Verein begeistert als Tabellenführer

OSC Vellmar ist plötzlich ein Spitzenteam der Fußball-Verbandsliga

Sie haben häufig Grund zum Jubeln: Die Vellmarer (von links) Egli Milloshaj, Linor Demaj, Tim Welker und Serkan Aytemür mischen die Verbandsliga auf.
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Sie haben häufig Grund zum Jubeln: Die Vellmarer (von links) Egli Milloshaj, Linor Demaj, Tim Welker und Serkan Aytemür mischen die Verbandsliga auf.

Der OSC Vellmar war viele Jahre lang ein fester Bestandteil der Fußball-Hessenliga. Nach dem Abstieg 2018 stand die Mannschaft von Trainer Jörg Müller stets im Tabellenmittelfeld der Verbandsliga. In dieser Spielzeit ist das anders, ganz nach dem Motto: Plötzlich ein Spitzenteam.

Nach elf Partien ist der OSC ungeschlagener Tabellenführer, hat den besten Angriff sowie die beste Abwehr der Liga – und viele Experten überrascht.

Aber warum ist Vellmar auf einmal so stark? „Ich vergleiche das immer mit der Saison, als wir in der Hessenliga Vize-Meister geworden sind“, sagt Kapitän Maik Siebert. „Wir haben eine unheimlich gute Breite im Kader. Ein Lob an unseren Verein.“ Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gebe es so ganz andere Möglichkeiten. Ein gutes Beispiel sei der 3:1-Sieg vor einer Woche in Fulda. „Es fehlten sieben Spieler verletzt oder angeschlagen, und wir haben immer noch 13, 14 Akteure mit guter Qualität. Die Breite im Kader ist der Schlüssel, um über einen langen Zeitraum erfolgreich zu sein“, erklärt der 28-Jährige.

Genau wie Siebert ist auch Enes Glogic schon viele Jahre im Verein. „Wir sind in allen Bereichen stabiler geworden, in Abwehr, Mittelfeld und Angriff“, sagt der spielende Co-Trainer und hebt einen Neuzugang hervor: „Tim Welker hält den Laden hinten zusammen. Er ist das Prunkstück, um ihn herum haben wir die Abwehr aufgebaut“, lobt Glogic. Welker spielte früher für den KSV Hessen Kassel und den TSV Steinbach in der Regionalliga, brachte es für den SC Paderborn auf zwei Einsätze in der 2. Bundesliga. Jetzt gibt er dem OSC Stabilität.

Die Vellmarer haben sich gezielt verstärkt. Neben Welker kamen zu dieser Saison auch Nico Möller von Hessenligist Baunatal und mit Eyüp-Emre Akman sowie Maximilian Werner gestandene Verbandsliga-Spieler. Und Jannik Weingarten beendete sogar seine Fußball-Rente, um wieder beim OSC zu spielen.

Die Breite im Kader ist auch die Basis für weitere positive Effekte. So ist die Offensive nun viel variabler, verschiedene Systeme sind möglich. In einer Partie kann von der Bank auch noch einmal nachgelegt werden. Und neben Serkan Aytemür, der mit zwölf Treffern die Verbandsliga-Torjägerliste anführt, hat nun auch Egli Milloshaj das Toreschießen für sich entdeckt. Mit zehn Treffern steht er auf Rang drei der Rangliste. Mehr Spieler mit hoher Qualität bedeutet zudem einen größeren Konkurrenzkampf im Training. „Das Niveau ist dort nun höher“, sagt Glogic. „Wenn du nur mit zwölf Spielern im Training bist, dann ist es auch für die Trainer schwierig. Mit der Breite und Qualität, die wir jetzt haben, können wir ganz anders trainieren“, sagt Siebert.

Durch ihre Erfolgsserie haben die Vellmarer viel Selbstvertrauen getankt und gehen besser mit Rückschlägen um. Wieder ist das Auswärtsspiel in Fulda ein gutes Beispiel: Viele Verletzte, bei der Anfahrt im Stau gestanden, 0:1 zurückgelegen – dennoch gewann der OSC 3:1.

Natürlich hat auch das Trainergespann um Chefcoach Müller sowie den Co-Trainern Roland Borrmann und Glogic einen großen Anteil am Erfolg. „Sie wissen, wie sie mit Spielern umgehen müssen. Sie führen das Team auf einer sehr guten menschlichen Basis“, sagt Siebert. „Bei einem breiten Kader muss man aufpassen, dass keiner hinten runterfällt. Das machen sie sehr gut, zeigen den Spielern, die gefühlt hintendran stehen, Perspektiven auf.“

Und wie sieht es mit dem Teamgeist aus? „Die Stimmung in Vellmar war ja schon immer gut“, sagt Glogic. So sieht es auch Siebert: „Der Verein achtet bei der Verpflichtung eines Spielers darauf, dass er neben der Qualität auch menschlich gut in den Kader passt.“

Auf ihren Erfolgen ausruhen, wollen sich die Vellmarer nicht. Mit dem FSV Dörnberg wartet schon heute im Heimspiel (16 Uhr) eine unangenehme Aufgabe. Bis zur Winterpause warten mit den Duellen gegen den CSC 03, Sand und Bad Soden noch drei Topspiele. Diese geht der OSC aber mit breiter Brust an. Denn: Plötzlich ist er ja ein Spitzenteam. (Manuel Kopp)

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