1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport
  4. Sport Kassel

Radrennen im Herzen von Kassel: Anspruchsvolles Auf und Ab

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Paul Bröker

Kommentare

Start des Herren-Amateur-Kriteriums im Königstor: Gegen 12.45 Uhr, in brütender Mittagshitze, ging das Fahrerfeld ins Rennen auf dem rund ein Kilometer langen Rundkurs.
Start des Herren-Amateur-Kriteriums im Königstor: Gegen 12.45 Uhr, in brütender Mittagshitze, ging das Fahrerfeld ins Rennen auf dem rund ein Kilometer langen Rundkurs. © Pia Malmus

Großer Preis auf kompakter Strecke: Die Zweirad-Gemeinschaft (ZG) Kassel hat am Sonntag ihr Traditionsradrennen mal wieder in Kassels Zentrum ausgerichtet, nachdem es in der Vor-Corona-Zeit oft im Landkreis stattgefunden hatte.

„Zuletzt waren wir 2013 hier“, berichtet der Vorsitzende Bernd Hesse (74). Wir waren vor Ort.

Am Start

Kurz vor dem Start des Männer-Amateur-Kriteriums an der Zentrale der Städtischen Werke im Königstor kommt es zu einem Schreckmoment: Die Kunstradfahrerinnen des RSC Weimar-Ahnatal sollen auftreten. Doch ein Fahrer der Senioren-3-Kategorie (Start: 11.45 Uhr) wähnt sich noch im Rennen, obwohl er bereits einmal überrundet worden ist. Mit vollem Tempo fährt er in eine Siebenjährige, die sich auf ihren Auftritt mit drei weiteren Fahrerinnen vorbereitet. Die Streckenposten haben nicht mehr mit Fahrern gerechnet. So kommt es zum tränenreichen Unfall, bei dem aber zum Glück niemand zu Schaden kommt. Von einem Vorderreifen abgesehen. Die übrigen Kunstfahrerinnen liefern eine eindrucksvolle Show. Unter ihnen: die Hessenmeisterinnen Elea Becker und Mareike Hangebruch. Wer Kunstradfahren selbst mal ausprobieren möchte, hat dazu am 18. Juni Gelegenheit. „Dann findet in Ahnatal der Tag der Vereine statt“, sagt Trainerin Sandra Krawietz.

Auf der Strecke

Die meisten Zuschauer haben sich in der Mittagszeit schon vor der hochstehenden, heißen Sonne in Sicherheit gebracht. Am Morgen bei den Jugendrennen (U13/15/17W) soll noch mehr los gewesen sein – durch die volle Unterstützung der Eltern. Der Vorsitzende der ausrichtenden Zweirad-Gemeinschaft, Bernd Hesse, sitzt auf einem Campingstuhl im Schatten eines Zeltpavillons. „Ich bin Pensionär“, sagt er. Doch zurückgezogen vom Radsport hat er sich noch lange nicht. Er freut sich, dass das Rennen genehmigt wurde. Zwar erst eine Woche im Voraus – aber immerhin.

Es geht vom Königstor über die Friedrichstraße und den Brüder-Grimm-Platz. Dann geht es die Wilhelmshöher Allee bergauf, bevor der Kurs rechts abknickt auf die Ulmenstraße und zurück ins Königstor. Alexander Koop von der RSC Gießen Kleinlinden lobt das Streckenprofil. „Es war sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich. Mit engen Kurven und bergauf, bergab. Das machte es sehr spannend“, sagt er über sein Senioren-Kriterium-Rennen. Kriterium – was ist das überhaupt? Bei dieser Rennform zählt nicht, wer am Ende als Erster ins Ziel kommt, sondern wer den Sprint an einem bestimmten Abschnitt am häufigsten ganz vorn beendet. Dafür gibt es Punkte, die am Ende addiert werden.

Im Ziel

Im Ziel warten schon die Pokale auf die Fahrer und Fahrerinnen. Für die ersten drei Fahrerinnen gibt es tatsächlich Extra-Pokale, die gar nicht klassisch wie Silbergeschirr aussehen, sondern eher wie Töpferware. Hergestellt sind sie von Vereinsmitgliedern. Ohne Freiwillige ginge beim Großen Preis nichts. „Doch die werden immer weniger“, bemängelt Hannelore Hesse von der ZG Kassel. Das habe nicht nur mit Corona zu tun, sondern sei der Trend. „Weil viele unserer Mitglieder ja auch mitfahren, können sie nicht noch zusätzlich helfen.“ So musste die ZG die Helfer, die für den reibungslosen Ablauf gesorgt haben, teils selbst bezahlen. Sie haben ihren Job gut gemacht – und kamen schnell über den kleinen Schreck hinweg. (Paul Bröker)

Auch interessant

Kommentare