TISCHTENNIS Maximilian Dierks feiert am Sonntag Heimpremiere mit der SVH

Der Master spielt an Nummer eins

Die Nummer eins der SVH Kassel: Maximilian Dierks spielt seit dieser Saison beim Drittliga-Aufsteiger aus Harleshausen.
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Die Nummer eins der SVH Kassel: Maximilian Dierks spielt seit dieser Saison beim Drittliga-Aufsteiger aus Harleshausen.

Mit sechs Jahren fing alles an. Im Nachbarort. „Meine Mutter sagte damals, dass dort die Jugendarbeit besser sei, als bei uns, wo sie selbst lange Tischtennis gespielt hatte.“ In der Nähe von Hildesheim beginnt für Maximilian Dierks ein Leben, das geprägt ist von einem kleinen Schläger und einem noch kleineren weißen Ball.

Zehn Jahre lang trainiert er fünfmal die Woche, ordnet dem Sport vieles unter. Mittlerweile ist der 25-Jährige in Kassel angekommen, bestreitet seit dieser Saison als Nummer eins die Partien für den Drittliga-Aufsteiger SVH Kassel und feiert am Sonntag ab 14.15 Uhr in der Sporthalle Harleshausen mit seinem Team die Heimpremiere gegen den TSV Schwarzenbek aus der Nähe von Hamburg.

„Da wir als Profis eingestuft wurden, durften wir während der Pandemie zumindest weiterhin trainieren. Umso schöner ist es jetzt, dass man sich und sein Team auch mal wieder in Wettkämpfen erlebt. Mit einem Sieg gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf und zwei Niederlagen gegen Aufstiegsaspiranten sind wir absolut im Soll“, sagt Dierks, der von seiner starken 4:1-Bilanz selbst ein bisschen überrascht ist.

Bereits in jungen Jahren hat er in seiner Vita etliche Erfolge stehen. Zweimal niedersächsischer Landesmeister, viermal Regionalliga-Meister mit Bolzum und Hannover 96 und dann 2020 der Höhepunkt: „Bei der Deutschen Meisterschaft in Chemnitz bin ich im Einzel bis ins Achtelfinale gekommen“, erklärt Dierks, der aus zwei Gründen nach Nordhessen zog. „Ich war in Hannover mit meinem Bachelor-Studium der Geografie fertig und wollte in Kassel meinen Master in Stadt- und Regionalplanung machen. Den habe ich nun bestanden und kann mich neben der Jobsuche voll und ganz auf Tischtennis konzentrieren“, sagt Dierks, der sich durch seinen Sport immer auch etwas dazuverdienen konnte.

Es gab aber auch eine Kehrseite der Medaille. Mit 167 gemeldeten Spielern und 28 Mannschaften in der Anfang April 2020 wegen Corona abgebrochenen Saison war Hannover 96 der größte Tischtennisverein Deutschlands. Doch dann wurde die Männermannschaft vom Spielbetrieb der Dritten Liga zurückgezogen. „Wir finanzierten uns größtenteils durch den Profifußball, dem Martin Kind als Geschäftsführer vorstand. Nach Machtspielen auf Funktionärsebene und Kinds Scheitern mit der 50+1-Regel war er kein Breitensport-Vorsitzender mehr und stellte auch die finanzielle Unterstützung ein. Das war sehr schade“, erinnert sich Dierks.

Nun will der Mann, der Ballsportarten wie Beachvolleyball und Tennis mag und auch mal in den Alpen wandern geht, mit der SVH durchstarten. „Klar, in erster Linie geht es um den Klassenerhalt. Dafür ist der Oktober mit Partien gegen Schwarzenbek, Bargteheide und die Füchse Berlin ein wichtiger Gradmesser“, sagt Dierks, der sich selbst als eher ruhigen Spieler beschreibt. „Wenn es im fünften Satz 9:9 steht, kann ich aber auch mal ein bisschen emotionaler werden.“ Den Kontakt zu seiner Heimat verliert er nicht, die Bahnverbindung ist gut. Und manchmal kommt er dann auch in den Ort zurück, wo alles angefangen hat. Mit sechs Jahren.

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