Kasseler Sportplätze: Aktuell spielt der VfB Viktoria Bettenhausen dort nicht mehr

Der Platz mitten im Eichwald

Titel zum zehn-jährigen Bestehen: Der FC Viktoria Bettenhausen bekam 1959 vom Kreisfußballwart N.N. (links) die Glückwünsche zur Kreismeisterschaft überreicht. Für den FC gewannen (ab Zweiter von links) Hans Thormann, Rudi Wagner, Lothar Wagner, Helmuth Weißer, Wilfried Anacker, Günter Buchenau, Willi Hesse, ? Girsten, Peter Schmitt, Horst Thormann, Heia Günter und Hans Thormann (sen.) die Meisterschaft. Foto: privat

Kassel. Der Sportplatz Eichwald hat seinen eigenen Charme. Mitten im Wald gelegen, ist er nicht so einfach zu finden. Im Kasseler Osten trugen die Fußballer des FC Viktoria Bettenhausen und seit 2001 des fusionierten Vereins VfB Viktoria Bettenhausen hier ihre Spiele aus. Bis Sommer 2016 spielte der Klub hier in der Kreisoberliga, seitdem tritt er nur noch auf der Cornelius-Gellert-Kampfbahn (siehe Kasten) an.

• Das macht den Platz aus: Natürlich ist das vor allem die Lage. Der Platz liegt mitten im Eichwald, so dass auch schon mal der Ast eines Baumes Richtung Feld ragt. Das Spielfeld ist nicht umzäunt – da fliegen die Bälle ab und zu auf die anliegende Straße oder landen im Wald. Zudem fällt der Platz zur Seite leicht ab. • Das bleibt in Erinnerung: Es gibt einige schöne Geschichten um den Sportplatz Eichwald. Am 27. Juli 1949 wurde der FC Viktoria Bettenhausen gegründet. Die Verantwortlichen machten sich schnell auf die Suche nach einem möglichen Spielort für die Fußball-Spiele und fanden ihre Heimat im Eichwald. Damals gehörte das Grundstück dem Forstamt Oberkaufungen – heutzutage dem Hessenforst. Der Verein hat das Gelände bis heute gepachtet.

Eine fast schon unendliche Geschichte war das Problem mit den Umkleidekabinen. Zunächst zogen sich die Spieler im Saal der Vereinsgaststätte Eichwald-Restaurant um. Dort gab es keine Duschen, so dass sich mit mehreren Eimern kaltem Wasser im Hof frisch gemacht wurde. Mitte der 1950er Jahre wurde die Gaststätte Zum Osterholz das neue Vereinslokal mit Umkleiden und Duschen. Aber es blieb für die Fußballer weiterhin ein langer Weg zwischen Kabine und Sportplatz.

Daher strebte der Verein den Bau eines Umkleidehauses direkt am Spielfeldrand an. Ende der 1960er Jahre wurde eine Holzhütte gebaut. Allerdings gab es keine Duschen. So mussten sich die Spieler wie in alten Zeiten wieder mit kaltem Wasser waschen, das die Bewohner des Fasanenwegs bereitstellten. Besser wurde es erst 1980, als die Mitglieder das Klubhaus bauten. Jetzt konnten sich die Spieler auch auf dem Sportplatz Eichwald duschen. 1998 gab es dann sogar eine Erweiterung des Klubhauses.

• Sie hinterließen Spuren: Es gibt einige Spieler, an die sich die Viktorianer gern zurück erinnern. Zum Beispiel zählt dazu die Mannschaft, die 1959 Kreismeister wurde (siehe Foto oben) um Helmuth Weißer und Günter Buchenau. Auch Klaus Möller spielte im Eichwald. An die alten Zeiten erinnern sich die Viktoria-Fußballer alle vier Wochen zurück. Dann trifft sich die Alt-Herren-Kameradschaft, die sich nicht ganz ernst gemeint die Uhus (Unter Hundert-Jährige) nennt.

• Das gibt es für die Besucher am Spieltag: Da auf dem Sportplatz Eichwald keine Spiele mehr ausgetragen werden, gibt es auch keine Bewirtung mehr. Die bisher erschienenen Teile der Serie Kasseler Sportplätze gibt es im Internet unter www.kassel-live.de

Von Manuel Kopp

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