In der Stadthalle

Vor 96 Jahren wurde in Kassel das erste Mal geboxt

Willi Stasch in seiner aktiven Zeit. Foto: nh

Kassel. 1921 erlebte Kassel seinen ersten Boxkampf. Im Rahmen eines Sportfestes standen sich in der Stadthalle Henner Motz und Otto Reimann gegenüber.

Gute Laune strahlen die Boxveteranen aus, die sich beim Verbandstag des hessischen Amateurboxverbandes im Februar 1971 im Kasseler Parkhotel „Hessenland“ eingefunden hatten. Die Kasseler Boxer selbst sahen nämlich auf eine 50-jährige Geschichte ihrer Sportart in Kassel zurück.

Treffen alter Kasseler Boxgrößen anlässlich des Verbandstages des Hessischen Amateurboxverbandes im Februar 1972 im Parkhotel „Hessenland“ in Kassel. Vorn Pionier Otto Reimann, der sich die Boxhandschuhe umgehängt hatte, die er vor 50 Jahren beim ersten öffentlichen Kasseler Fight gegen Henner Motz trug. Um ihn herum einige Boxveteranen, zu erkennen sind (von links) Harrys, Gundlach, Kurtchen Müller, Klode, Thormann, Stasch, Knauff, Burhenn, Paul, Ley, Studenroth und Waschkowitz (dahinter).

1921 erlebte Kassel seinen ersten Boxkampf. Im Rahmen eines Sportfestes standen sich auf der Bühne der Stadthalle in einem ohne Ring ausgetragenen Schaukampf Henner Motz und Otto Reimann gegenüber. Motz hatte ein Jahr zuvor das Boxen in Kassel eingeführt.

In Japan hatte er es erlernt und schloss sich in Kassel dem Arbeiter-Sportverein Hessen (später Herakles) an. Unterstützung fand Motz durch Wilhelm Hundsdörfer, der beim Wilhelmshöher Sportverein 06 eine Boxabteilung gründete. 1925 stellten sich erste Erfolge ein.

Der Kasseler Schade wurde bei den Deutschen Meisterschaften des Arbeiter-Sportverbandes in Frankfurt Meister, Albert Burhenn und Karl Axt belegten dritte Plätze.

Otto Reimann (1890 bis 1982) war zum Boxen durch seinen Bruder Arno gekommen, der wiederum hatte die „edle Kunst der Selbstverteidigung“ in englischer Kriegsgefangenschaft in Schottland erlernt.

Gründung des BC 26

Die besten Kräfte wurden später dann im 1926 gegründeten „BC 26“ konzentriert, der mit großen Klubkämpfen im Stadtpark von sich reden machte. Es waren die Generationen Allmeroth, Wirth, Knauff (Henner „Knuff“), Landefeld und Burhenn, die den Grundstein legten. Willi Stasch, 1936 Deutscher Meister und damit Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1936, und Ludwig Petri, später einer der besten Federgewichtler im Profilager, kamen dazu.

Und sie waren auch dabei, als nach dem Krieg jene Staffel des KSV Hessen unter Hubert Klodes Führung heranwuchs, die sich zu den Besten in Deutschland zählen durfte. Studenroth, Thormann, Skowronnek, Küllmer, Müller, Stinski, Funk, Titze, Tiedtke, Würzberg, Wegener, die Bremers oder Pape, das sind nur einige Namen dieser Zeit.

Dann kam die Ära des 1. ABC Wilhelmshöhe mit August Frank als Hessenmeister, es kam der ESV Jahn, der mit den Wilhelmshöhern eine Kampfgemeinschaft bildete.

Auf der Internetseite des hessischen Amateurboxverbandes finden sich heute für den Sportkreis Kassel noch drei Box-Vereine: der BSV 93 Kassel, der KSV Kassel und der KSV Baunatal.

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