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Orientierungsläufer Bojan Blumenstein startet bei WM und World Games

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Von: Manuel Kopp

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Mit Karte und Kompass unterwegs: Orientierungsläufer Bojan Blumenstein hat besondere Wochen vor sich.
Mit Karte und Kompass unterwegs: Orientierungsläufer Bojan Blumenstein hat besondere Wochen vor sich. © privat

Es ist ein aufregender Sommer für Bojan Blumenstein. Für den Orientierungsläufer, der aus Nieste stammt und in Norwegen lebt, stehen in den kommenden 24 Tagen gleich mehrere Höhepunkte bevor. Ab Sonntag nimmt der Sportler des OSC Kassel an der Weltmeisterschaft in Dänemark teil, Mitte Juli geht es dann zu den World Games nach Birmingham (England).

Die Titelkämpfe in Kolding bilden den Auftakt für Blumensteins besondere Wochen. Für den 29-Jährigen ist es die sechste WM-Teilnahme, seine besten Platzierungen erreichte er 2019 in Norwegen mit Platz 24 über die Mittel- und Rang 26 über die Langdistanz. In Dänemark werden diesmal nur Titel über die Sprint-Strecken vergeben. Zweimal startet Blumenstein – in der Staffel sowie im Einzel-K.o.-Sprint. Und mit welchem Ziel geht er in die WM? „Ich bin als Spezialist für die Mittel- und Langdistanz bekannt, ich will jetzt aber zeigen, dass ich es auch im Sprint in die Top 25 schaffen kann“, sagt er.

Noch etwas größer ist bei ihm die Vorfreude auf die World Games, bei denen 45 Sportarten vertreten sein werden, die nicht zum Olympischen Programm zählen, aber dennoch weltweit verbreitet sind. Erstmals haben sich die deutschen Orientierungsläufer für die Multisport-Veranstaltung qualifiziert – und daher gibt dort auch Blumenstein sein Debüt. „Es ist ein riesiges Event. Dadurch, dass es nur alle vier Jahre stattfindet und wir uns erstmals qualifiziert haben, ist es ein Highlight für mich“, sagt er. Die World Games finden in Birmingham vom 7. bis 17. Juli statt, an den letzten drei Tagen sind die Orientierungsläufer an der Reihe. Und hier startet Blumenstein dreimal. Der 29-Jährige wird im Einzel über die Mitteldistanz und im Sprint sowie in der Sprint-Staffel-Mixed auf die Strecke gehen.

Schon seit zehn Jahren lebt der gebürtige Nordhesse in einem Land, das weltweit zu den erfolgreichsten Nationen im Orientierungslauf gehört. Und so war es kein Zufall, dass Blumenstein sich 2012 dazu entschied, als Au Pair in die norwegische Stadt Haldern zu gehen. „Der Vater der Gastfamilie war der frühere deutsche Bundestrainer. Ich wusste, dass es dort gute Trainingsbedingungen für mich geben wird“, sagt er. Schließlich trainierte in Haldern mit dem mehrfachen Weltmeister Olav Lundanes auch einer der erfolgreichsten Orientierungsläufer.

Bevor Blumenstein sein Abenteuer in Norwegen antrat, war ein Aufenthalt von einem Jahr geplant. Aber er lernte schnell die Sprache, fand Freunde und entschied sich schließlich dazu, dort zu studieren. In Oslo schloss er sein Studium in Coaching und Psychologie ab. Mittlerweile arbeitet er mit einer 50-Prozent-Stelle an einem Sportgymnasium in Oslo als Psychologie-Lehrer und Trainer für die Orientierungsläufer. „Ich bin froh, dass ich mein Hobby und meinen Beruf so gut verbinden kann“, sagt der 29-Jährige.

Zwei- bis dreimal im Jahr kommt er nach Nordhessen – und verbindet das dann ab und zu mit dem Start bei einem Wettkampf. Wie an Pfingsten als er in der Nähe von Dresden Deutscher Meister über die Mitteldistanz wurde. Ein Heimatbesuch steht in den nächsten Wochen aber nicht an. Jetzt geht es für ihn erst einmal nach Dänemark und England. (Manuel Kopp)

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