Polar Pinguin spielt in der Kreisliga A

Früherer Fußballer des OSC und CSC 03 mischt mit Spaßkickern Berlin auf

+
Marcel Mand, auf dem Foto zu sehen mit dem Vereinsmaskottchen (dazu rechts oben auf "Zoom" klicken) . 

Berlin. Ob die Mannschaft nur im Winter zu Ligaspielen antritt? Im Frack? Nein, alles läuft normal, und mittendrin kickt bei Polar Pinguin Berlin in der Kreisliga A, mit Marcel Mand ein Kasseler Junge.

Er hat früher beim OSC Vellmar und zuletzt bei Fußball-Verbandsligist CSC 03 Kassel gespielt. Wir berichten, was es mit alldem auf sich hat.

Mand schloss sein Studium der Elektrotechnik in Kassel mit dem Bachelor ab. Für den Masterstudiengang zog der 25-Jährige nach Berlin. Über seinen früheren OSC-Teamkollegen Hannes Peschutter kam er an die Pinguine.

„Ich habe bei ihnen vorbeigeschaut und gemerkt, das ich dort richtig bin“, sagt Mand. Natürlich überlegte er auch, wieder höherklassiger zu spielen. „Aber der Aufwand wäre zu hoch gewesen. So trainiere ich zweimal pro Woche, und wenn ich am Wochenende mal nach Hause fahre, ist das auch okay“, betont er. Zumal er sich bei den Pinguinen, die keinem Spaß aus dem Weg gehen, sozusagen pudelwohl fühlt.

Vor zwei Jahren beschlossen die einstigen Hobbykicker, meist Juristen und Punks, in den Ligabetrieb einzusteigen. Mit Erfolg, denn die Schöneberger stiegen zweimal auf und machten auch im Pokal Furore. Für Schlagzeilen sorgen sie abseits des Platzes mit pfiffigen Aktionen. So veranstalten sie gelegentlich wenige Tage vor den Spielen mit reichlich Selbstironie und Augenzwinkern eine Pressekonferenz, blödeln nach Herzenslust und stellen schon mal ihren Königstransfer vor.

Der Name Polar Pinguin geht zurück auf einen angesagten Club im Stadtteil, in dem die Kicker oft und gern einkehren. Dessen Inhaber und Personal wiederum lassen sich die Spiele der Mannschaft nicht entgehen.

Und wie war das noch mit dem Frack? „Wir tragen normale Fußballklamotten. Aber immerhin Schwarz und Weiß“, berichtet Mand. Und noch etwas: Die Pinguine werden, Zufall hin, Zufall her, trainiert von Simon Falke.

Auf Widerstände wie Dynamo Windrad Kassel in den 80er-Jahren, dessen Spieler ebenfalls den Weg vom Hobby- zum Ligasport einschlugen und lange um ihre Zulassung kämpfen mussten, hatte Polar Pinguin laut Marcel Mand nicht zu überwinden. „Das Projekt wurde wohl eher zügig durchgewunken. Es ist eine andere Zeit, und Berlin ist an solche Klubs gewöhnt. Kürzlich haben wir gegen die British Lions gespielt.“

In der Liga watscheln die Polar Pinguine schon wieder vornweg. Zuletzt schlugen sie Mariendorf 9:0. Zwei Treffer steuerte Marcel Mand bei. Er scheint angekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.