Spiel in Zahlen: Eintracht Baunatal verliert auch gegen Nordhorn 21:33

Niederlage Nummer 23

Freie Bahn: Der 17-jährige Baunataler Frederik Drönner setzt sich gegen die Nordhorner Deckung durch. Foto:  Zgoll

baunatal. Zwei Zahlen sagen eigentlich alles aus zur sportlichen Relevanz des Handball-Duells zwischen Baunatal und Nordhorn/Lingen in der zweiten Bundesliga. 21 Tore warf die Eintracht, 33 Treffer erzielte der Gast aus der Grafschaft Bentheim. Aber es gibt einige andere Zahlen, die dieses ungleiche Duell des Tabellenletzten gegen den starken Fünften beschreiben.

1,83 Meter misst Alex Terwolbeck, und war doch die meiste Zeit der kleinste Gästespieler auf der Platte. Dennoch war der Regisseur der Größte: Großartig lenkte er das Spiel der HSG, zeigte präzise Anspiele auf seine hünenhaften „Halben“ und an den Kreis, bewies ein filigranes Händchen bei mehreren perfekten Kempa-Tricks. Nie zu stoppen, eine Augenweide.

2 Treffer erzielte Baunatals Linksaußen Frederik Drönner zu Beginn, doch beide wurden ihm vom Schiedsrichter-Duo zurückgepfiffen. Warum auch immer. Doch der 17-Jährige aus der elften Klasse des Kasseler Lichtenberg-Gymnasiums ließ sich nicht entmutigen – und wurde belohnt. Noch zweimal warf er auf den Kasten, zweimal war der Ball drin. „Es ist einfach ein geiles Erlebnis, zweite Bundesliga spielen zu dürfen“, sagt Freddie. Und: „Ich lerne jetzt schon für die dritte Liga.“

5 Linkshänder standen im Kader der Eintracht. Fünf! Wovon andere Teams träumen, ist in Baunatal ein Luxusproblem. Schließlich haben alle das Recht und den Anspruch auf Spielanteile. Gut, dass Trainer Markus Berchten auch den jungen Conny Feuring noch brachte.

6 von sieben Einladungen zum Tempogegenstoß nutzte Nordhorn. Die Hausherren ließen die ersten drei ungenutzt – und prompt zog Nordhorn von 6:5 (14.) auf 14:5 (25.) davon. Die Entscheidung. Denn in dieser Phase bleib Baunatal zwölf Minuten ohne Treffer.

8 Wurfversuche der Hausherren blockte das Nordhorner Bollwerk. Weil nicht nur Hüne Andi Bornemann vergeblich versuchte, über die langen Gäste hinweg zu werfen, sondern allzu oft auch die deutlich kleineren Paul Gbur und Dennis Weinrich.

10 Feldspieler insgesamt nur waren bei der Eintracht an Bord. Kurzfristig fehlte auch noch Felix Geßner, ein Rechtshänder. Er hatte sich bei einem Arbeitsunfall eine Schnittverletzung an der linken Hand zugezogen und saß dick verpflastert auf der Tribüne. Aber: Bis auf Christoph Koch trafen sie alle ins Schwarze. Doch der kampfstarke Abwehrstratege durfte am Kreis ja auch nicht wirklich ran ...

23 Spiele hintereinander haben die Großenritter nun verloren. Und immer noch Spaß am Handball. Wenn auch – deutlich sichtbar – nicht mehr so viel wie zu Saisonbeginn. Und so sagt Kapitän Christian Schade: „Es wird Zeit, dass die Sommerpause kommt.“ Aber: „Zweimal dürfen wir noch zweite Liga spielen.“ „Dürfen“ hat er gesagt, nicht „müssen“.

Von Gerald Schaumburg

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