Kasseler Sprinter Steven Müller im Perspektivkader für die Spiele in Tokio

Olympia bleibt sein Traum

Der Kasseler Sprinter Steven Müller beim Training im Kasseler Auestadion.
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Der Kasseler Sprinter Steven Müller beim Training im Kasseler Auestadion.

Dreifacher Deutscher Meister, EM- und WM-Teilnahme – die aktuelle Bilanz des Kasseler Sprinters Steven Müller kann sich sehen lassen. Seinen ganz großen Traum will sich der 30-Jährige, der für die LG ovag Friedberg-Fauerbach startet, allerdings im kommenden Jahr verwirklichen: die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. Im Gespräch äußerte sich der Berufspädagogik-Student über die vergangenen Monate und seine aktuelle Situation. Steven Müller über ...

... das Jahr 2020: Nach der Hallensaison sollte eigentlich die Olympia-Vorbereitung Fahrt aufnehmen. Der Lockdown im Frühjahr hat mich schon sehr zurückgeworfen. Ich habe mich gefühlt, als ob mir jemand den Boden unter den Füßen wegzieht. Zum Glück ist es meinem Trainer Otmar Velte gelungen, mich wieder aufzurichten und neu zu motivieren. Ich habe Treppenläufe gemacht und auf Feldwegen trainiert, und vor allem habe ich im Sommer in Braunschweig bei den Deutschen Meisterschaften meinen Titel über 200 Meter verteidigt.

... über das aktuelle Training: Wir haben insgesamt viel umgeplant, weil sich die Olympischen Spiele ja um ein Jahr verschoben haben. Die veränderten Bedingungen haben wir genutzt, um an meiner Ausdauer zu arbeiten. Dabei habe ich meine Bestzeit über 400 Meter um eine Sekunde verbessert. Daher bin ich mit dem Jahr 2020 eigentlich recht zufrieden.

... über neue Wege: Ich hatte Zeit mir klarzumachen, dass ich bisher mit meinen drei deutschen Meistertiteln und der EM- und WM-Teilnahme recht viel erreicht habe. Vor allem, weil ich ja mit der Leichtathletik als 22-Jähriger sehr spät begonnen habe. Im Moment trainiere ich zehnmal in der Woche und habe auch das Meditieren sowie andere Formen des Mindsettings für mich entdeckt. Ich will mich selbst besser wahrnehmen. Manchmal hilft es einem weiter, einfach mal an nichts zu denken, was man allerdings auch trainieren muss.

... über seine Perspektiven für 2021: Ich stehe im Perspektivkader des Deutschen Leicht- athetik-Verbandes, muss aber noch die Olympianorm erbringen. Die liegt über 200 Meter bei 20,24 Sekunden. Meine Bestzeit steht bei 20,42 Sekunden, und ich weiß, dass ich mein Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft habe. Dabei setze ich voll auf die Zusammenarbeit mit meinem Trainer. Wir arbeiten daher weiter an der Entwicklung meiner maximalen Leistungsfähigkeit. Ich habe die Hallensaison im Plan und setze große Hoffnung in die Überprüfungswettkämpfe der Freiluftsaison, da der Qualifikationszeitraum bis zum Olympia-Start am 23. Juli nicht besonders lang ist. Die Deutschen Meisterschaften stehen dabei zuvor im Fokus. Natürlich möche ich meinen Titel über 200 Meter wieder verteidigen. Mein vorrangiges Ziel ist es, nach dem Beginn der Freiluftsaison, kontinuierlich meine Leistung zu bringen und voll da zu sein, um mir den Traum von Olympia zu erfüllen. (Martin Scholz)

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