Spielausfälle können auch andere Ursachen haben – drei Beispiele aus drei Ligen

Nicht nur Regen ist schuld

Ein vertrautes Bild in der nassen Jahreszeit: Viele Gemeinden sperren ihre Sportplätze, wenn Niederschläge dem Grün zu schaffen machen. Teilweise stehen Plätze unter Wasser, manchmal handelt es sich um vorbeugende Schutzmaßnahmen. Foto: Fischer/nh

Kassel. Alle Jahre wieder reißt der regnerische Herbst Löcher in den Terminplan der Fußball-Amateurligen. Doch sind nicht immer die Wetterbedingungen schuld an Spielausfällen. Wir haben bei drei betroffenen Vereinen aus drei Ligen nachgefragt.

TSG WATTENBACH

Die Gruppenliga-Fußballer der TSG Wattenbach konnten ihre letzten beiden Heimspiele gegen den Tuspo Grebenstein und den SV Türkgücü nicht austragen. Die Gemeinde Söhrewald hatte den heimischen Sportplatz am Brand gesperrt. „Der Platz steht teilweise unter Wasser, und wir haben keinen Ausweichplatz zur Verfügung“, teilte der erste Vereinsvorsitzende Ralf Koch mit. Die Abstimmung mit der Gemeinde, ob gespielt werden kann oder nicht, verliefe ohne Probleme. „Wir sind alle der Meinung, dass man lieber jetzt nicht spielt anstatt im kommenden Frühjahr auf einem abgetragenen Platz ohne Rasen aufzulaufen“, erklärt Koch die verzwickte Situation. Ein Ausbau der Sportanlagen sei utopisch: „Natürlich hätten wir gerne einen Kunstrasen, der Gemeinde fehlt dazu allerdings das Geld“, so Koch.

TSV ROTHWESTEN

Zwar noch ohne Spielausfall auf Grund einer Platzsperre steht der TSV Rothwesten da, jedoch sei der Rasen im Rothwestener Bergstadion „in einem katastrophalen Zustand“, erklärt der erste Vorsitzende Gerhard Siewert. Besonders ärgerlich ist diese Tatsache für den TSV, da erst im Sommer die Fuldataler Sportplätze in Simmershausen, Ihringshausen und Rothwesten von einer Fachfirma für mehr als 30 000 Euro modernisiert wurden. Doch nur im Bergstadion gibt es Probleme: „Der Platz ist schlechter als vorher und eigentlich nicht mehr bespielbar. Selbst die Wasserwalze hilft nicht mehr“, meint Siewert. Noch jeweils drei Heimspiele haben die Verbandsligamannschaft und deren Reserve in der Kreisoberliga in diesem Jahr auf dem Plan, jedoch ist klar: „Zwei Spiele an einem Tag sind absolut unmöglich, das hält der Platz nicht aus“ stellt der Vorsitzende klar. Die benötigte Erneuerung der Drainage koste etwa 60 000 Euro und würde eine Platzsperre von einigen Monaten nach sich ziehen, ergänzt Siewert. TSV HEILIGENRODE

Der Niestetaler Kreisoberligist hat nach 16 Spieltagen nur 13 Spiele ausgetragen. Die Verlegung der Auswärtspartie in Kaufungen wurde bereits vor Beginn der Serie zugunsten der Heiligenröder Jubiläums-Festivitäten festgelegt, so Matthias Schmelz, Leiter des Spielbetriebs beim TSV. Vor dem Spiel in Nordshausen sperrte die Stadt Kassel den Platz wetterbedingt. Nach dem Tod des Rothwestener Mannschaftsbetreuers Mario Patzke wurde aber auch dieses Gastspiel verlegt.

Von Gregory Dauber

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