bestens bekannt: Jan-Moritz Lichte. Der 37 Jahre alte, aus Baunatal stammende Lichte ist neuer Co-Trainer von Mainz 05. 

Lichte unterstützt – zusammen mit Michael Falkenmayer – ab dieser Saison Sandro Schwarz, der Martin Schmidt als Cheftrainer beim Bundesligisten FSV Mainz 05 abgelöst hatte.

Vor mehr als einem Jahrzehnt bekam Zeljko Buvac den Beinamen „das Gehirn“, als er seinerzeit als Assistent von 05-Chefcoach Jürgen Klopp agierte. Innovativ und kreativ waren Attribute für die taktische Arbeit des Bosniers, der zuvor im nordhessischen Neukirchen in das Geschäft als Trainer gestartet war. Nun also Lichte.

Schwarz ist im Trio der Impulsive, der ein Jahr jüngere Nordhesse ist eher der ruhige Vertreter und bleibt im Hintergrund. Wie bei Buvac und Klopp.

„Jeder darf seine Meinung sagen. Es wird viel kommuniziert“, sagte Lichte kurz nach Amtsantritt zu seiner Zusammenarbeit mit den beiden Mitsteitern. Wenn ihm etwas auffällt, weist er darauf hin. Er ist getrieben von einem Gedanken: Verbesserung.

Als „echten Fußball-Fachmann“ hat ihn mal der frühere Kapitän des FC St. Pauli, Fabio Morena, bezeichnet. Da war Lichte 32 Jahre alt. Allerdings hatte der Mann, der seine Karriere 2009 beim SC Paderborn beendet hatte, schon einiges vorzuweisen. Den Lehrgang 2011 zum Fußball-Lehrer schloss er als Jahrgangsbester ab – trotz prominenter Kollegen wie Roger Schmidt, Markus Gisdol und Markus Weinzierl. „Mein Ziel war es von Beginn an, mit Fußball auf lange Sicht meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Daran hat sich eigentlich nichts geändert – zumal eine Portion Demut stets guttut“, erklärte er damals in einem Interview mit dieser Zeitung.

Und Hamburg war schon die zweite Station, wo er als Co-Trainer tätig war – jeweils an der Seite des aus Kassel stammenden André Schubert, mit dem er noch beim KSV Baunatal zusammen auf dem Feld stand.

„Wenn man mit Leuten wie Sami Hyypiä, Michael Frontzeck oder Schubert zusammen arbeitet, nimmt man auch etwas mit“, betont Lichte. In Leverkusen assistierte er Hyypiä, in Hannover Frontzeck.

Bis Ende Mai leitete Lichte das 96-Nachwuchsleistungszentrum. Dann trennten sich beide Seiten einvernehmlich. Klar ist aber auch: Der gebürtige Kasseler wollte zurück auf den Platz. Dem Gehirn fehlten die Reize.

Mit dem Wechsel nach Mainz setzt er eine Tradition fort. Schon mehr als ein Dutzend Fußballer aus dieser Region standen bei den Nullfünfern unter Vertrag. Die aktuellen Torwarttrainer Stephan Kuhnert und Sven Hoffmeister spielten ebenfalls früher für Baunatal.

Und ein Mitglied aus der eigenen Familie trug sogar schon das Mainzer Trikot. Bruder Henning Lichte ging 2004 zu den Rheinhessen. Die erste Liga blieb für ihn in Mainz ein frommer Wunsch – nicht so für Jan-Moritz, den Strategen.

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