Preis für Finaleinzug beim HNA-EAM-Cup

Reportage von  Fahrt zum Bundesligaspiel mit Jugendfußballern aus Baunatal: Ein Tänzchen gibt’s beim 3:0

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Hatten ordentlich Spaß in Dortmund: Jugendfußballer des KSV Baunatal mit Trainerin Peggy Riedel (Mitte) und Spieler-Papa Johannes Melnikow (links) vor dem Signal Iduna Park. 

Kassel/Dortmund – Tausende Fußball-Fans strömen Wochenende für Wochenende in die Stadien. Die Bundesliga ist Kult.

Und weil sich ein Stadionbesuch fast immer lohnt, haben wir die Jugendfußballer des KSV Baunatal nach Dortmund begleitet. Die Reise war der Hauptpreis für den Finaleinzug beim diesjährigen HNA-EAM-Cup.

Da sitze ich also. Ich als bekennender und zugleich leidensfähiger Nürnberg-Fan in einem Bus voller BVB-Anhänger. Das kann ja heiter werden. Der hintere Teil des Busses ist fest in Baunataler Hand. Geschlossene Gesellschaft gewissermaßen. Und das hat auch einen guten Grund: Zum ersten Mal in der Geschichte der Turnierserie trafen im Finale Mitte Mai zwei Mannschaften aus demselben Verein aufeinander – die U8 und U9 des KSV Baunatal. Dass ausgerechnet das jüngere Team das Endspiel im Auestadion 4:3 gewann, ist heute kein Thema mehr.

Der Bus setzt sich um kurz nach zehn in Bewegung. Ziel ist der Signal Iduna Park, wo der BVB auf den VfL Wolfsburg trifft. Bei den Baunatalern gibt es einige Dortmund-Fans. Ob sich unter den 19 Jugendfußballern im Bus auch ein Fan der Wölfe befindet?

Ja, und zwar Aaron Madzgalla. Wobei es nicht ganz leicht fällt, ihm das zu glauben. Denn komischerweise trägt er ein BVB-Trikot und hat einen schwarzgelben Schal um den Hals. Vielleicht hat er sich ja noch nicht ganz festgelegt. Sein Tipp für das Spiel ist übrigens ein knappes 2:1 für den BVB.

Die Hinfahrt verläuft ziemlich ruhig. Ein wenig zu ruhig. Die Ruhe vor dem so oft zitierten Sturm? Ja, das ist sie. Denn als der Verkehr etwas stockt, wir in Dortmund angekommen sind, fangen die Gesänge an. „Wir sind alle Baunataler Jungs“, schallt es durch den Bus. Langsam kommt Stimmung auf. Und als der Bus gegen 12.30 Uhr auf dem Parkplatz am Stadion zum Stehen kommt, kann es nicht schnell genug gehen.

Ruck, zuck sind wir am Einlass angekommen. Bereits drei Stunden vor Anpfiff ist vor dem Signal Iduna Park die Hölle los. Und wie vertreiben wir uns nun die Zeit? Die Baunataler haben eine Idee: Tischfußball. Das geht immer. Aber natürlich wird zwischendurch auch eine Bratwurst gegessen. Chris Melnikow kennt ihren Geschmack bereits. „Er war dreieinhalb Jahre alt, als wir das erste Mal hier waren“, sagt Papa Johannes, der selbst BVB-Fan ist und seinem achtjährigen Sohn diese Verbundenheit quasi in die Wiege gelegt hat. „Ich hoffe, dass Paco Alcácer spielt“, meint Chris.

Schnell wird klar, dass daraus zunächst nichts wird. Alcácer sitzt erst mal auf der Bank. Ein Lattenschuss der Wolfsburger und die verletzungsbedingte Auswechslung des Schiedsrichters sind die Höhepunkte der ersten Halbzeit. Auweia – ein Fußballfest sieht anders aus. Nur zum Vergleich: Leipzig führt zu diesem Zeitpunkt 5:0 gegen Mainz und Frankfurt ist mit einer 2:1-Pausenführung gegen die Bayern auf dem besten Weg zu einer großen Überraschung.

Am Ende kommen die Baunataler aber doch noch auf ihre Kosten. Thorgan Hazard, Raphael Guerreiro und Mario Götze treffen für den BVB – 3:0. Und beim dritten Treffer legen die jungen Baunataler Kicker ein kleines Tänzchen aufs Parkett. Dass auf der Rückreise gemeinsam die Sportschau geguckt wird, ist der perfekte Abschluss eines fußballverrückten Tages.

Von Raphael Wieloch 

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