Zollstockgespräch

Volleyballer Dierk Fooken wünscht mehr Respekt gegenüber anderen

Ausbalanciert: Dierk Fooken (links), der neue Trainer des Volleyball-Regionalligisten SSC Vellmar beim Zollstockgespräch mit HNA-Redakteur Martin Scholz.
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Ausbalanciert: Dierk Fooken (links), der neue Trainer des Volleyball-Regionalligisten SSC Vellmar beim Zollstockgespräch mit HNA-Redakteur Martin Scholz.

Zum Zollstockgespräch getroffen: Dierk Fooken ist seit 26 Jahren in den meisten Kasseler Volleyball-Vereinen aktiv gewesen. Nun steht der 44-jährige Lehrer für das Regionalliga-Team des SSC Vellmar als neuer Herren-Trainer am Spielfeldrand.

Was nervt am meisten in diesen Tagen, und was würden Sie gern wieder tun?
Dass man Nähe aktuell durch Distanz ausdrücken sollte. Das ist zwar sinnvoll, fällt aber nicht immer leicht. Ein großes Gartenfest mit Familie und Freunden würde ich mir schon mal wieder wünschen.

Was ist aktuell die größte Herausforderung?
Sich daran zu erinnern, dass es großen Teilen der Welt viel schlechter geht als uns. Davor Demut zu zeigen und auf allen Ebenen respektvoll zu agieren.

Was hat Sie in den vergangenen Wochen überrascht?
Dass es in den unterschiedlichen Bereichen stark abweichende Limitierungen gibt. Vieles wirkt dadurch willkürlich.

Wie hat sich Ihr eigenes Sporttreiben verändert?
Fünf Kilogramm zu viel sprechen Bände.

Und was ist mit Ihrem Fernsehkonsum?
Ohnehin gering, unverändert.

Was ist Ihre Meinung zum Thema Mundschutz?
Ich bin kein Virologe. Aus meiner Sicht ist jedoch das Tragen der Maske sehr sinnvoll.

Was ist Ihr verrücktestes Corona-Erlebnis?
Dass mich alltäglich Menschen grüßen und ich freundlich erwidere – ohne zu wissen, wer sich hinter dem Mundschutz verbirgt.

Gibt es etwas, dass Sie derzeit auch angenehm finden?
Es entsteht ein Fokus auf das engste Umfeld und die eigene Familie. Das gibt Kraft.

Wie sieht Ihre neue Normalität als Lehrer und Familienvater aus?
Hektisch. Ich habe täglich beruflich in der Schule mit hunderten von Menschen zu tun. Im Sportunterricht gibt es keine Masken und wenige Auflagen. Der Umgang mit so vielen Menschen ist – trotz der Hygienemaßnahmen – risikoreich. Unsere Kinder besuchen beide eine Kindertagesstätte. Da weiß man nie, was die am Nachmittag so mit nach Hause bringen. Abends trainiere ich 14 Männer in der Halle ohne Kontaktauflagen – allerdings unter Einhaltung eines Hygienekonzepts im Volleyball. Ich habe als Beamter keinen Grund zur Beschwerde, im Gegenteil. Aber für den Job als Lehrer braucht man (aktuell) ein dickes Fell.

Wie war trotz Corona ihr Sommer?
Wir haben eine Woche mit meinen Eltern und meiner Schwester in einem Ferienhaus in Holland an der See verbracht. Es tat gut, mal was anderes zu sehen.

(Martin Scholz)

Zur Person

Dierk Fooken (44) ist verheiratet mit Maya Englisch-Fooken. Das Paar hat eine Tochter (5) sowie einen Sohn (17 Monate) und lebt in Kassel. Fooken unterrichtet an der Jacob-Grimm-Schule Englisch und Sport. Volleyball spielte er seit 1994 bei TSG Wilhelmshöhe, ACT, TV Jahn, TGW, Bergshausen. Ab dieser Saison trainiert er Regionalligist SSC Vellmar.  (sol)

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