Ohne kribbeln geht es nicht

Ein Abend bei den Huskies: So erlebten Puckkind, Leserreporter und Fan das erste Playoff-Spiel

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Das Puckkind schnürt die Schuhe: Leon Menne bringt kurz vor Spielbeginn die Scheibe aufs Eis.

Kassel. Noch ist alles relativ ruhig an diesem frühen Dienstagabend. Doch es ist kein Dienstag wie jeder andere. Es ist Playoff-Zeit. Huskies gegen Füchse, Viertelfinal-Auftakt.

18.20 Uhr Jason Schade kann noch die Vorfreude genießen, die ihn mit jenen eint, die im Minutentakt an der Abendkasse Tickets abholen. Der 18-Jährige aus Bebra-Weiterode ist erst hier im Einsatz, später als HNA-Leserreporter im Live-Radio. „Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagt er. Und dann den Satz, der genauso zu Playoffs gehört: „Natürlich kribbelt es.“

Erst an der Abendkasse, dann Leserreporter: Jason Schade.

Stehplatzkarten gehen besonders gut. 1,50 Euro kosten sie jetzt mehr als als in der Hauptrunde, die Sitzplatztickets zwei Euro. „Da müssen wir umdenken“, erklärt Schades Kollegin Katja Friedrich. „Es murren nur wenige, es ist ja schon vor Saisonbeginn so komuniziert worden.“ Der Super-Gau bleibt dem Quartett, zu dem auch Ilka Wollenhaupt und Louis Veiga Duarte gehören, an der Abendkasse erspart – Stromausfall oder fehlende Internetverbindung. So, als ob auch die Technik das Kribbeln und die Vorfreude nicht stören will.

18.45 Uhr: Beste Laune hat Karin Klein, die schwungvoll die Treppen in Richtung Heuboden herauf eilt. Ob sie Eishockey mit Karneval verwechselt? „Das haben zumindest meine Nachbarn gedacht. Schließlich komme ich ja aus der Hochburg Volkmarsen“, sagt sie und lacht. Die Vermutung ist angesichts ihrer Kostümierung allerdings auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Sie trägt nämlich eine knallblaue Perücke mit zwei weißen Schleifen im Haar. „Die Meisterperücke aus der verganenen Saison.“ Rechtzeitig zu den Playoffs hat sie sie wieder hervorgeholt.

Lesen Sie hier unseren Spielbericht.

19.00 Uhr: Für Leon Menne wird es langsam ernst. Der Neunjährige sitzt in der Kabine der Eishockey-Jugend Kassel, schnürt die Schlittschuhe, zieht sein EJK-Trikot mit der Rückennummer 28 an – wie sein Huskies-Vorbild Corey Mapes. Dann greift er sich einen Puck, begutachtet ihn kurz und grinst: Der Drittklässler aus Vollmarshausen ist das Puckkind des Abends. Auch wenn der Sohnemann ganz cool rüberkommt: „Er war schon aufgeregt“, berichtet Papa Björn Menne, Schatzmeister der EJK. Gegen Bayreuth in der Hauptrunde war Leon schon mal Puckkind. „Aber jetzt sind Playoffs, da ist viel mehr Stimmung in der Halle“, sagt der junge Verteidiger.

19.20 Uhr: Jason Schade nimmt auf der Pressetribüne Platz. „Es war noch gut was los“, berichtet er von der Abendkasse und setzt die Kopfhörer auf.

19.29 Uhr: Leon hat seinen großen Auftritt. Gibt den Puck beim Schiedsrichter am Mittelkreis ab, fährt unter dem Applaus der Fans erst zu Markus Keller und klatscht ihn ab, dann zu den Huskies auf der Spielerbank. Ganz so, wie er es sich vorgenommen hat.

Fan mit Perücke: Karin Klein aus Volkmarsen.

19.30 Uhr: Erstes Bully. Endlich beginnen die Playoffs.

Das Spiel: Leon zieht sich schnell um und flitzt hoch auf die Tribüne zu Papa, Mama Andrea und Schwester Laura. Karin Klein fiebert auf ihrem Stammplatz im Block D mit. Jason und Jens Nähler am HNA-Liveradio spielen sich die Bälle zu. Es ist ein intensives Spiel, nur ein Tor fällt lange nicht. Doch im Schlussdrittel bricht Phil Hungerecker den Bann. Nicht nur von Jason Schade fällt in Minute 44 ein Zentner Anspannung ab. Das 2:0 folgt, das 3:0, das 4:0. Nun lacht der Leserreporter gelöst. Die Huskies auf Kurs.

Das Ende: 4:1 – die Huskies legen in der Serie vor. Mit ihren Tipps Lagen Schade (5:3) und Leon (5:4) zwar daneben, doch das ist ihnen herzlich egal. Auch Karin Klein setzt auf das, was die beiden anderen prophezeien: „Die Serie geht mit 4:1 an Kassel. Wir wollen ja das Halbfinale gegen Frankfurt“, sagt sie. „Jetzt können wir uns von der Mannschaft reintragen lassen in die Playoffs.“

Start der Playoffs: Kassel Huskies siegen gegen die Lausitzer Füchse

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