INTERVIEW Robin Schmacke über das Abenteuer Bundesliga – Junglöwen in Augsburg

„Mit Ehrfurcht kommt man nicht weit“

Wird seine Mannschaft auch beim FC Augsburg wieder aufs Feld führen: Robin Schmacke, Kapitän der A-Junioren des KSV Hessen, hier vor dem Heimspiel gegen Unterhaching. Hinter ihm Torhüter Jonas Ferl.
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Wird seine Mannschaft auch beim FC Augsburg wieder aufs Feld führen: Robin Schmacke, Kapitän der A-Junioren des KSV Hessen, hier vor dem Heimspiel gegen Unterhaching. Hinter ihm Torhüter Jonas Ferl.

Neun Partien der höchsten deutschen Spielklasse liegen hinter den A-Junioren des KSV Hessen Kassel, drei stehen bis zur Winterpause noch an. Vor dem Gastspiel beim FC Augsburg (Sonntag, 14 Uhr) fragten wir nach, wie der erst einmal siegreiche Aufsteiger das Abenteuer Bundesliga erlebt. Kapitän Robin Schmacke, in allen Begegnungen von der ersten bis zur letzten Minute dabei, gibt Auskunft.

Vor dem Saisonstart konnten sie nach eigenen Worten kaum glauben, Bundesliga zu spielen. Glauben Sie es jetzt?

Ja, ich bin gedanklich angekommen. Auch wenn man so nach und nach erst mitbekommt, gegen welche Kaliber wir spielen. Die Qualität ist schon enorm. Jetzt gilt es, noch besser mitzuhalten.

Wie viel Ehrfurcht vor den Gegnern ist bei Ihnen noch mit im Spiel?

Nicht so viel. Es ist eher schön, gegen diese Teams zu spielen. Und mit Ehrfurcht kommt man nicht weit.

Alltägliche Routine ist die Bundesliga aber noch nicht?

Doch, ein bisschen schon. Aber die langen Auswärtsfahrten wirken immer wieder neu. Dafür bleibt der Trainingsalltag wie gewohnt.

War das Spiel gegen die Bayern München wie erwartet der bisherige Höhepunkt?

Für mich als Bayern-Fan natürlich schon. Aber es kommen noch andere super Gegner in dieser tollen Saison.

Was hat Ihnen bisher am besten gefallen?

Ganz klar der erste Sieg, das 3:1 in Kaiserslautern. Das war ein überragendes Gefühl. Und es ist natürlich eine Ehre, im Auestadion zu spielen.

Gab es etwas, das Sie als besonders unangenehm empfanden?

So richtig nicht. Abgesehen von der einen oder anderen unnötigen Niederlage. Wie in der letzten Minute gegen die Stuttgarter Kickers.

Worüber haben Sie am meisten gestaunt?

Über die Größe der Dinge, die auf einen zukommen. Nicht nur bezogen auf die sportliche Aufgabe, sondern auch die Größe und Qualität der Sportanlagen und der Funktionsgebäude im Profibereich.

Wie beurteilen Sie das bisherige Abschneiden des KSV?

Es war nicht optimal. Aber wir hatten starke Gegner und haben Luft nach oben. Es wäre schön, bis zur Pause noch ein paar Punkte zu holen.

Ihr Trainer Alfons Noja betont stets, es ginge darum, Spieler besser zu machen. Aber will man nicht trotzdem lieber öfter mal gewinnen?

Würde man schon gern. Aber man kann es nicht erzwingen. Und der Trainer hat recht, es geht um unsere Weiterentwicklung. Nüchtern betrachtet ist es eine gute Saison, wenn wir auch noch ein bisschen punkten.

Hat sich die Mannschaft denn positiv entwickelt?

Unbedingt. Das Zusammenspiel klappt immer besser. Jeder Einzelne handelt mit mehr Übersicht als zu Beginn, Grundlegendes wie das Passspiel klappt besser.

Wie schwer fällt es, sich trotz der Misserfolge immer wieder zu motivieren?

Überhaupt nicht. Der Trainer motiviert uns gut, und es ist immer wieder etwas Besonderes, Bundesliga zu spielen.

Der FC Augsburg, ihr Gegner am Sonntag, ist immerhin Siebter. Schleicht sich da womöglich Gefühl ein, dass es für Sie nichts zu holen gibt?

Auf keinen Fall. Wir fahren ja nicht einfach so sechs Stunden lang da hin. Wenn der FCA nicht aufpasst und uns vielleicht ein wenig unterschätzt, sind wir da.

Sehnen Sie die Winterpause herbei?

Daran denken wir noch nicht. Stress und Aufwand sind schon hoch, aber es gab ja auch Länderspielpausen.

Das Bayern-Spiel ist durch, eine Rückrunde gibt es nicht. Auf welchen Gegner freuen sie sich noch sehr?

Eigentlich über jeden. Wir nehmen’s, wie’s kommt. Aber das Hessenderby gegen Eintracht Frankfurt wird noch ein Höhepunkt sein.

Von Wolfgang Bauscher

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