Marathon-Entscheidung auf dem niederländischen Flughafen Twente

Laura Hottenrott läuft um Olympia-Ticket

Von der Bahn aufs Rollfeld: Laura Hottenrott hofft auf einen Startplatz bei den Olympischen Spielen.
+
Von der Bahn aufs Rollfeld: Laura Hottenrott hofft auf einen Startplatz bei den Olympischen Spielen.

Am Sonntag wird es ernst für Laura Hottenrott. Viel steht auf dem Spiel, wenn um 8:31 Uhr auf dem Gelände des Enschede Airport Twente in den Niederlanden der Startschuss für den dritten Marathon der Läuferin des PSV Grün-Weiß Kassel fällt.

Weil nur drei deutsche Frauen die Reise zu den Olympischen Spielen in Japan antreten dürfen und Melat Kejeta vom Laufteam Kassel mit ihrer Zeit von 2:23:57 Stunden uneinholbar enteilt ist, müssen nun die verbleibenden deutschen Marathon-Frauen den Kampf um die zwei verbleibenden Olympiatickets aufnehmen. Aussichtsreichste Kandidatinnen für die zwei weiteren Olympia-Plätze sind derzeit die Berlinerin Deborah Schöneborn (2:26:55), die in den Niederlanden nicht am Start ist und Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt/2:27:26).

Steinruck zählt mit zehn absolvierten Marathons zu den erfahrensten Starterinnen in den Niederlanden. Neben ihr und Hottenrott starten noch Rabea Schöneborn (2:28:42) und Anke Esser (2:32:06).

„Die Olympianorm liegt bei 2:29:30 Stunden. Natürlich ist es mein Ziel, eine neue Bestzeit zu laufen und die Norm zu unterbieten“, sagt Hottenrott. Dabei setzt die 28-Jährige auf ihre gute Vorbereitungszeit der vergangenen Monate und die Tatsache, dass sie mit der schwächsten Zeit (Bestzeit: 2:32:58) unter den deutschen Starterinnen den geringsten Druck hat.

Das könnte Hottenrott zum Vorteil gereichen. Und auch mental fühle sie sich endlich wieder fit, nachdem sie vergangenen Oktober in Polen mit dem deutschen Team und eigener Bestzeit zu Team-Bronze bei der Halbmarathon-WM gelaufen sei. „Das hat mir einen Schub gegeben“, sagt Hottenrott weiter, die über den Winter hinweg verletzungsfrei trainieren konnte und dabei das Lauftraining mit Skilanglauf und Radfahren kombiniert hat. Zuletzt waren es allerdings 150 bis 160 Lauf-Kilometer wöchentlich, die auf Hottenrotts Trainingsplan standen. „Weil ich dem Infektionsrisiko und einer möglichen Quarantäne aus dem Weg gehen wollte, waren der Bergpark, der Habichtswald und die Aue mein Trainingsgelände“, sagt Hottenrott.

Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Vater und Trainer Kuno Hottenrott, der seiner Tochter eine gute Form attestiert: „Wenn Laura die Norm schafft, wäre das ein großer Schritt, und bei der WM im Oktober ist sie schon einmal über sich hinausgewachsen“, gibt sich der 62-Jährige optimistisch.

Auf dem Rollfeld des Militärflughafens von Twente wird Laura Hottenrott dabei auf die Unterstützung ihres Vaters verzichten müssen: „Es sind 25 Frauen und 45 Männer aus den unterschiedlichsten Ländern am Start. Alles ist abgesperrt und weder Trainer, Manager noch Zuschauer sind zugelassen. Zudem wird mit einem PCR-Test in Deutschland und zweien in den Niederlanden plus einem Schnelltest vor dem Start für größtmögliche Sicherheit gesorgt“, sagt Hottenrott, die im wesentlichen achtmal die Twenter Landebahn umrunden muss, bis sie im Ziel ist. Livestream am Sonntag ab 8.15 Uhr unter nnrunningteam.com/ mission-marathon (Martin Scholz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.