Vor Ort beim Junioren-Testspiel Eintracht gegen Werder – Frankfurts Coach Schur lobt Nordhessen Stendera

„Er ist mein kleiner Wikinger“

Im Kampf um den Ball: Werders Pascal Hackethal (links) und der Frankfurter Lukas Rodwald (in Schwarz), Jakob Lewald (rechts) und Renat Dadashov (hinten) schauen zu. Fotos: Fischer

Vellmar. Spielt der OSC Vellmar in der Hessenliga zuhause, steht nur ein Mannschaftsbus am Stadion. Vom SV Hadamar zum Beispiel, oder von Viktoria Griesheim. Gestern bietet sich ein ungewohntes Bild: Gleich zwei Busse stehen dort, einer von Eintracht Frankfurt und einer von Werder Bremen. Die A-Junioren der Fußball-Bundesligisten treffen auf dem neuen Kunstrasenplatz zu einem Testspiel aufeinander. Und aus dem Bus der Adlerträger steigt mit Nils Stendera ein alter Bekannter aus.

2014 hatte Stendera den KSV Hessen Kassel verlassen und war seinem 2010 zur Eintracht gewechselten Bruder Marc gefolgt. In den beiden vorherigen Spielzeiten vom vom Verletzungspech verfolgt entwickelte sich der 17-Jährige zuletzt in der U-19-Bundesliga prächtig. In der Hinrunde stand er häufiger auf dem Platz als in den beiden Serien zuvor. „Nils schöpft sein Potenzial allmählich aus, ist ein mannschaftsdienlicher, intelligenter Spieler und hat bei uns als jüngerer Jahrgang schon einen Stammplatz“, sagt Trainer Alexander Schur. Was dem Coach besonders gefällt. „Nils hat die nordhessische Härte. Er ist mein kleiner Wikinger“, sagt Schur mit einem Schmunzeln.

Stendera selbst steht in der Startelf und bietet als Sechser 78 Minuten lang bis zu seiner Auswechselung eine solide Partie. In seinem Urteil gibt er sich zurückhaltend. „Für das erste Testspiel nach einer Woche Vorbereitung war das in Ordnung, auch wenn nicht alles rund lief“, sagt er. Noch ein Wort zur alten Heimat? „Es ist immer wieder schön, hierher zu kommen.“ In Frankfurt lebt Stendera im Eintracht-Internat und möchte im Frühjahr das Fachabitur ablegen.

Wer gedacht hatte, die in der Hessenliga vom Abstieg bedrohten Spieler des OSC nähmen Anschauungsunterricht, sah sich getäuscht. Einzig Simon Kauf ist unter knapp 100 Zuschauern anwesend. Wenn auch nicht nur zum Lernen: „Mein Vater ist hier Jugendleiter. Da muss ich heute mithelfen“, sagt der Sohn von Dieter Ditzel.

Anwesend sind hingegen einige Eintracht-Verantwortliche. Armin Kraaz, Leiter des Nachwuchszentrums, und Marco Pezzaiuoli, seit 1. Januar Technischer Direktor, verfolgen die Partie. „Wir nehmen für ein Testspiel auch weitere Reisen in Kauf, weil wir das nicht gern gegen Teams aus unserer Bundesligastaffel machen“, sagt der Ex-Profi und ergänzt: „Hier mit Werder haben wir uns die Kilometer ja fast geteilt.“

Und das Spiel selbst? Durch ein Tor von Simon Straudi (79.) gewinnen die Bremer 1:0 (0:0). Höhepunkte gibt es nur wenige. Für Werder-Trainer Marco Grote überwiegen die positiven Erkenntnisse: „Das war ein super Testspiel. Und auch wenn das Ergebnis keine Rolle spielt, ist es trotzdem schön, wenn du gewinnst.“

Keine Mühe hat der für den OSC pfeifende Schiedsrichter Christoph Rübe. Mit der ein oder anderen Gelben Karte sorgt er für rasche Beruhigung, wenn die Gemüter doch einmal hochkochen.

Von Wolfgang Bauscher

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.