Handball-Bezirk Kassel-Waldeck meldet sich zu Wort – Reinhold übt Kritik

Schiedsrichtersoll: Punktabzüge erhitzen die Gemüter

Ludewig

Kassel. Die vom Hessischen Handballverband (HHV) gegen Vereine wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls verhängten Strafen erhitzen weiterhin die Gemüter. Nach unserer Berichterstattung am Mittwoch haben sich weitere Vertreter aus dem Bereich des Handballs gemeldet.

Eine andere Position als der Landesverband vertritt der Bezirk Kassel-Waldeck. „Wir haben im Vorjahr im HHV den Antrag gestellt, Punktabzüge abzuschaffen und nur Geldstrafen zu erheben. Dieser wurde abgelehnt“, berichtet Manfred Ludewig. Ebenso wie der Bezirksvorsitzende lehnt auch Spielwart Norbert Seyfarth den Punktabzug ab. „Es ist klar, dass bei Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls eine Strafe nötig ist. Aber der Abzug ist kontraproduktiv, weil er manchmal über Auf- und Abstieg entscheidet.“ Oder, wie Ludewig weiter ausführt, „zum Beispiel Vereine wie Eintracht Baunatal, die vorbildliche Nachwuchsarbeit betreiben, für ihre Bemühungen bestraft“.

Einig sind sich beide darin, dass die Klubs die Suche nach Unparteiischen verstärken müssten. Dazu liefert der Bezirk Hilfestellung. „Wir bieten Schulung und Ausbildung für Neu-Schiedsrichter an“, sagt Seyfarth. Damit allein sei es jedoch nicht getan: „Schwieriger ist es, die Leute angesichts dessen, was sie sich manchmal bei den Spielen bieten lassen müssen, bei der Stange zu halten. Deshalb ist ein anderes Empfinden für Schiedsrichter und ihre Arbeit nötig.“

Einen anderen wichtigen Ansatz verfolgt Manfred Ludewig. „Ich denke da immer an diejenigen Spieler einer Mannschaft, die selten zum Einsatz kommen. Die Vereine sollten ihnen nahelegen, lieber umzusatteln und ihre Karrierechancen in einer Laufbahn als Schiedsrichter zu suchen“, meint der Bezirksvorsitzende nicht ganz uneigennützig: „Ich muss schließlich die Bescheide über die Punktabzüge verschicken. Und das ist unangenehm.“

Die Bemühungen des Bezirks erkennt Jens Reinhold, Geschäftsführer von Eintracht Baunatal, an. Negativ beurteilt er den HHV. „Er ist der einzige Verband, der den Punktabzug zur Anwendung bringt“, moniert Reinhold auch deshalb, weil erhoffte Erfolge ausbleiben: „Der Schiedsrichterrückgang wurde mit den Sanktionen nicht gestoppt. Was bringen sie also?“ Archivfotos: nh

Von Wolfgang Bauscher

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