BASKETBALL

TSV Vellmar zieht zurück: Oberliga ohne die Moskitos

Ein Basketball fliegt durch einen Korb
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Sie melden nicht: Der TSV Vellmar zieht für kommende Saison zurück.

Wenn die Basketball-Oberligen am Samstag in die neue Saison starten, wird keine heimische Damenmannschaft dabei sein.

Vellmar – Klar war schon lange, dass der CVJM Kassel als Landesliga-Meister sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen würde. Nun entschied sich auch der TSV Vellmar gegen die Teilnahme. Wir fragten nach.

Der Trainer

Im Basketball auf Landesebene gibt es in der neuen Saison keine Auf- und Absteiger. Somit fehlt der Wettbewerbscharakter. Der Vellmarer Rückzug hat damit jedoch nichts zu tun. „Wir haben wegen studien- und berufsbedingten Umzügen sowie Schwangerschaften nur noch fünf aktive Spielerinnen. Damit fiel die Entscheidung zum Pausieren zwangsläufig“, berichtet Trainer Mensur Krasniqi. Ein Rückzug auf Dauer soll dies jedoch nicht sein. „Wir wollen daran arbeiten, unseren Oberliga-Startplatz in der Saison 21/22 wieder einzunehmen. Glücklicherweise geht das wegen der besonderen Regelungen, unter denen die aktuelle Serie ausgetragen wird.“ Der ausgesetzte Wettbewerb kommt den Moskitos somit entgegen. „Teilgenommen hätten wir aber trotzdem gern, auch wenn es keinen Auf- und Abstieg gibt. Wir sind alle leidenschaftliche Basketballer und wollen so oder so jedes Spiel gewinnen“, sagt Krasniqi.

Die Spielerin

Hart betroffen vom Rückzug sind auch die verbliebenen Spielerinnen. „Das ärgert mich sehr, ich finde es ganz schlimm. Zumal es ja keine Alternativen gibt“, sagt Cinnamon Hepburn. Gerade auch deshalb bedauert sie das Aus, „weil wir in der Mannschaft immer besser zusammengefunden hatten und im Aufschwung waren. Durch Corona war das alles wieder weg, und jetzt ist es erst einmal ganz vorbei.“ Wie das genau aussieht, schildert sie so: „Man konnte kaum trainieren und wusste nicht, wann und ob es weitergeht. So haben sich viele von uns umorientiert, den Zugang zum Basketball verloren und Distanz dazu bekommen.“ Einen kleinen Trost hat Hepburn dennoch, wie sie sagt: „Solange das Wetter mitspielt, kann man auf den Freiplätzen ein wenig spielen und sich halbwegs fit halten. Und dazu beim Midnight-Basketball.“ Als guten Ersatz erachtet sie dies alles nicht.

Die Zukunft

Mit den Moskitos tritt das höchstspielende Damenteam der Region den Rückzug an. „Die Anzahl der Spielerinnen und Teams ist schon länger am Schwinden und somit auch die Präsenz. Hoffentlich ist dies nur ein kurzfristiges Phänomen“, sagt Krasniqi. Um selbst dagegen anzuwirken, will der Trainer nun die Ärmel hochkrempeln. „Wir werden unsere Bemühungen um die Jugendarbeit verstärken, wieder Spielerinnen zu bekommen“, sagt er. Dies allein werde freilich nicht genügen, sodass auch andere Wege beschritten werden müssen. „Wir denken an die Akquise von Spielerinnen. Dies soll über die Universität und die sozialen Medien gehen“, sagt Krasniqi. „Auch wenn das immer das Risiko beinhaltet, dass Leute von der Uni nicht lange bleiben, sondern wieder wegziehen.“

Obwohl der Trainer das Prickeln der Ligaspiele vermisst, geht er die neuen Aufgaben gern an: „Man verlagert halt den Fokus vom Wettbewerb mit voller Energie auf die Vereinsarbeit. Schlimmer ist es für unsere wettkampffreudigen Damen.“

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